Risiken und Auswirkungen einer Parodontitis

Eine Parodontitis kann mit einer Reihe von Risiken und Auswirkungen auf unsere allgemeine Gesundheit einhergehen. Wusstest du, dass sie sogar zu kardiovaskulären Problemen führen kann? Wir erzählen dir alles darüber in diesem Artikel.
Risiken und Auswirkungen einer Parodontitis

Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2021

Parodontitis ist eine Erkrankung, die das Zahnfleisch betrifft. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Risiken und Folgen einer Parodontitis, da sie ernsthafte Auswirkungen auf unsere allgemeine Gesundheit haben kann. Das solltest du dir nicht entgehen lassen!

Was ist eine Parodontitis?

Parodontale Läsionen entstehen durch die Ansammlung von Mikroorganismen, die das Zahnfleisch verändern. Wird diese Krankheit nicht rechtzeitig behandelt, schreitet sie langsam voran und kann sogar zu Zahnverlust und anderen Erkrankungen im Körper führen.

Dann gibt es die Gingivitis, eine Entzündung des Zahnfleisches, die sich durch Zahnfleischbluten beim Zähneputzen bemerkbar macht, ohne dass es zu einem Knochenverlust kommt. Auf der anderen Seite gibt es die Parodontitis, die neben Entzündungen und Blutungen auch Knochenschwund verursacht.

Vorbeugende Maßnahmen und die Aufklärung über Parodontitis sind essenziell, um ihre Entstehung zu vermeiden. Darüber hinaus ist es notwendig zu wissen, wie man grundlegende Hygienemaßnahmen und andere Risikofaktoren erklärt und bekannt macht, die entscheidend sind, um das Fortschreiten dieser Krankheit zu stoppen.

Parodontitis
Um das Risiko von Komplikationen durch Parodontalerkrankungen zu verringern, ist es wichtig, das Krankheitsbild sowie Präventionsmaßnahmen zu kennen.

Risikofaktoren

Diese Art von Gesundheitsproblemen kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Darunter finden wir die folgenden:

  • Schlechte Hygiene, wodurch sich Plaque und Bakterien am Zahnfleischrand ansammeln
  • Hormonelle Veränderungen, vor allem bei Frauen während der Pubertät, der Menstruation, der Schwangerschaft und der Menopause. Denn diese wirken sich auf den Zahnhalteapparat aus, vor allem wenn bereits eine Zahnfleischentzündung besteht.
  • Systemische Erkrankungen (Down-Syndrom, Morbus Crohn, Diabetes u.a.)
  • Okklusale Traumata
  • Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren, da es die Wahrscheinlichkeit, an Parodontitis zu erkranken, erhöht und zudem die Heilung des Gewebes stört.
  • Der Lebensstil kann zu einem Risikofaktor für die parodontale Gesundheit werden, zum Beispiel durch unzureichende Ernährung, Bewegungsmangel und Alkoholkonsum.

Risiken und Auswirkungen von Parodontitis

Sowohl Gingivitis als auch Parodontitis können unsere Gesundheit beeinträchtigen und Erkrankungen verursachen oder solche verschlimmern, die bereits bestehen.

Vaskuläre Veränderungen

Mehrere Studien haben Parodontalerkrankungen mit vaskulären Veränderungen in Verbindung gebracht. Dies ist der Fall, wenn orale Bakterien in den Blutkreislauf gelangen.

Die Mikroorganismen bei Parodontalerkrankungen verursachen eine Entzündung der Herzinnenhaut und haften an den Herzklappen sowie dem bereits geschädigten Herzgewebe. Infolgedessen können sie Krankheiten verursachen wie:

  • Bakterielle Endokarditis
  • Herzinfarkt
  • Kardiopathien
  • Thrombose
  • Koronarinsuffizienz
  • Varizen

Atherosklerose

Atherosklerose
Die Verengung der Blutgefäße durch überschüssiges Cholesterin verursacht Atherosklerose. Forscher bringen ihre Entstehung mit einigen Bakterien in Verbindung, die auch für Parodontalerkrankungen verantwortlich sind.

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Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es zu einer Verengung der Blutgefäße durch das Anhaften von Cholesterin-Plaques an deren Wänden kommt. Bei der Untersuchung dieser Plaques wurden außerdem Bakterien gefunden, die mit Parodontitis in Verbindung stehen.

Darüber hinaus haben Experten nachgewiesen, dass diese Bakterien zur Bildung von Lipopolysacchariden beitragen, die für die Cholesterin-Aggregation verantwortlich sind.

Erkrankungen der Atemwege

Durch das Einatmen der im Mund vorhandenen Bakterien gelangen diese in die Atemwege und erreichen die Lunge. Das kann zu folgenden Erkrankungen führen:

  • Bakterielle Lungenentzündung
  • Bronchitis
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Lungenabszesse

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine weitere Erkrankung, die mit parodontalen Problemen in Verbindung steht. Der Hauptbeweis, der diese Theorie stützt, ist, dass Spezialisten in der Lage sind, den Blutzuckerspiegel nach Abschluss einer Parodontalbehandlung zu stabilisieren. Ebenso destabilisiert eine unbehandelte Parodontitis den Blutzuckerspiegel.

Zahnfleischerkrankungen werden auch mit Nierenerkrankungen, zerebrovaskulären Störungen, Frühgeburten und einem niedrigen Geburtsgewicht in Verbindung gebracht.

Wie lässt sich eine Parodontitis behandeln?

Regelmäßige Untersuchungen durch einen Zahnarzt sind grundlegend, um die Krankheit zu diagnostizieren.

  • Sowohl eine Reinigung als auch eine Wurzelschabung und -glättung, allgemein als Kürettage bekannt, sind grundlegende Behandlungen zur Beseitigung dieser Krankheit.
  • Solange sie sich in der Anfangsphase befindet, ist es notwendig, die angesammelten Bakterien durch eine professionelle Prophylaxe zu beseitigen.
  • Im Falle einer Parodontitis teilen Spezialisten die Behandlung meist in zwei Phasen ein: In der ersten, der Basisphase, eliminieren sie die für die Infektion verantwortlichen Mikroorganismen durch das Ausschaben und Glätten der Wurzeln. In schwereren Fällen müssen sich die Patienten einer Parodontalchirurgie unterziehen, sodass ein Zugang zu den Zahnfleischtaschen möglich ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mundgesundheit zweifellos einen Einfluss auf die allgemeine Gesundheit hat. Daher ist es essenziell, sie regelmäßig anhand von Kontrolluntersuchungen zu überprüfen und Parodontalerkrankungen so schnell wie möglich einzudämmen. Indem wir parodontale Erkrankungen vermeiden, können wir auch Herz-Kreislauf-Problemen vorbeugen.

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