Perikarderguss: Diagnose und Behandlung

13 September, 2019
Die einfachste Methode zur Diagnose eines Perikardergusses ist die Echokardiographie. Erfahre heute mehr zu diesem Thema. 

Ein Perikarderguss ist ein relativ häufiges medizinisches Problem. Manchmal gibt es dabei eine Verbindung zu einer bereits bestehenden Krankheit. In anderen Fällen ist eine spezifische Untersuchung und Diagnose erforderlich, um die genaue Ursache herauszufinden. Doch es ist nicht immer möglich, einen bestimmten Auslöser zu finden.

Ein Perikarderguss kann in manchen Fällen jahrelang unverändert bleiben und so zu einer chronischen Krankheit werden, ohne hämodynamische Folgen zu haben.

Die Behandlung bezweckt, das ursächliche Problem zu lösen, das zu einem Perikarderguss führt. Außerdem geht es natürlich auch darum, die Symptome zu therapieren. Doch wenn die genaue Ursache nicht festgestellt werden kann, kommt dieselbe klinische Behandlung wie bei einer Perikarditis zur Anwendung. 

Was ist ein Perikarderguss? 

Was ist ein Perikarderguss 
Als Perikarderguss bezeichnet man eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Herzbeutel, welche die Herzgesundheit beeinträchtigt.

Ein Perikarderguss ist eine pathologische Ansammlung von Flüssigkeit im Herzbeutel. Dieser wird aus zwei Lagen von Bindegewebe gebildet: Pericardium fibrosum (die äußere Schicht) und Pericardium serosum (die innere Schicht).

Der Spaltraum zwischen diesen beiden Lagen, der auch Herzbeutelhöhle genannt wird, ist mit Flüssigkeit gefüllt (etwa 10-12 ml). Bei einer Entzündung erhöht sich allerdings die Flüssigkeitsproduktion, was zu einem Perikarderguss führt. 

Dieser kann beispielsweise auch entstehen, wenn die Resorption der Flüssigkeit zu gering ist. Dazu kann es durch die Zunahme des systemischen Venendrucks kommen. Der übermäßige Druck wird häufig durch eine kongestive Herzinsuffizienz oder pulmonare Hypertonie ausgelöst.

Perikarderguss: Diagnose

Die klinische Auswirkung des Perikardergusses hängt von der Geschwindigkeit ab, mit der sich die Herzbeutelhöhle mit Flüssigkeit füllt. Typische Symptome sind Atembeschwerden und Schmerzen in der Brust. Auch Übelkeit, Dysphagie (Schluckbeschwerden), Heiserkeit und Schluckauf sind häufige Anzeichen.

Wenn der Verdacht auf einen Perikarderguss vorliegt, werden normalerweise folgende Untersuchungen durchgeführt (meist reichen ein bis zwei davon aus):

  • Echokardiographie: Damit können das Ausmaß des Ergusses und der Zustand der Herzfunktion erkannt werden. Eine transösophageale Echokardiographie liefert detailliertere Bilder und ist deshalb zuverlässiger als eine transthorakale Echokardiographie.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Daraus gehen Muster hervor, die möglicherweise auf eine Herzbeuteltamponade hinweisen.
  • Thorakale Röntgenaufnahme: Dieses bildgebende Verfahren ermöglicht es, das globale Ausmaß des Perikardergusses zu sehen.

Zwar wird die Echokardiographie am häufigsten für die Diagnose verwendet, doch eine Computertomographie und eine Magnetresonanz ermöglichen ein breiteres Sichtfeld. Da diese bildgebenden Verfahren jedoch nicht immer zur Verfügung stehen und kostspieliger sind, werden sie zur Diagnose eines Perikardergusses selten eingesetzt.

Die Echokardiographie ermöglicht es, fünf grundlegende Variablen zu bestimmen: die Größe, die Zeit der Entwicklung, die Verteilung, die Komposition und die hämodynamischen Effekte. Die nächste klinische Herausforderung ist, die genauen Ursachen des Problems herauszufinden und die richtige Behandlung einzuleiten.

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Perikarderguss: Behandlung 

Perikarderguss: Behandlung 
Die pharmakologische Behandlung besteht in der Regel aus nicht steroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln.

Die Behandlung hängt direkt von den Ursachen des Perikardergusses ab. Dabei spielt auch eine Rolle, ob eine Herzbeuteltamponade vorhanden ist oder nicht und wo der Ursprung dieser Anomalie liegt. Das Problem kann durch die richtige Behandlung gelöst werden. 

Zuerst müssen die Größe des Perikardergusses und die hämodynamische Wichtigkeit bewertet werden. Außerdem ist es wichtig, damit zusammenhängende Krankheiten zu erkennen. In rund 60 % der Fälle liegt diesem Problem eine andere Krankheit zugrunde. 

Wenn keine Herzbeuteltamponade und auch kein Risiko dafür vorhanden ist, empfiehlt der Arzt meist Bettruhe und ein entzündungshemmendes Arzneimittel. Auch Colchicin und Kortikosteroide kommen häufig zum Einsatz.

Sollte ein Risiko für eine Tamponade oder das Fortschreiten des Ergusses bestehen, wird in der Regel eine Perikardiozentese oder Perikardpunktion durchgeführt, um die Flüssigkeit zu entfernen. Wenn dies nicht möglich oder nicht erfolgreich ist, ist eine offene chirurgische Drainage notwendig. In diesem Fall muss eine Biopsie durchgeführt werden. Außerdem ist ein perikardiales Fenster notwendig.

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Perikarderguss: Kontrolle und Prognose 

Der idiopathische Perikarderguss sowie die Perikarditis haben im Allgemeinen eine gute Prognose. Das Risiko für Komplikationen ist relativ gering. Im Falle eines chronischen idiopathisches Perikardergusses liegt die Wahrscheinlichkeit einer Herzbeuteltamponade bei etwa 30 bis 35 %.

Bei den anderen Arten hängt die Prognose weitgehend von der Ursache und der Größe des Ergusses ab. Wenn die Größe 10 mm überschreitet, entwickelt sich in einem Drittel der Fälle eine Tamponade.

Bei einem mäßigen idiopathischen Perikarderguss sollte alle sechs Monate eine Echokardiographie durchgeführt werden. In schweren Fällen erfolgt diese Untersuchung alle drei Monate. Sollte der Perikarderguss nicht idiopathisch sein, hängen die Kontrolluntersuchungen von der Ursache der zugrundeliegenden Krankheit ab.

  • CLAVERÍA, C., VERGARA, L., NEGRÓN, S., & ZELADA, P. (2009). Derrame pericárdico, enfrentamiento clínico. Revista chilena de pediatría, 80(3), 267-273.