Nierenkolik: Symptome, Ursachen und Behandlung

Eine Nierenkolik ist ein sehr intensiver Schmerz, der in der Lendengegend auftritt und wieder verschwindet, sukzessive und rhythmisch. Sie wird durch die Verstopfung der Harnwege verursacht. In diesem Artikel erzählen wir dir von den häufigsten Ursachen und ihrer Behandlung.
Nierenkolik: Symptome, Ursachen und Behandlung

Letzte Aktualisierung: 06 Juni, 2021

Eine Nierenkolik ist einer der intensivsten Schmerzen, unter denen ein Mensch leiden kann. Diejenigen, die schon einmal davon betroffen waren, wissen genau, wovon wir sprechen. Der Schmerz tritt in der Lendengegend auf, in der Nähe der Nieren oder etwas darunter, wo sich die Harnwege befinden.

Das Charakteristische an jedem Schmerz, der als “Kolik” bezeichnet wird, ist sein krampfartiges Verhalten. Er taucht auf und verschwindet wieder, in einem gewissen Rhythmus, und verursacht intensive Schmerzwellen mit kleinen Entspannungsphasen dazwischen.

Im Falle einer Nierenkolik entsteht der Schmerz in den Harnwegen, weil der Urin auf seinem Weg zur Blase blockiert wird. Wenn eine Blockade im System auftaucht, versucht der Harntrakt, sie zu überwinden, indem er seine Gänge zusammenzieht. Diese Kontraktion wird als Kolik bezeichnet.

Der Schmerz einer Nierenkolik befindet sich in der Lendengegend und zieht sich bis in die Leistengegend. Er tritt auf der linken oder rechten Seite auf, je nachdem, wo sich die Verstopfung befindet.

Ursachen einer Nierenkolik

Die Ursache für die Schmerzen ist eine Verstopfung der Harnwege. Diese verhindert, dass der in der Niere gebildete Urin zur Blase gelangt. Obwohl Nierensteine die häufigste Ursache für eine Verstopfung sind, weshalb wir ihnen einen ganzen Abschnitt widmen, gibt es auch andere Ursachen.

Zu den schwerwiegendsten Ursachen einer Verstopfung gehören bösartige Tumore des Nierensystems, also entweder der Niere, der Harnleiter oder der nach oben wachsenden Blase. Es kann auch ein bösartiger Tumor eines benachbarten Organs sein, der die Harnwege abdrückt, wie es z.B. bei Darmkrebs der Fall ist.

Zu den sonstigen Ursachen kann etwa ein Aneurysma der Aorta zählen: eine Erweiterung der Aortenarterie auf ihrem Weg durch den Bauchraum, die Druck auf den Harnleiter ausüben kann, indem sie ihn einklemmt. Außerdem kann es durch eine retroperitoneale Fibrose zu einer Verstopfung kommen, also einer Bildung von fibrösem Gewebe im hinteren Teil des Abdomens.

Nierensteine

Wie bereits erwähnt, sind die häufigste Ursache für eine Nierenkolik Nierensteine. Dabei handelt es sich um Steine unterschiedlicher Größe, die sich in den Nieren oder im Harnleiter befinden. Wenn sie versuchen, den Körper zu verlassen, verursachen sie die Verstopfung und die daraus resultierenden Schmerzen.

Bei den Steinen handelt es sich in fast 80 % der Fälle um Kalzium. Aus diesem Grund sind bestimmte Gegebenheiten im menschlichen Körper mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit verbunden, daran zu erkranken. So ist bei Hypoparathyreoidismus, Bewegungsmangel, langem Sitzen oder übermäßigem Konsum von externem Kalzium (in Tablettenform) die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie entstehen.

Menschen, die unter wiederholten Harnwegsinfektionen leiden, haben ebenfalls eine größere Chance, Nierensteine zu bilden. Das kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Außerdem sind Menschen mit einem Blasenkatheter anfälliger für Infektionen und sind daher anfälliger für die Bildung von Nierensteinen.

Weniger als 10 % der Nierensteine sind harnsäurehaltig. Sie treten häufig bei Patienten mit einer Gichterkrankung auf. Manchmal führen Ernährungsweisen, die übermäßig reich an Proteinen sind (wie etwa Fitness- und Bodybuilding-Diäten) zur Entstehung von Steinen, da sie die Harnsäure im Blut erhöhen.

In weniger als 1 % der Fälle stehen Nierensteine im Zusammenhang mit einer genetischen Erkrankung namens Zystinurie. Sie ist selten und wird von Eltern an ihre Kinder vererbt.

Nierenkolik
Die häufigste Ursache einer Nierenkolik sind Nierensteine.

Symptome einer Nierenkolik

Das auffälligste Symptom einer Nierenkolik sind die bereits beschriebenen Schmerzen. Sie treten plötzlich auf und sind extrem intensiv. Sie beginnen im unteren Rücken und strahlen wie ein Halbgürtel nach vorne in die Leistengegend aus. Dieser Schmerz wird normalerweise begleitet von:

  • Fieber. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Es kann durch den Schmerz selbst oder durch eine begleitende Harnwegsinfektion verursacht werden.
  • Dysurie: Hierbei handelt es sich um die Schwierigkeit, Urin auszuscheiden, was mit der Blockade zusammenhängt.
  • Pollakisurie: Darunter versteht man das vermehrte Wasserlassen. Der Patient uriniert häufiger, aber jedes Mal nur kleine Mengen.
  • Hämaturie: In einigen Fällen können die Steine die Harnröhre beschädigen und etwas Blut im Urin verursachen.
Nierenkolik

Diagnose und Behandlung

Ärzte sind in der Regel rasch in der Lage, eine Nierenkolik zu diagnostizieren, sobald die Symptome bekannt sind. Die Schmerzen sind sehr charakteristisch und nicht viele andere Krankheiten weisen die gleichen Symptome auf. Allerdings müssen Ärzte eine Urinuntersuchung und Röntgenaufnahmen durchführen, um die Diagnose abzurunden.

Die endgültige Diagnose wird mit einem Nieren- und Blasenultraschall erreicht, bei dem in den allermeisten Fällen das Vorhandensein der Blockade und, im Fall von Nierensteinen, deren Größe festgestellt wird. Nur sehr unklare Krankheitsbilder erfordern eine Tomografie.

Sobald die Diagnose gestellt ist, basiert die Behandlung auf einer Analgesie. Die Priorität liegt darin, die Schmerzen des Patienten zu mildern. Zu diesem Zweck verschreiben Ärzte entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente. Diese können oral oder intramuskulär verabreicht werden. Wenn die Schmerzen zu stark sind oder der Patient erbricht, wählen Ärzte den intravenösen Weg.

Die Behandlung nach dem Schmerz

Sobald der Schmerz nachgelassen hat, ist der nächste Schritt die Auflösung der Verstopfung. Wenn es sich um eine Erkrankung handelt, die eine Operation erfordert, werden die Ärzte diese vorzeitig einleiten. Handelt es sich jedoch um Nierensteine, gibt es verschiedene therapeutische Möglichkeiten:

  • Hydratation: Wenn der Patient kleine Steine hat, ist es besser, auf eine spontane Ausscheidung zu warten. Den Prozess kann der Patient unterstützen, indem er viel Flüssigkeit zu sich nimmt.
  • Stoßwellenlithotripsie: Bei diesem Verfahren werden die Steine mithilfe von äußeren Druckwellen aufgebrochen, sodass sie wie Sand mit dem Urin ausgeschieden werden können.
  • Ureteroskopie: Dies ist die chirurgische Entfernung von größeren Steinen. Die Ärzte führen ein Gerät endoskopisch durch die Harnwege ein, sodass sie die Steine entfernen können.
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