Mögliche Ursachen für Nierenschmerzen

Die Ursachen für Nierenschmerzen sind vielseitig, deshalb ist ein Arztbesuch sehr wichtig, um diesen auf die Spur zu gehen. Nierenprobleme müssen frühest möglich behandelt werden, um ernste Konsequenzen zu vermeiden. 
Mögliche Ursachen für Nierenschmerzen
Leonardo Biolatto

Geprüft und freigegeben von dem Facharzt Leonardo Biolatto.

Geschrieben von Edith Sánchez

Letzte Aktualisierung: 11. November 2022

Nierenschmerzen sind Anzeichen für verschiedene Krankheiten, treten jedoch relativ selten auf. Wenn es dazu kommt, müssen jedoch die genauen Ursachen diagnostiziert werden, denn es könnte sich um eine ernste Situation handeln.

Viele glauben, dass Kälte im Bereich der Nieren Schmerzen verursachen kann. Doch dies ist nicht der Fall. Fälschlicherweise verwechseln auch viele Nierenschmerzen mit Rückenschmerzen, da sich die Nieren im oberen, hinteren Bauchbereich befinden.

Erfahre heute Wissenswertes über mögliche Ursachen für Nierenschmerzen und wie diese zu erkennen sind.

Wie entstehen Nierenschmerzen?

Wie entstehen Nierenschmerzen?

Die Nieren sind lebenswichtige Organe, die für die Reinigung des Blutes zuständig sind und dem Organismus überschüssige Flüssigkeit, Giftstoffe und Salze entziehen. Sie filtern täglich rund 190 Liter Flüssigkeit und scheiden ungefähr 2 Liter in Form von Urin aus dem Körper aus.

Wie bereits erwähnt, befinden sich die Nieren im oberen, hinteren Bauchbereich, direkt unter den Rippen und seitlich der Wirbelsäule. Nierenschmerzen äußern sich als Flankenschmerzen im unteren Rückenbereich auf beiden Seiten. Die Schmerzen können auch nur einseitig auftreten, dürfen jedoch nicht mit Rückenschmerzen verwechselt werden.

Viele Nierenkrankheiten verlaufen lange asymptomatisch, bis sie ernste Ausmaße annehmen. Mögliche Ursachen sind Nierensteine, Krebs oder verschiedene andere Krankheiten. Wir sehen uns anschließend die möglichen Auslöser etwas genauer an.

Nierenschmerzen durch Nierensteine

Nierensteine können zu intensiven Schmerzen oder Nierenkoliken führen. Sie bilden sich aus Salzablagerungen im Harn und können die Größe eines Sandkorns oder auch einer Perle erreichen.

Wenn die Steine sehr klein sind, bewegen sie sich frei im Harntrakt und können in der Regel ohne jegliche Symptome ausgeschieden werden. Doch wenn sie eine bestimmte Größe erreichen, sind die krampfhaften Schmerzen oft sehr intensiv und äußeren sich im unteren Rückenbereich oder auch im Bauchbereich. Bei Bewegungen verschlimmern sich die Beschwerden.

Oft treten die Schmerzen auf einer Seite auf, wandern jedoch mit der Zeit bis in die Leistengegend oder den Intimbereich. Die Beschwerden werden durch die Veränderung der Position nicht geringer. Außerdem werden sie häufig von Übelkeit, Erbrechen und Brennen beim Harnlassen begleitet.

Nierenschmerzen durch eine Infektion 

Nierenschmerzen durch eine Infektion 

Auch bei einer Infektion können Nierenschmerzen entstehen. Meist beginnen die Beschwerden in der Harnröhre oder der Blase und führen dann zu einer NierenentzündungBei einer frühzeitigen und adäquaten Behandlung ist die Prognose im Normalfall gut. Doch wenn diese nicht gegeben ist, können bleibende Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen die Folge sein. Dies ist lebensgefährlich!

Eines der Symptome sind intensive und anhaltende Schmerzen im Rückenbereich. Dazu kommt Brennen beim Harnlassen. Außerdem spüren Patienten häufigen Harndrang und der Harn weist einen intensiven Geruch auf. Nicht selten kommt es zudem zu Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schüttelfrost.

Polyzystische Nierenerkrankung

Diese Krankheit verläuft asymptomatisch, bis die Zysten eine bestimmte Größe erreichen. Sobald dies der Fall ist, entstehen starke Rücken- und/oder Flankenschmerzen im unteren Rückenbereich. Außerdem kommt es häufig auch zu Kopfschmerzen und Blut im Harn.

Es handelt sich um eine Erbkrankheit, bei der es zur Bildung flüssigkeitsgefüllter Hohlräume (Zysten) kommt, die sich vergrößern und die Funktionstüchtigkeit des Organs beeinträchtigen können. Sie führen nicht nur zu Schmerzen, sondern können auch Nierensteine und häufige Entzündungen auslösen. 

Andere Ursachen schmerzende Nieren

Die Nieren können auch aufgrund einer Hydrophrenose entstehen. Es handelt sich hierbei um eine pathologische Erweiterung des Nierenbeckens und der Nierenkelche, die durch eine Harnabflusstörung ausgelöst wird. Dadurch kommt es zu starken Rückenschmerzen, Blut im Harn und Fieber.

Die Schmerzen können auch durch eine Thrombose in den Nierenvenen entstehen. Hier handelt es sich um ein ernstes Problem, das intensive Rückenschmerzen im hinteren Bereich der untersten Rippen und im Hüftbereich auslöst. 

Verletzungen und Schläge im Bereich der Nieren können ebenfalls Schmerzen auslösen. Häufig kommt es dazu außerdem während der Schwangerschaft. Denn das schwere Gewicht des Bauches belastet die Wirbelsäule und löst verschiedene Veränderungen aus.

Einseitige Rücken- und Bauchschmerzen, die gleichzeitig von einer Hämaturie (vermehrtes Vorkommen roter Blutkörperchen) begleitet werden, könnten ein Anzeichen für Nierenkrebs sein.

Sollten Beschwerden auftreten, ist des deshalb grundlegend, den Ursachen auf den Grund zu gehen und eine ärztliche Diagnose stellen zu lassen, um schnellstmöglich eine entsprechende Behandlung einleiten zu können. 


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