Magengeschwüre und Helicobacter pylori

Das Bakterium Helicobacter pylori wird in über 90 % der Fälle von Magengeschwüren gefunden. Es kann durch kontaminierte Lebensmittel und Wasser übertragen werden. Finde hier heraus, was du darüber wissen musst!
Magengeschwüre und Helicobacter pylori

Geschrieben von María Vijande

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Magengeschwüre sind eine Art von Läsion, die die gastroduodenale Schleimhaut betrifft. Obwohl die Häufigkeit dieser Geschwüre abnimmt, ist noch immer ein großer Teil der Bevölkerung davon betroffen.

In mehr als 90 % aller Fälle von Magengeschwüren wird das Bakterium Helicobacter pylori nachgewiesen. Dabei handelt es sich um eine Bakterienart, die Infektionen im Magen verursacht.

Ungefähr zwei Drittel der Weltbevölkerung tragen dieses Bakterium in sich, das sich durch kontaminierte Lebensmittel und Wasser verbreiten kann.

Ursachen von Magengeschwüren

Magengeschwüre

Ein Ungleichgewicht zwischen aggressiven Faktoren und Schutzmechanismen der gastroduodenalen Schleimhaut verursacht die meisten Geschwüre. Dieses Ungleichgewicht ist sekundär zu einer Helicobacter pylori Infektion oder der Einnahme von nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAIDs).

Im Fall eines Magengeschwürs mit Befall von Helicobacter kann die Ausrottung des Bakteriums Rückfälle verhindern. Allerdings entwickeln nur 10 bis 20 % der Menschen, die mit Helicobacter pylori infiziert sind, jemals ein Magengeschwür.

Bei einer dauerhaften Einnahme von NSAIDs entwickeln 50 % der Betroffenen oberflächliche Magengeschwüre. In diesen Fällen sind die Geschwüre meist asymptomatisch.

Die Risikofaktoren für Magengeschwüre bei der Einnahme von NSAIDs sind:

  • Vorgeschichte von Magengeschwüren
  • Alter (älter als 60 Jahre)
  • Die Verwendung von Antikoagulantien oder Kortikosteroiden
  • Hohe Mengen an NSAIDs
  • Infektion mit Helicobacter pylori

Es gibt keine Studien, die belegen, dass Rauchen, Stress oder die Ernährung Faktoren sind, die Magengeschwüre auslösen. Allerdings scheint das Rauchen den Heilungsprozess von Magengeschwüren negativ zu beeinflussen.

Magengeschwüre: Symptome und Diagnose

Die meisten Menschen, die von einem Magengeschwür betroffen sind, weisen die Symptome einer Dyspepsie auf. Wenn Patienten also Dyspepsie-Symptome aufweisen, vermuten Ärzte ein Geschwür. Zu den Symptomen gehören epigastrische Schmerzen bei leerem Magen, die mit Essen oder Antazida abklingen.

Informationen über den Lebensstil, medikamentöse Behandlungen und die persönliche Krankengeschichte sind wichtig für die Diagnose.

Bei manchen Menschen kommt es zum gleichzeitigen Auftreten eines Geschwürs und einer gastroösophagealen Refluxkrankheit, was die Diagnose erschweren kann. Der zuverlässigste und spezifischste Test, um das Vorhandensein eines Geschwürs zu bestätigen, ist die Magenspiegelung (Gastroskopie).

Magengeschwüre: Behandlungsmöglichkeiten

Magengeschwüre

Die Ziele der Behandlung sind die Linderung der Symptome, die Heilung des Geschwürs und die Vermeidung von Komplikationen. Außerdem ist es eine gute Idee, einige Hygiene- und Ernährungsmaßnahmen zu befolgen, wie z.B. die folgenden:

  • Vermeide den Konsum von NSAIDs
  • Nichts essen oder trinken, was die Symptome verursacht
  • Nicht rauchen, da Tabak die Heilung des Geschwürs verzögert und
  • Rückfälle verstärkt

Erfahre hier, was die Anzeichen für ein Magengeschwür sind.

Antisekretorische Behandlung

Protonenpumpenhemmer (PPIs) sind derzeit die Medikamente, die am besten zur Heilung der Schleimhäute beitragen. Du solltest sie jedoch nur einnehmen, wenn dein Arzt dazu rät.

Sie sollten vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Außerdem haben einige Studien gezeigt, dass die Einnahme am Morgen effektiver ist als spät am Tag. Protonenpumpenhemmer brauchen 3 bis 5 Tage, um ihre maximale Wirkung zu entfalten. Allerdings gibt es Unterschiede bei der Reaktion des Leberstoffwechsels auf das Medikament.

Die Dauer der Behandlung hängt von der Lage des Geschwürs ab. Bei Zwölffingerdarmgeschwüren dauert sie 4, bei Magengeschwüren zwischen 6 und 8 Wochen.

Ausrottung des Helicobacter pylori

Die Ausrottung der Bakterien führt zur Heilung des Geschwürs. Auch langfristige Komplikationen des Geschwürs werden reduziert.

Die erste Wahl bei der Eradikationsbehandlung ist die Verabreichung von Antibiotika (insbesondere Clarithromycin, Amoxicillin und Metronidazol) und einem PPI für mindestens zehn Tage.

Bei Patienten, die allergisch auf Penicillin reagieren, werden meist PPIs, Clarithromycin und Metronidazol für mindestens 10 Tage eingesetzt.

Empfehlungen für die Einnahme von NSAIDs bei Magengeschwüren

Wenn Risikofaktoren für Magengeschwüre bestehen, ist es ratsam, die folgenden Empfehlungen zu berücksichtigen, bevor man NSAIDs einnimmt:

  • Lies die Anwendungshinweise: Wenn die gewünschte Wirkung eine Schmerzlinderung oder Fiebersenkung ist, solltest du stattdessen lieber Paracetamol einnehmen.
  • Nimm immer die kleinstmögliche Dosis von NSAIDs ein und wähle zudem die am wenigsten toxische.
  • Vermeide die gleichzeitige Einnahme von NSAIDs, Kortikoiden und Antikoagulantien.

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