Kaufsucht: An diesen 4 Anzeichen kannst du sie erkennen

5 Oktober, 2020
Im Shoppingrausch finden viele kleine Glücksmomente, die sie bei anderen Aktivitäten nicht empfinden. Es handelt sich um eine Abhängigkeit, die eine rasche Behandlung erfordert, um ernste Konsequenzen im Leben der Betroffenen zu verhindern.

Die Kaufsucht oder Oniomanie ist eine Abhängigkeit, die das Leben der Betroffenen ruinieren kann. In Deutschland leiden rund fünf bis acht Prozent daran, allerdings wird diese Störung nicht offiziell als Krankheit anerkannt.

Der Shoppingrausch erzielt bei Betroffenen ähnliche Wirkungen wie andere Abhängigkeiten und führt zum Suchtverhalten, das sich der Kontrolle entzieht. Die Anzeichen zu erkennen, ist für die Betroffenen selbst nicht einfach, doch sie benötigen rasche Hilfe, um schwerwiegende Konsequenzen in ihrem Leben zu verhindern.

Kaufen, kaufen, kaufen… Menschen mit Kaufsucht sind daran zu erkennen, dass sie ständig alle möglichen Dinge kaufen, die sie eigentlich gar nicht benötigen. Neben Spielsucht und Bulimie handelt es sich um eine der häufigsten Abhängigkeiten, an der vor allem Personen zwischen 20 und 30 Jahren leiden.

Die meisten Betroffenen kaufen typische Konsumprodukte, die jedoch keinen offensichtlichen Nutzen haben. Sie lassen sich von Werbeanzeigen leiten, ohne jedoch ihre eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Wir alle kaufen Dinge, um unseren täglichen Bedarf zu decken und gönnen uns ab und zu auch etwas Besonderes. Doch Menschen mit Kaufsucht sind nicht mehr fähig, ihr Kaufverhalten zu kontrollieren. Sie sind frustriert, wenn sie nicht haben, was sie wollen und haben zum Teil auch Schuldgefühle, wenn sie viel Geld ausgeben. Allerdings kann sie das nicht daran hindern, ihren Kaufrausch erneut zu erleben.

Wir leben in einer oberflächlichen Konsumgesellschaft, das ist richtig. Doch dies bedeutet nicht, dass wir alle automatisch kaufsüchtig sind. Wir sprechen von einer Störung, die eine entsprechende Behandlung erfordert. Es konnte beobachtet werden, dass Personen mit einer geringen Frustrationstoleranz und einem schlecht ausgeprägten Selbstwertgefühl anfälliger sind, eine Kaufsucht zu entwickeln.

Kaufsucht: Welches Profil ist besonders in Gefahr?

Jeder kann kaufsüchtig werden, allerdings konnten Wissenschaftler ein konkretes Profil definieren, das besonders gefährdet ist, diesem Suchtverhalten zu verfallen. Im Allgemeinen handelt es sich meist um junge Frauen, die Zugang zu Internet haben.

Man geht davon aus, dass in Industrieländern bedeutend mehr Frauen als Männer an diesem Problem leiden. Frauen nehmen sich außerdem viel mehr Zeit bei der Auswahl der Produkte und tätigen den Kauf nicht sofort, wie dies oft bei Männern der Fall ist.

Das Internet hat die Kaufgewohnheiten vieler Menschen verändert und gleichzeitig die Kaufsucht gefördert. Es ist so einfach, unzählige Online-Shops bequem von zu Hause aus zu durchstöbern, Angebote zu suchen und vorteilhafte Versandoptionen zu finden. Diese Annehmlichkeiten erleichtern den Shoppingrausch auf Knopfdruck.
Es gibt zwar auch Kaufsüchtige, die traditionelle, physische Geschäfte bevorzugen, doch die meisten erleben das gestörte Kaufverhalten online. Denn dadurch bleiben sie anonym und es besteht auch keine Gefahr, dabei ertappt zu werden.
Frau mit Kaufsucht
Internet hat das Kaufverhalten sehr stark verändert und fördert die anonyme Kaufsucht.

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Anzeichen, die auf eine Kaufsucht hinweisen

Verschiedene Anzeichen und Verhaltensmuster weisen auf eine Kaufsucht hin. Wir nennen anschließend einige davon:

  • Der unkontrollierbare Wunsch, Dinge zu kaufen: Die Sucht treibt dich regelmäßig dazu, etwas zu shoppen. Du möchtest etwas Neues und zwar möglichst rasch. Du fühlst dich nervös und regelrecht dazu gezwungen, etwas zu kaufen.
  • Kontrollverlust: Ein charakteristisches Anzeichen ist, dass Betroffene keine Kontrolle mehr über ihr Verhalten haben. Dies ist bei jedem Suchtverhalten der Fall, auch bei der Kaufsucht. Du kannst nicht stoppen, auch der Preis spielt in diesem Augenblick nur eine zweitrangige Rolle.
  • Der Shoppingrausch bestimmt das Leben: Die verschiedenen Lebensbereiche werden von der Sucht bestimmt. Einkaufen ist keine Aktivität, die auf eine bestimmte Zeit begrenzt ist. Die Kaufsucht beeinträchtigt dein familiäres, berufliches und soziales Leben.
  • Frustration, wenn Einkaufen nicht möglich ist. Du wirst nervös und reizbar, wenn du nicht kaufen kannst, was du möchtest. Der dadurch entstehende Frust ist ein typisches Anzeichen für eine Kaufsucht. Der Drang, Dinge einzukaufen ist pathologisch.

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Behandlung einer Shoppingsucht

Es handelt sich um eine Sucht, die anderen sehr ähnlich ist und eine psychologische Therapie erfordert. Medikamente könnten dann gerechtfertigt sein, wenn es zusätzlich zu starken Anzeichen von Angst, Nervosität oder Depression kommt. In diesem Fall ist eine psychiatrische Untersuchung nötig.

In einer Psychotherapie kommen Entspannungstechniken und Methoden zur Verhaltensveränderung zum Einsatz. Das Ziel ist in diesem Fall, die Kontrolle über den Kaufimpuls zu erlangen und Situationen zu vermeiden, die es ermöglichen, in dieses Verhaltensmuster zu verfallen. 

Die kognitive Verhaltenstherapie versucht auch, den Ursachen dieses Verhaltens auf den Grund zu gehen. Allerdings muss sich die Betroffene Person über die Störung, an der sie leidet, bewusst sein und ein Tagebuch über Einkäufe, Ausgaben und Gefühle führen, die im Shoppingrausch entstehen.

In einer erfolgreichen Verhaltenstherapie sind auch nahestehende Personen sehr wichtig. Die betroffene Person kann einen Betreuer wählen, der ihr Geld verwaltet und sie bei Einkäufen, die tatsächlich notwendig sind, berät, um das Suchtverhalten unter Kontrolle zu bringen.

Frau mit Kaufsucht
Die Kaufsucht ist kein Spiel. Sie kann für die gesamte Familie sehr ernste Konsequenzen haben und sich auch auf das berufliche und soziale Umfeld sehr negativ auswirken.

Die Kaufsucht ist eine ernst zu nehmende Störung

Dieses Suchtverhalten muss ernst genommen werden, denn Betroffene geben oft viel mehr Geld aus, als sie tatsächlich haben, um kleine Glücksmomente im Shoppingrausch zu erleben. Sie benötigen professionelle Hilfe, denn es handelt sich um eine psychologische Störung mit zum Teil ernsten Folgen.

Die kognitive Verhaltenstherapie oder andere psychologische Therapien sind für Betroffene sehr hilfreich. Sie können damit ihr Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken und ernste berufliche, familiäre oder soziale Folgen verhindern.

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