Nächtliche Angstzustände: Symptome, Ursachen und Behandlung

17 Dezember, 2020
Heute möchten wir auf das Thema nächtliche Angstzustände eingehen, ein Problem, das es den Betroffen schwer macht, Schlaf zu finden.

Probleme beim Einschlafen, kreisende Gedanken und Sorgen, Schweißausbrüche, erhöhte Herzfrequenz, Erstickungsgefühl… Nächtliche Angstzustände kommen viel häufiger vor, als du dir vielleicht denkst. Tatsächlich sind sie so präsent, dass sie hinter der wiederkehrenden Schlaflosigkeit stecken könnten, die deine Lebensqualität beeinträchtigt.

Es ist wichtig zu wissen, dass ein erheblicher Teil von Schlafstörungen in direktem Zusammenhang mit Angstzuständen steht. Wenn es also auf die Nacht zugeht und du dich nach einem erholsamen Schlaf sehnst, erreichst du womöglich allzu oft das genaue Gegenteil.

Verschiedene Zustände, wie beispielsweise die generalisierte Angststörung oder auch das posttraumatische Stresssyndrom, sind somit eindeutige Auslöser der Schlafprobleme. Darüber hinaus passiert meist Folgendes: Die Nervosität und die Angst nehmen zu, wenn die Nacht anbricht.

Wir verinnerlichen einen Großteil der physiologischen und emotionalen Erregung, die wir während des Tages ansammeln, in einen Zustand nächtlicher Hyperaktivität. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Angstanfälle häufig am frühen Morgen auftreten.

Nächtliche Angstzustände können mit wiederkehrender Schlaflosigkeit in Verbindung stehen
Nächtliche Angstzustände können mit wiederkehrender Schlaflosigkeit in Verbindung stehen, die die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt.

Nächtliche Angstzustände: Die versteckte Manifestation eines Problems

Wir definieren nächtliche Angst als einen Zustand der Hyperaktivität und Alarmbereitschaft, der deine Ruhephase während der Nacht beeinflusst. Diese Veränderung tritt häufig bei Menschen auf, die monatelang unter Gefühlen der Sorge, Unruhe und Angst leiden.

Gleichzeitig ist es üblich, in diesen Situationen Veränderungen in unseren Schlafzyklen festzustellen. Ebenso ist es üblich, nachts ins Bett zu gehen und sich im Labyrinth der Gedanken zu verlieren, was wiederum den Kreislauf der Angst nährt.

Es wird dich daher nicht überraschen, dass ein großer Teil der an Schlaflosigkeit leidenden Menschen oft ausgeprägte Angstzustände aufweist, die häufig unbehandelt bleiben.

Wir können uns diesbezüglich die Studien, die Doktor Luc Staner vom Rouffach Hospital (Maryland, USA) durchführte, ansehen. Seine Untersuchungen zeigen, dass die Verbreitung von Angstzuständen bei Menschen mit Schlafstörungen zwischen 24 % und 36 % liegen könnte.

Diese Zahl ist hoch genug, um die Ernsthaftigkeit des Problems zu reflektieren. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass eine andauernde schlechte Nachtruhe zur Entwicklung verschiedener Krankheiten beitragen kann.

Was sind die Symptome der nächtlichen Unruhe?

Eines der Hauptsymptome bei nächtlichen Angstzuständen ist die Hyperaktivität. Der Verstand lässt sich von Sorgen mitreißen, der Körper ist erschöpft und angespannt, so wie wenn er sich für eine Flucht oder einen Sprint vorbereiten würde.

Darüber hinaus treten auch folgende Anzeichen häufig auf:

  1. Es ist üblich, dass Menschen Herzrasen, Druck in der Brust und ein Gefühl des Ertrinkens erleben.
  2. Kopfschmerzen oder Stiche in den Schläfen sind ebenfalls nicht unüblich.
  3. Es kann Stunden dauern, bis die Person einschläft, und wenn sie es endlich tut, wacht sie dennoch häufig wieder auf.
  4. Nächtliche Angst beinhaltet das Gefühl, sich nicht ausgeruht zu haben. Das liegt daran, dass es den Betroffenen schwerfällt, die REM-Phase (Rapid Eye Movement) des Schlafzyklus zu erreichen. Der REM-Schlaf ist jedoch wichtig, wenn es darum geht, tief zu schlafen und in der Lage zu sein, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Zum Beispiel die Verarbeitung von Informationen, das Lernen und die Konsolidierung des Gedächtnisses.
  5. Der Mangel an REM-Schlaf verstärkt die emotionale Belastung weiter, was die Angst erhöht. Dabei ist ein wichtiges Detail zu beachten: Wenn die Störung ein hohes Niveau erreicht, kann die Person eine Panikattacke erleiden.

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Was sind die Ursachen für nächtliche Angstzustände?

Mariano Chóliz, Professor an der Universität von Valencia, hat eine interessante Forschungsarbeit über Angstzustände und Schlafstörungen durchgeführt. Darin spricht er über die sogenannte Monroe-Hypothese (Monroe, 1967). Nach diesem Ansatz könnte der Ursprung der nächtlichen Angst mit Folgendem zusammenhängen:

  • Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, zeichnen sich durch einen höheren Grad an physiologischer Aktivierung (einer Erregung, gemäß dem in der neuronalen Physiologie verwendeten Fachbegriff) aus. Sie leiden unter einer höheren Atemfrequenz, einer höheren Körpertemperatur sowie einer stärkeren Muskelspannung.
  • Zu dieser Symptomatik kommen ebenfalls noch kognitive Faktoren (negative Gedanken und Sorgen) und die Emotionen (Angst, Furcht) hinzu. All dies erzeugt diese symptomatische Triangulation, die die nächtliche Angst verstärkt.
Nächtliche Angstzustände sorgen für Schlaflosigkeit

Wie sieht die Behandlung nächtlicher Angstzustände aus?

Angstzustände und die damit verbundene Schlaflosigkeit sind nur Symptome eines tiefer liegenden Problems. Daher ergibt es keinen Sinn, auf entspannende Infusionen oder sogar Medikamente, die beim Einschlafen helfen sollen, zurückzugreifen, ohne den Ursprung der Störung zu behandeln.

Hypnotische oder schlaffördernde Medikamente lassen uns einschlafen, aber sie sind nicht die Lösung. Was also ist die effektivste Strategie? Die psychologische Therapie ist ein Ansatz, um entweder den Auslöser der Situation anzugehen oder um uns Fähigkeiten anzubieten, mit denen wir unsere Lebensqualität verbessern können.

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Dinge, die du berücksichtigen solltest, um deine nächtliche Angst zu verringern:

  • Identifiziere die Umgebung, die Lebensgewohnheiten und die Situationen, die in dieser Situation eine Rolle spielen könnten.
  • Besuche einen Arzt, der eine Diagnose stellen kann: Ein Spezialist muss feststellen, unter welcher Art von Angst der Patient leidet.
  • Im Durchschnitt ist in diesen Fällen eine kognitive Verhaltenstherapie am besten geeignet.
  • Es ist wiederum notwendig, in deiner Routine immer die gleichen Zeitpläne einzuhalten. Mit anderen Worten, du solltest jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen.
  • Entspannungs- und Atemübungen sind ebenfalls eine gute Idee.
  • Darüber hinaus empfehlen Experten, die Verwendung von Mobiltelefonen, Computern und anderen elektronischen Geräten zwei Stunden vor dem Schlafengehen einzuschränken.
  • Vermeide es, vor dem Schlafengehen zuckerhaltige Lebensmittel zu essen, da dies die Gehirnaktivierung durch die aufgenommene Glukose fördern kann.

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Lass die nächtliche Angst nicht fortschreiten

Schließlich gibt es noch einen letzten Aspekt zu beachten; es ist niemals eine gute Idee, diese Situationen andauern zu lassen. Wenn du deine nächtliche Angst und Schlaflosigkeit nicht behandeln lässt, führt dies zu schädlichen Veränderungen in deinem Körper. Der Zustand wird deine Gesundheit und deine Lebensqualität ernsthaft beeinträchtigen.

Wende dich daher so schnell wie möglich an einen Spezialisten, um dein Schlafverhalten wieder zu normalisieren und die Ruhe zu erhalten, die du so dringend benötigst.

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