Schuldgefühle: innere Angst vor Bestrafung

· 11 Juni, 2019
Schuldgefühle können ein von Kindesbeinen an erlerntes Verhalten sein, das dich daran hindert, im Leben voranzukommen. Daher ist es wichtig zu wissen, wie du den Ursprung erkenne und beheben kannst.

Schuld ist ein äußerst unangenehmes Gefühl. Zu jeder Zeit zu der du Unsicherheit verspürst,  wird diese innere Angst immer wieder zu dir zurückkommen.  Aber woher kam diese Schuld? Und ist Schuld eine innere Angst vor Bestrafung?

Es ist wichtig, dass du dich mit der Vergangenheit deiner Kindheit befasst, dem Alter, in dem sich die meisten deiner Traumata und Ängste gebildet haben. Wie haben deine Eltern dich behandelt? Welche Art von Bestärkung haben sie dir gegeben? Baute deine Erziehung auf Angst auf?

Obwohl du wahrscheinlich nicht zu viel über die Erziehung nachdenkst, die dir deine Eltern gegeben haben, kann die Art und Weise, wie sie dich behandelt haben, Schuldgefühle zu einem wesentlichen Bestandteil deines Erwachsenenlebens machen.

Lass uns im Folgenden herausfinden, wie es dazu kommt.

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Innere Angst vor Bestrafung

Schuld ist ein Traumata aus der Kindheit

Wenn wir über Bestrafung sprechen, meinen wir nicht nur die häufig vorkommenden Bestrafungen wie „Bleib in deinem Zimmer“ oder „Du kannst eine Woche lang nicht mit dem Auto fahren.“

Es gibt noch andere Arten der Bestrafung. Diese schmerzen mehr und hinterlassen tiefe emotionale Wunden, die sich erst im Erwachsenenalter öffnen können.

Eine Art der Bestrafung ist das Schweigen. Während der Schweige-Bestrafung kann ein Kind plötzlich nicht mehr mit seinen Eltern interagieren. Sie reden, aber niemand antwortet. Dies kann dazu führen, dass sie sich einsam, verlassen und ängstlich fühlen. Vor allem aber fühlen sie sich schuldig.

Eine weitere Art der Bestrafung ist die unverhältnismäßige Reaktion eines Elternteils, der Dinge wie „Warum hast du mir das angetan?“ oder „Das hast du dir nicht verdient“ sagt. All dies erzeugt Schuldgefühle, die das Kind verinnerlichen wird.

Jedes Wort, das du als Elternteil sagst, und jede Haltung, die du deinen Kindern gegenüber einnimmst, kann Schuldgefühle hervorrufen, die später zu Problemen führen, wenn die Kinder erwachsen werden.

Sobald du jedoch ihren Ursprung erkannt hast, können diese Gefühle gelöst und beseitigt werden. Es ist nicht einfach, aber es ist dennoch möglich, die Schuld und die innere Angst vor Bestrafung abzulegen.

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Weshalb fühlst du dich schuldig?

Schuldgefühle können qualvoll sein

Um das Schuldgefühl abzustellen, ist es wichtig, dass du dich fragst, wofür du dich normalerweise schuldig fühlst. Im Folgenden sind einige mögliche Beispiele aufgeführt:

  • Ich fühle mich schuldig, dass meine Freunde sauer auf mich sind, wenn ich nicht tue, was sie wollen oder weil sie anders über die Dinge denken.
  • Meine Schuldgefühle sind präsent, wenn ein geliebter Mensch plötzlich nicht auf eine Nachricht antwortet. Ich nehme an, ich habe etwas Beleidigendes gesagt oder dass sie sauer auf mich sind (ohne dass es einen Grund für diese Annahmen gibt).
  • Ich fühle mich schuldig, weil ich mich schuldig fühle. Auch denke ich, dass ich es nicht wert bin, ich nichts verdiene und anderen Menschen unterlegen bin. 

Wie du siehst, sind Schuldgefühle und ein geringes Selbstwertgefühl zwei Konzepte, die fast Hand in Hand gehen. Du kannst in vielen dieser Beispiele Unsicherheit feststellen. Diese ist in der Regel gepaart mit einer geringen Toleranz für Frustration und der Angst davor, verlassen zu werden.

Aber vor allem der letzte Satz ist äußerst kurios: „Ich fühle mich schuldig, weil ich mich schuldig fühle.“

Allerdings kommt dieser Fall jedoch häufiger vor, als es scheint. Menschen, die sich wegen allem schuldig fühlen, können solche Extreme durchmachen.

Wie du deine Schuldgefühle abstellen kannst

Um die innere Angst abzulegen, ist es wichtig unser Selbstwertgefühl zu stärken

Um deine Schuldgefühle abzustellen, musst du zunächst dein Selbstwertgefühl stärken. Dies wird jene Unsicherheiten und Ängste beseitigen, die dich jeden Tag mit diesem Gefühl leben lassen.

Dann solltest du herausfinden, in welchem ​​Kontext deine Schuldgefühle entstehen. Ist es eine Angst, dass jemand wütend auf dich ist? Wenn jemand deine Meinung nicht respektiert? Diese Fragen zu stellen, kann dir eine Vorstellung davon geben, inwieweit die Situationen früheren Episoden aus deiner Kindheit ähneln, die zu jener Zeit die Ursache deiner Schuld waren.

Das Letzte, was du unternehmen musst, ist es, dir dessen bewusst zu sein. Tadele und beschuldige nicht deine Eltern (wenn dies der Fall ist). Übernimm stattdessen die Verantwortung für deine Schuld und arbeite daran, deine Emotionen in den Griff zu bekommen.

Frage dich jedes Mal, wenn dieses Gefühl auftritt, warum es da ist. Meistens wirst du feststellen, dass du keinen Grund hast, dich schuldig zu fühlen. Andererseits kannst du manchmal sogar Dinge  voraussehen, die noch nicht einmal passiert sind, wenn du dich bereits schuldig fühlst.

In jedem Fall ist es jedoch wichtig zu lernen, wie du deine Schuld überwinden kannst, um ein glücklicheres Leben zu führen.

Bist du bereit, deine Schuldgefühle und die innere Angst vor Bestrafung abzulegen?