Lichtempfindlichkeit durch Arzneimittel

11 August, 2020
Schätzungsweise können rund 3.000 Medikamente lichtempfindliche Reaktionen verursachen. Wir laden dich heute ein, mehr über dieses Thema zu erfahren.

Sehr häufig führen Arzneimittel zu Lichtempfindlichkeit. Schätzungsweise gibt es rund 3.000 Medikamente, die lichtempfindlich machen. Dabei kann es zu einer fototoxischen oder zu einer fotoallergischen Reaktion kommen.

Alle fototoxischen und fotoallergischen Reaktionen erfolgen durch Lichtempfindlichkeit, doch nicht jede lichtempfindliche Reaktion ist fototoxischer oder fotoallergischer Art. Es handelt sich um Hautreaktionen nach Sonnenexposition oder durch bestimmte Arzneimittel.

Im Sommer ist deshalb besondere Vorsicht geboten. Aus diesem Grund müssen sowohl Gesundheitsexperten als auch Patienten bestens darüber informiert sein, welche Arzneimittel welche Reaktionen auslösen könnten.

Lichtempfindlichkeit durch Arzneimittel

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine Hautreaktion, die durch die Sonnenbestrahlung oder verschiedene Chemikalien in Medikamenten ausgelöst wird.

Diese Chemikalien reagieren auf ein Lichtspektrum, das sich zwischen dem sichtbaren Licht und der ultravioletten Strahlung befindet. Es kann sich um den Wirkstoff selbst oder um andere in der Formulierung enthaltene Stoffe handeln.

Fotosensible Reaktionen repräsentieren 8 Prozent der Nebenwirkungen von Medikamenten. Zu den Risikofaktoren gehört die Pigmentierung der Haut. Je dunkler die Haut ist (mehr Pigmente), desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion.

Doch zusätzlich zur Pigmentation spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören folgende:

  • Patienten, die nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wegen chronischen Schmerzen erhalten
  • Krebspatienten, die mit Chemotherapie behandelt werden
  • Psychiatrisch kranke Menschen, die Phenothiazine erhalten
  • Patienten mit Bluthochdruck, die zur Behandlung Thiaziddiuretika erhalten
  • Ältere Menschen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem
Lichtempfindlichkeit durch Medikamente
Die Lichtempfindlichkeit durch Medikamente äußert sich mit ähnlichen Symptomen wie bei einem Sonnenbrand.

Was ist eine fototoxische Reaktion?

Wir haben bereits erwähnt, dass fototoxische Reaktionen in der Folge einer Lichtempfindlichkeit entstehen. Im Unterschied zu einer Fotoallergie handelt es sich um eine Reaktion, bei der das Immunsystem keine Rolle spielt. 

Rund 95 Prozent der durch Lichtempfindlichkeit verursachten Reaktionen nach der Einnahme von Arzneimitteln sind dieser Art. Wenige Minuten oder Stunden nach der Einnahme zeigen sich in diesem Fall meist folgende Symptome:

  • Erythem und Ödem
  • Blasen mit Juckreiz
  • Ähnliche Symptome wie bei einem Sonnenbrand

Diese Reaktionen sind bei oral verabreichten Arzneimitteln häufiger. Sie entstehen, da sich freie Radikale entwickeln, welche mit Sauerstoff reagieren, was hochreaktive und zellschädliche chemische Substanzen hervorbringt.

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Was ist eine fototallergische Reaktion?

Bei der fotoallergischen Reaktion kommt das Immunsystem ins Spiel. Dazu kommt es, wenn im Zusammenhang mit dem verabreichten Arzneimittel durch UV-Strahlung chemische Prozesse ausgelöst werden. Es entsteht dadurch eine andere chemische Substanz, die als Hapten bezeichnet wird. Es kommt in der Folge zu einer Reaktion mit den Proteinen der Haut, was wiederum eine Immunreaktion auslöst.

Zu den häufigsten Symptomen zählen die ekzematöse Entzündung (wenn das Medikament oral verabreicht wird) und ein Ausschlag, wenn die Verabreichung systemisch erfolgt.

Frau mit Lichtempfindlichkeit
Bei der fotoallergischen Reaktion spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle. Es entstehen Verletzungen ekzematöser Art.

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Welche Medikamente können eine Lichtempfindlichkeit auslösen?

Sehr viele Arzneimittel können die genannten Reaktionen zur Folge haben. Es lohnt sich deshalb, sich den Beipackzettel genau anzusehen, um gut informiert zu sein.

Wir haben eine kleine Liste zusammengestellt, doch es gibt viele weitere Medikamente, die lichtempfindliche Reaktionen auslösen können. Lasse dich am besten von deinem Arzt oder Apotheker beraten!

  • Antimikrobielle Medikamente, wie Tetracycline, Cephalosporine oder Medikamente gegen Tuberkulose
  • Kardiovaskuläre Arzneimittel: Thyazide, ACE-Hemmer oder Statine
  • Hypoglykämische Medikamente, die den Blutzuckerspiegel reduzieren
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
  • Retinoide
  • Psychopharmaka
  • Chemotherapie
  • Antihistaminika

Ausreichend Information über die Medikamente ist grundlegend

Du solltest dich immer gut über die möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten informieren. Lies den Beipackzettel und konsultiere deinen Arzt oder Apotheker. Fotosensible Reaktionen durch Arzneimittel treten sehr häufig auf, doch wenn du den Auslöser kennst, kannst du vorbeugen.