Mobbing unter Kindern: Anzeichen, Arten und notwendige Gegenmaßnahmen

5 Juni, 2019
Mobbing unter Kindern stellt ein sehr großes Problem dar, da die Opfer so jung sind. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass du dieses Thema nicht beschönigst oder es gar ignorierst. Wir sagen dir, wie du die Anzeichen erkennen kannst und welche Maßnahmen du ergreifen solltest, wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind gemobbt wird.

Leider ist Mobbing unter Kindern ein sehr ernstes und immer häufigeres Problem. Daher solltest du dich mit diesem Thema rechtzeitig beschäftigen. Dadurch wirst du dann in der Lage sein, schneller und angemessen zu reagieren, sollte dein Kind von diesem schwerwiegenden Problem betroffen sein.

Der Fokus liegt üblicherweise auf dem Mobbing-Opfer. Allerdings ist es sehr empfehlenswert, dass ihr als Eltern bereits vorbeugende Maßnahmen trefft, die euch auf eine solche Situation vorbereiten.

Dadurch seid ihr dann besser informiert und wisst, wie ihr euch im Ernstfall verhalten solltet. Außerdem ist es gleichermaßen wichtig, sich auch mit dem Mobber selber zu befassen.

Obwohl Mobbing unter Kindern natürlich immer eine ausgesprochen unangenehme Situation ist, solltest du stets daran denken, dass es niemals nur ein Opfer gibt. In den meisten Fällen war der Mobber selber das Opfer von Mobbing.

Aufgrund dieser eigenen Erfahrung wiederholen viele Opfer dieses Verhalten und fügen ihrem Opfer Schmerzen zu, um so den eigenen Schmerz loszuwerden.

Dadurch erhoffen sie sich, selber wieder das Gefühl von Macht und Sicherheit zu erlangen. Wenn du diese Systematik verstehst, dann kann dir das bei der Lösung des Problems hilfreich sein. Eine Lösung wird sich sicherlich nicht über Nacht ergeben, aber auf lange Sicht wird dir das sicher helfen.

Mobbing unter Kindern: wer ist daran beteiligt?

Kinder, die von anderen gemobbt werden, sind in den allermeisten Fällen Opfer einer oder mehrerer Personen, die ein geringes Selbstwertgefühl haben. Außerdem gibt es oft noch weitere, dahinter liegende Motive für derartige Angriffe.

Hinter der Fassade und der Maske, die Stärke ausstrahlen soll und meist auch viel Wut und Zorn birgt, suchen die Täter selber nur eines: die Akzeptanz von anderen, die sie als stärker empfinden. Außerdem wollen sie Situationen kontrollieren, weil ihnen das ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.

Der Grund hierfür liegt in einem Mangel in ihrem eigenen Leben, sei es an Zuneigung, Akzeptanz oder Liebe. Die Gründe sind vielfältig und den Mobbern in den seltensten Fällen bewusst oder bekannt.

Mobbing unter Kindern - Mädchen

Aber natürlich ist die Situation für das Opfer gleichermaßen schlimm. Wenn dein Kind gemobbt wird, dann lebt es in einer ständigen Angst und dem Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht.

Oftmals entwickeln die Kinder auch Angststörungen, weil sie keinen anderen Ausweg aus dieser Situation sehen. Vielleicht hat auch dein Kind bereits versucht, sich aus dieser Situation zu befreien und war dabei nicht erfolgreich.

Dadurch verstärkt sich das Gefühl der eigenen Ohnmacht und dein Kind fühlt sich noch schlechter als schon zuvor.

Jedes Kind, auch deines, kann Opfer von Mobbing in der Schule werden, das solltest du dir stets vor Augen halten. Allerdings ist es dennoch sehr erstaunlich, dass Mobbing oftmals geheim gehalten wird.

Die Betroffenen schämen sich oder haben Angst vor weiteren Repressalien. Außerdem fürchten sie häufig, dass ihnen niemand glauben oder zuhören wird. Meist haben sie selber schon einige erfolglose Versuche unternommen, die Situation zu lösen.

Lies auch diesen Artikel:

6 emotionale Verletzungen aus der Kindheit

Arten von Mobbing unter Kindern

  • Physisch: Der Mobber greift das Kind körperlich an und übt Gewalt aus. Diese kann von einem kleinen Stoß bis hin zu schweren Schlägen führen.
  • Verbal: Bei dieser Art des Mobbings wird das Opfer verlacht, verhöhnt, mit Schimpfnamen tituliert und in ähnlicher Weise verbal drangsaliert. Erpressung und Manipulation sind ebenfalls Formen von verbalem Mobbing.
  • Sozial: Das soziale Mobbing äußerst sich durch Ausgrenzung einzelner Kinder oder auch durch Einschüchterung. Dadurch wird das Opfer durch den Mobber vom Rest der Gruppe isoliert.
  • Cyber: Beim Cyber-Mobbing wird das Opfer in sozialen Netzwerken beleidigt oder bedroht. Üblicherweise übt der Mobber durch Einschüchterung und Erpressung Druck auf das Opfer aus. Oftmals benutzt er auch peinliche Photos oder Videos, mit denen er dein Kind einschüchtert und verängstigt.
  • Sexuell: Obwohl diese Art des Mobbing unter Kindern nicht so häufig vorkommt, solltest du auch diese Form sehr ernst nehmen. Wie der Name schon sagt, besteht sexuelles Mobbing darin, dass die persönlichen Grenzen deines Kindes in Bezug auf seine Sexualität überschritten werden.

Warnhinweise und Anzeichen

  • Veränderungen der Schulleistungen deines Kindes
  • Physische Anzeichen von Gewalt oder Aggressivität, die du bei deinem Kind bemerkst
  • Auftreten von psychologischen Störungen
  • Emotionale Veränderungen
  • Isolation

Mobbing unter Kindern - Junge

Darum ist es so wichtig, dass du Mobbing unter Kindern nicht ignorierst

Sobald dein Kind mehr als einmal drangsaliert und gemobbt wurde, solltest du aufmerksam werden. Wenn diese Situation andauert, dann solltest du etwas dagegen unternehmen.

Dennoch gibt es Eltern, die dazu neigen, diese Situationen zu verharmlosen und ihnen keine große Bedeutung zuzumessen. Auf Grund der Schwere der Folgen von Mobbing solltest du unbedingt frühzeitig mit deinem Kind sprechen.

Gib ihm das Gefühl, dass du für dein Kind da bist und vermeide es auf jeden Fall, ihm die Schuld für die Situation zu geben. Alles, was dein Kind in dieser Situation braucht, ist das Gefühl, dass du zu ihm hältst und dass es nicht alleine ist.

Sprich mit deinem Kind und vermittle ihm das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Außerdem solltest du natürlich unbedingt die Schule aufsuchen und die Angelegenheit mit den Lehrern und dem Schuldirektor besprechen. Gemeinsam könnt ihr dann eine Strategie ausarbeiten, wie ihr die Situation am besten lösen könnt. Sobald die Lehrer über das Mobbing unter Kindern im Bilde sind, können sie die Situation beobachten und, wann immer erforderlich, eingreifen und die Situation deeskalieren.

Lies auch diesen Artikel:

Ist dein Kind in der Schule ein Opfer von Mobbing?

Abschließende Gedanken

Wenn du die Einstellung haben solltest, dass sich dein Kind selber wehren soll oder dass es deine Hilfe und Unterstützung gar nicht benötigt, dann solltest du dir darüber im Klaren sein, was du deinem Kind damit antust.

Denn dadurch entziehst du ihm die unbedingt notwendige Unterstützung und deinen Beistand in dieser schwierigen Situation. Statt dessen solltest du an dein Kind glauben und ihm dabei Unterstützung geben, wie es gesunde Verhaltensweisen erlernen kann, um sich langfristig vor solchen Attacken zu schützen. Aber natürlich musst du stets eingreifen, wenn es die Lage erfordert.

Wenn dein Kind selber ein Mobber ist, dann ist es unbedingt erforderlich, dass du gemeinsam mit deinem Kind herausfindest, was genau ihm zuhause fehlt.

Oftmals ist es notwendig, dass du einen Kinderpsychologen aufsuchst, der euch professionell bei der Aufarbeitung helfen kann. Es ist sehr wichtig, dass du deinem Kind unmissverständlich klar machst, dass sein Verhalten inakzeptabel ist. Und auch, dass sich keine eigenen Probleme dadurch lösen lassen, dass es anderen Kindern Schaden und Leid zufügt.