Rifampicin: Dosis und Hinweise

14 November, 2019
Rifampicin wirkt antibiotisch, da es die Fähigkeit hat, die RNA-Synthese der bakteriellen Zellen zu hemmen. Dieses Medikament blockiert das bakterielle Enzym RNA-Polymerase, das die Bakterien zur Bildung lebenswichtiger Proteine benötigen. Erfahre heute mehr über dieses vielfach eingesetzte Arzneimittel. 

Rifampicin ist ein Antibiotikum aus der Familie der Rifamycine. Es handelt sich um ein halbsynthetisches Produkt, das insbesondere in der Behandlung von Tuberkulose zur Verwendung kommt.

Allerdings sollte es nicht als alleinige Therapie zum Einsatz kommen, denn damit könnte sich eine Bakterienresistenz entwickeln. Deshalb verabreicht man Rifampicin  in Kombination mit anderen Arzneimitteln, wie wir im Laufe des Artikels genauer erklären werden.

Rifampicin kommt auch bei anderen Krankheiten zum Einsatz. Zum Beispiel behandelt man damit Patienten, die Träger der Bakterie Neisseria meningitidis sind, jedoch keine Symptome aufweisen. Auch kommt das Medikament prophylaktisch bei Haemophilus influenzae Typ B, zur Behandlung von Lepra und bei anderen Krankheiten zur Anwendung.

Kurze Geschichte von Rifampicin

Kurze Geschichte von Rifampicin 

Dieses Antibiotikum kamm in den 60er Jahren auf den Markt. Zuerst wurde ein Metabolit von Rifampicin entwickelt, Rifampicin B. Dieses galt als Ausgangsbasis für verschiedene strukturelle Veränderungen, um eine verbesserte antibiotische Wirkung zu erzielen und gleichzeitig die schnelle Ausscheidung über die Galle zu reduzieren. So wurde schließlich Rifampicin synthetisiert.

Nach der Markteinführung begann man damit, Tuberkulose zu behandeln, doch verschiedene Krankheitserreger entwickelten eine Resistenz. Deshalb kommt das Arzneimittel jetzt in Kombination mit anderen Medikamenten zum Einsatz, zum Beispiel mit Isoniacid und Ethambutol.

Die Entdeckung von Rifampicin war jedoch ohne jeden Zweifel ein wichtiger medizinischer Fortschritt. Erfahre mehr über dieses Arzneimittel.

Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose wird durch eine Infektion durch die Bakterie Mycobacterium tuberculosis verursacht. Dieser Krankheitserreger befällt meist die Lungen, die Ansteckung erfolgt über die Luft, beispielsweise durch Husten oder Niesen, indem eine andere Person die ausgestoßenen Partikel einatmet.

Es handelt sich jedoch um eine Krankheit, die heilbar ist. Seit dem Jahr 2000 konnten 49 Millionen Patienten geheilt werden, die diagnostiziert und mit den derzeit zur Verfügung stehenden Arzneimitteln behandelt wurden.

Die Anzeichen und Symptome dieser Krankheiten hängen davon ab, in welchem Körperbereich sich die Bakterien ausbreiten. Wie bereits erwähnt, erfolgt dies meist in den Lungen. Es können folgende Symptome auftreten: 

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Wie wirkt Rifampicin auf den Organismus?

Wie wirkt Rifampicin auf den Organismus? 

Rifampicin wirkt antibiotisch, da es die Fähigkeit hat, die RNA-Synthese der bakteriellen Zellen zu hemmen. Dieses Medikament blockiert das bakterielle Enzym RNA-Polymerase, das die Bakterien zur Bildung lebenswichtiger Proteine benötigen. Rifampicin verbindet sich nicht mit der Polymerase der menschlichen eukaryotischen Zellen, deshalb wird die ARN-Synthese bei Menschen nicht beeinträchtigt.

Andererseits handelt es sich um ein bakteriostatisches oder bakterizides Medikament, abhängend von der verabreichten Dosis. Bei einer geringen Dosis wirkt das Arzneimittel bakteriostatisch, das heißt, dass es die Entwicklung der bakteriellen Zellen verhindert. Wenn jedoch größere Mengen von Rifampicin verabreicht werden, wirkt das Arzneimittel bakterizid, das bedeutet, dass es den Tod der Bakterien bewirkt.

Welche Dosis wird verschrieben?

Die Dosis variiert bei jedem Patienten. Erwachsene Patienten, die nicht mit HIV-infiziert sind, erhalten Rifampicin oral oder intravenös mit einer maximalen Dosierung von 600 mg täglich. Sollte eine HIV-Infektion vorliegen, beträgt die Dosierung 10 mg pro Kilo Körpergewicht. Auch in diesem Fall wird das Medikament oral oder intravenös verabreicht.

Bei Kindern ohne HIV reduziert sich die Dosis auf 10 bis 20 mg pro Kilo Körpergewicht täglich. Die maximale Dosis beträgt 600 mg, immer in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Tuberkulose. Sollte das Kind mit dem humanen Immunschwäche-Virus infiziert sein, wird die gleiche Dosis verschrieben.

Man verabreicht das Medikament zwei Monate lang einmal täglich zusammen mit dem anderen antituberkulösen Medikament. Danach verschreibt der Arzt in der Regel dieselbe Dosis an Isoniazid und Rifampicin zwei- bis dreimal in der Woche über einen Zeitraum von vier Monaten.

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Fazit

Rifampicin ist ein Antibiotikum, das insbesondere zur Behandlung von Tuberkulose in Kombination mit anderen Arzneistoffen eingesetzt wird. Die Kombination ist deshalb notwendig, da eine Bakterienresistenz vorliegt. 

Mögliche Fragen und Zweifel kannst du jederzeit mit deinem Arzt oder Apotheker besprechen. Vergiss nicht, dich immer an die genauen Anweisungen deines Arztes zu halten. Der Missbrauch von Medikamenten kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

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