Hämaturie: Symptome und Ursachen

6 September, 2019
Eine Hämaturie kann ein Anzeichen für eine bakterielle oder virale Infektion sein, doch es könnte sich dahinter auch ein ernsteres Problem, wie beispielsweise Blasen- oder Prostatakrebs, verstecken. 

Hämaturie ist die fachärztliche Bezeichnung für das Vorhandensein von Blut beziehungsweise Erythrozyten im Harn. Blut im Harn zu finden, ist ein Grund zur Sorge, doch es gibt dafür zahlreiche Gründe, die nicht unbedingt schwerwiegend sein müssen.

Zwar kann das Blut in manchen Fällen auf den ersten Blick gesehen werden, doch dies ist nicht immer so. Deshalb spricht man von zwei verschiedenen Arten der Hämaturie: der makroskopischen und der mikroskopischen. Die Diagnose der Mikrohämaturie erfolgt durch die Urinanalyse im Labor. 

Blut im Harn ist ein häufiger Grund für Arztbesuche. Die Prävalenz kann bis zu 16 % der Bevölkerung betragen. Außerdem kann es sich um ein Symptom verschiedenster Krankheiten handeln. So könnte eine Hämaturie beispielsweise auf eine Infektion hinweisen, jedoch auch ein Anzeichen für einen Tumor darstellen. Deshalb ist es sehr wichtig, genauer darüber Bescheid zu wissen.

Erfahre heute mehr über die Symptome und Ursachen.

Was ist eine Hämaturie?

Im Normalfall ist im Harn kein Blut zu finden. Bis zu 2 Erythrozyten pro Gesichtsfeld gelten im Urinsediment bei einer 400-fachen Vergrößerung noch als normal. Wenn allerdings mehr Erythrozyten vorhanden sind, spricht man von einer Hämaturie. Diese Werte werden im Labor festgestellt.

Eine Hämaturie tritt dann auf, wenn die Nieren oder andere Bereiche des Harnsystems Blutzellen in den Harn eindringen lassen. Der Urin kann sich dadurch rötlich verfärben, das muss jedoch nicht der Fall sein. Wie bereits erklärt, spricht man deshalb von einer Makro- oder Mikrohämaturie (je nachdem, ob das Blut ohne Hilfsmittel sichtbar ist oder nicht).

Was ist eine Hämaturie?

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Die häufigsten Ursachen für eine Hämaturie

Die konkrete Ursache für eine Hämaturie zu finden, ist nicht immer möglich. Doch die wichtigsten Prozesse, die zu Blut im Harn führen können, sind: 

  • Harnwegsinfektion: Es handelt sich insbesondere bei Frauen aufgrund ihrer anatomischen Bedingungen um ein sehr häufiges Problem. Die weibliche Harnröhre befindet sich nämlich nahe des Anus und deshalb haben Bakterien ein leichtes Spiel. Diese können in die Harnwege eindringen und eine Infektion auslösen.
  • Nierenbeckenentzündung: Der Fachausdruck für diese Krankheit lautet Pyelonephritis. Schädliche Bakterien können über das Blut oder die Harnwege bis zu den Nieren vordringen und eine Infektion auslösen.
  • Prostatabeschwerden: Wenn sich die Prostata vergrößert, was mit zunehmendem Alter häufig vorkommt, drückt sie auf die Harnröhre. Der Harnfluss wird dadurch gestört, was zu einer Hämaturie führen kann. Auch bei Prostatainfektionen ist dies der Fall.
  • Blasen- oder Nierensteine: Bestimmte Mineralien, die im Urin vorhanden sind, können sich ansammeln und Steine bilden. Wenn sich die Kristalle in den Harnwegen befinden, können sie diese blockieren und es kann Blut im Harn auftreten.
  • Krebs: Eine Hämaturie kann auch ein Anzeichen für Blasen-, Prostata- oder Nierenkrebs sein. Meist kommt es dazu jedoch in einem fortgeschrittenen Stadium, deshalb ist eine frühzeitige Diagnose oft schwer. 
  • Glomerulonephritis: Bei dieser Krankheit kommt es zu einer beidseitigen Entzündung der Nieren. Als Erstes sind davon die Nierenkörperchen (Glomerula) betroffen. Diese Krankheit hat verschiedenste Ursachen, wie etwa Diabetes, Infektionen oder Blutkrankheiten.
  • Bestimmte Medikamente, wie Antikoagulantien oder krebshemmende Arzneimittel können ebenfalls zu Blut im Harn führen.

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Ursachen für eine Hämaturie. Wissenschaftler haben Blut im Harn sogar mit intensivem Sport in Verbindung gebracht. Auch ein Trauma oder die Austrocknung des Körpers könnten eine Hämaturie auslösen. Deshalb ist es sehr wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die genauen Ursachen feststellen zu können.

Frau hat Hämaturie

Symptome einer Hämaturie

Die Makrohämaturie ist an der rötlich-braunen Farbe des Urins zu erkennen. Normalerweise ist dies nicht schmerzhaft und meist sind auch keine anderen Symptome vorhanden. Sollten jedoch andere Symptome erkennbar sein, erleichtert dies die Diagnose.

Wenn beispielsweise Fieber auftritt und es zu Schmerzen im unteren Rückenbereich kommt, könnte dies auf eine Nierenbeckenentzündung hinweisen. Möglicherweise sind Schmerzen oder ein brennendes Gefühl beim Harnlassen vorhanden, was auf eine Erkrankung der unteren Harnwege rückschließen lässt.

Sollte die Hämaturie asymptomatisch jedoch konstant sein, und wenn Blutgerinnsel vorhanden sind, könnte es sich um Nierenkrebs handeln. Ab einem Alter von 40 Jahren sollten Männer ihre Prostata vorsorgend regelmäßig untersuchen lassen.

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Fazit

Wie wir gesehen haben, kann eine Hämaturie auf verschiedenste Krankheiten hinweisen. In manchen Fällen kann sie nicht ohne Hilfsmittel erkannt werden. Deshalb ist es wichtig, regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen. Anhand einer Harnanalyse kann ganz einfach festgestellt werden, ob Blut im Harn vorhanden ist. 

Beobachte dich auch selbst beim Harnlassen. Wenn sich die Farbe des Urins oder die Häufigkeit des Harndrangs verändern, solltest du der Sache auf den Grund gehen. Jede Veränderung könnte auf eine Krankheit hinweisen, deshalb solltest du dich in diesem Fall untersuchen lassen.

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