Osteoporose und Zahngesundheit: So hängen sie zusammen!

Osteoporose verursacht eine Abnahme der Knochendichte. Wusstest du, dass ein Zusammenhang zwischen Osteoporose und Zahngesundheit besteht? Lies weiter und erfahre mehr!
Osteoporose und Zahngesundheit: So hängen sie zusammen!

Letzte Aktualisierung: 03. April 2022

Wenn man an einer systemischen Krankheit leidet, hat das Auswirkungen auf mehrere Teile des Körpers. Das ist bei Osteoporose der Fall. In diesem Artikel erfährst du, welcher Zusammenhang zwischen Osteoporose und Zahngesundheit besteht.

Tatsächlich kann diese Knochenerkrankung einen negativen Einfluss auf die Mundgesundheit haben. In manchen Fällen sind es sogar die oralen Symptome, die bei der Diagnose helfen können. Willst du mehr über den Zusammenhang zwischen Osteoporose und Zahngesundheit wissen? Dann lies einfach weiter!

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine komplexe Krankheit, die eine Abnahme der Knochendichte verursacht. Sie wird durch eine Stoffwechselstörung verursacht, die die Struktur der Knochen verschlechtert, was deren Brüchigkeit und das Risiko von Knochenbrüchen erhöht. Im Allgemeinen steigt die Häufigkeit von Knochenbrüchen mit dem Alter, insbesondere in der Postmenopause.

Zu den weiteren Risikofaktoren gehören folgende:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Genetik
  • Ethnizität
  • Lebensstil
  • Ernährung
  • Alkohol-, Rauch- oder Kaffeegewohnheiten
  • Eine sitzende Lebensweise

Frakturen durch kleinere Traumata sind die bekannteste Folge von Osteoporose. Die Wirbelsäule und der Oberschenkelkopf sind die häufigsten Bruchstellen.

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Welcher Zusammenhang besteht zwischen Osteoporose und Zahngesundheit?

Wie wir bereits erwähnt haben, ist Osteoporose eine Krankheit, die die verschiedenen Knochen des Körpers betrifft, darunter auch den Kiefer. Der Kiefer kann den gleichen Verlust an Knochensubstanz erleiden wie der Rest der Knochen.

Die Verringerung der Dichte des Unterkiefers und des Oberkiefers kann zu anderen Veränderungen im Mund führen. Parodontalerkrankungen, die Beweglichkeit und der Verlust von Zähnen sowie Kiefergelenksdysfunktionen sind einige der damit verbundenen Probleme.

Der Höhenverlust des Kiefers und die Verringerung der Breite der Kieferkämme können zu Verformungen der Zahnbögen und des Gesichts führen. Dies wiederum führt zu Schwierigkeiten bei der zahnärztlichen Behandlung, z. B. beim Einsetzen von Implantaten oder Zahnersatz.

Osteoporose und Zahnverlust
Osteoporose beeinträchtigt die Mundgesundheit. In schweren Fällen führt sie zu Zahnverlust.

Folgen der Osteoporose für die Zahngesundheit

Das Fortschreiten der Osteoporose im Kieferknochen verursacht verschiedene Probleme für die Zahngesundheit. Die folgenden sind die wichtigsten.

Ein Rückgang des Alveolarkamms

Osteoporose ist einer der systemischen Faktoren, die zu einem Verlust der Knochendichte im Alveolarkamm (dem Bereich des Kiefers, in dem sich die Zahnwurzeln befinden) führen können. Ernährung und hormonelles Ungleichgewicht sind weitere Faktoren, die diese Situation beeinflussen.

Eine unzureichende Zufuhr von Kalzium und Phosphor sowie eine geringe Produktion von Vitamin D führen häufig zu einem Knochenabbau in den Alveolarkämmen. Das hormonelle Ungleichgewicht in den Wechseljahren ist eine weitere Situation, die den Knochenabbau bei Frauen verstärkt.

Verminderte Knochendichte im Kieferknochen

Osteoporose erhöht die Porosität und die trabekulären Räume des Kieferknochens. Der kortikale Teil des Kiefers wird dünner, besonders im Bereich des Winkels.

Dieser Verlust an Knochenmasse macht die Kiefer brüchiger. Aus diesem Grund wird das Einsetzen von Zahnimplantaten oder Prothesen bei diesen Patienten schwieriger, was sich negativ auf ihre Lebensqualität auswirkt.

Verlust von Zähnen

Bei Patienten mit Osteoporose besteht ein größeres Risiko, mehrere oder sogar alle Zähne zu verlieren. Dieser Zusammenhang kann aber auch auf andere Faktoren wie fortgeschrittenes Alter, Rauchen, schlechte Zahnhygiene oder alterstypische Munderkrankungen zurückzuführen sein.

Die Abnahme der Kieferknochendichte und der Verlust des Alveolarknochens, in den die Zähne eingesetzt werden, bedeutet, dass die Zähne keinen Halt mehr haben. Die Zähne beginnen sich zu bewegen und können ausfallen.

Parodontalprobleme

Obwohl Osteoporose nicht die Ursache für Parodontalerkrankungen ist, sind die Folgen dieser Pathologie bei Patienten, die daran leiden, gravierender. In diesen Fällen schreitet die Parodontalerkrankung viel schneller voran.

Die Entwicklung von Parodontalsäcken, der Verlust von Knochenanlagerungen und die daraus resultierende Beweglichkeit oder der Verlust von Zähnen ist bei Menschen mit Osteoporose größer.

Ergänzende Diagnosemethoden für Osteoporose

Wie wir bereits erwähnt haben, sind es oft die zahnmedizinischen Symptome, die medizinische Experten auf Osteoporose schließen lassen. Einige ergänzende Methoden, die in Zahnarztpraxen angewandt werden, helfen dem Patienten dabei, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Außerdem hilft die Erkennung der Krankheit dem Zahnarzt/der Zahnärztin, bestimmte Therapien, die der/die Patient/in erhält, zu überdenken oder zu ersetzen. Hier sind einige zahnärztliche Untersuchungen, die das Vorhandensein von osteoporosebedingten Knochenläsionen zeigen können:

  • Panoramaröntgenbild: Auch “Orthopantomographie” genannt. Sie wird häufig in Zahnkliniken durchgeführt, um ein allgemeines Bild der Knochen und Zahnstrukturen zu erhalten. Ein verändertes Aussehen der Knochenrinde, eine verringerte Höhe des Alveolarkamms und eine schlechte Knochendichte können auf Osteoporose hinweisen.
  • Computertomografie (CT): Heutzutage wird diese Untersuchung digital mit einer geringeren Strahlendosis als bei herkömmlichen Methoden durchgeführt. Bei dieser Untersuchung können Hunderte von Bildern aus verschiedenen Winkeln des Mundes aufgenommen und detailliert untersucht werden. Anhand dieser Bilder lassen sich Veränderungen feststellen, die den Verdacht auf eine beginnende Osteoporose nahelegen.

Wenn die Symptomatik und ergänzende Untersuchungen auf das Vorhandensein von Osteoporose hinweisen, wird der/die Zahnarzt/ärztin eine entsprechende Überweisung an eine/n Spezialistin/en vornehmen.

Zu Bestätigung der Diagnose erfolgen spezielle Untersuchungen, z. B. eine Densitometrie. Auch Blut- und Urintests können hierbei hilfreich sein.

Je nach Ergebnis wird die geeignete Behandlung für den jeweiligen Fall empfohlen. In der Regel sind mehrere Fachleute für die Behandlung eines Patienten mit Osteoporose qualifiziert: Allgemeinmediziner, Kliniker, Gynäkologen, Endokrinologen und Rheumatologen.

Tipps zur Verringerung der Auswirkungen von Osteoporose auf die Zahngesundheit

Die Umsetzung einiger dieser Empfehlungen in die Praxis kann dazu beitragen, die Folgen von Osteoporose auf die Zahngesundheit zu verringern.

  • Richtige Ernährung: Eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche Ernährung mit viel Kalzium kann dazu beitragen, die Auswirkungen von Osteoporose im Mund zu verringern. Mandeln, Milchprodukte und Nahrungsergänzungsmittel helfen, diese Elemente aufzunehmen.
  • Treibe regelmäßig Sport.
  • Vermeide schädliche Gewohnheiten: Hör auf zu rauchen und reduziere Alkohol und Koffein.
  • Setze dich in die Sonne: Das fördert die Synthese von Vitamin D, das die Aufnahme von Kalzium erhöht.
  • Achte auf eine gute Mundhygiene: Putze deine Zähne dreimal am Tag mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Ergänze sie mit Zahnseide und Mundspülungen.
  • Halte deinen Zahnersatz sauber und kontrolliere ihn alle 6 Monate.
  • Gehe regelmäßig zum Zahnarzt. Das hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und eine sofortige Lösung zu finden. Außerdem hilft eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung, deine Zähne und dein Zahnfleisch gesund zu halten.
  • Informiere deine/n Zahnarzt/Zahnärztin, wenn bei dir Osteoporose diagnostiziert wurde, und gib die Medikamente an, die du zur Behandlung dieser Krankheit einnimmst.
Ältere Dame bei der Zahnärztin
Eine regelmäßige zahnärztliche Untersuchung kann dazu beitragen, Probleme im Zusammenhang mit Osteoporose frühzeitig zu erkennen.

Rechtzeitig handeln, um ein Fortschreiten zu verhindern

Mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung wird Osteoporose zu einem immer häufigeren Gesundheitsproblem. Da diese Krankheit mit dem Alter zusammenhängt, sind immer mehr Menschen gefährdet, daran zu erkranken.

Osteoporose beeinträchtigt die Qualität der Knochen und ihr Auftreten im Kiefer hat negative Auswirkungen auf die Zahngesundheit. Die Abnahme der Knochenmasse und der Verlust des Alveolarknochens können zum Verlust von Zähnen und zur Undurchführbarkeit von rehabilitativen Behandlungen führen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie wichtig es ist, der Krankheit vorzubeugen oder ihre Auswirkungen durch eine gesunde Lebensweise zu verringern. Regelmäßige ärztliche und zahnärztliche Untersuchungen helfen dabei, eine frühe Diagnose zu stellen, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern.

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