Intraabdominale Abszesse: Was ist das?

20 Oktober, 2019
Intraabdominale Abszesse entstehen meist nach einer Operation, einem Bauchtrauma oder nach Erkrankungen, die mit einer Infektion oder einer Entzündung der Bauchhöhle einhergehen.

Intraabdominale Abszesse entstehen meist nach einer Operation, einem Bauchtrauma oder nach Erkrankungen, die mit einer Infektion oder einer Entzündung der Bauchhöhle einhergehen.

Genauer handelt es sich dabei um eitrige Ansammlungen im Inneren der Bauchhöhle. Sie können dort an jeder Stelle auftreten und sind die Folge von Entzündungen, speziell im Falle einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder eines Durchbruchs (Perforation).

Ursachen für intraabadominale Abszesse

Intraabdominale Abszesse

Einige der Ursachen für intrabadominale Abszesse sind:

  • durch entzündete Organe wie die Gallenblase oder den Blinddarm hervorgerufene Infektionen sowie durch einen Durchbruch des Dünn- oder Dickdarms
  • schwerwiegende Abdominaltraumata
  • Infektionen, die in der postoperativen Phase, also infolge einer Operation auftreten

Intraabdominale Abszesse: Symptome

Zu den häufigsten Symptomen zählen allgemeines Unwohlsein, Fieber und Bauchschmerzen. Gelegentlich lassen sich bei einer Tastuntersuchung Ansammlungen im Bauchbereich ausfindig machen.

Intraabdominale Abszesse können innerhalb einer Woche nach der Perforation oder der Peritonitis entstehen. Anders verhält es sich jedoch bei solchen, die das Ergebnis einer Operation sind: Diese können erst nach zwei bis drei Wochen und in seltenen Fällen nach mehreren Monaten auftreten.

Auch wenn die Symptome oftmals variieren, gehen die meisten Abszesse mit Fieber und Bauchschmerzen einher. Dabei können die Beschwerden leicht oder intensiv sein und von Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust begleitet werden.

Andere intraabdominale Abszesse, beispielsweise der sogenannte Douglas-Raum, können Durchfall hervorrufen. Zudem besteht aufgrund der Nähe zur Blase die Gefahr einer Pollakisurie, also dem dringenden und häufigen Wasserlassen.

Subphrenische Abszesse hingegen können Beschwerden im Brustbereich zur Folge haben, zum Beispiel einen unproduktiven Husten, Brustschmerzen und Atemnot. In der Regel schmerzt die vom Abszess betroffene Stelle beim Abtasten. Größere Abszesse können sich dabei wie eine Masse anfühlen.

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Formen intraabdominaler Abszesse

Intraabdominale Abszesse lassen sich in intraperitoneale, retroperitoneale und viszerale unterteilen. Viele dieser Abszesse entstehen nach einem Eingeweidebruch oder nach Darmkrebs.

Andere Formen treten infolge einer ausgeweiteten Infektion oder eines Krankheitsbildes wie einer Blinddarmentzündung, Divertikulitis, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Beckenentzündung, Morbus Crohn oder einer Störung auf, die eine generalisierte Bauchfellentzündung auslöst.

Ein weiterer wesentlicher Risikofaktor ist eine Bauchoperation, insbesondere des Verdauungsapparates. Das Bauchfell kann während des Eingriffs oder nach diesem verunreinigt werden.

Undrainierte Abszesse können Schädigungen in angrenzenden Strukturen und Gefäßen verursachen, wodurch Blutungen und Thrombosen denkbar sind.

Sie können auch bis in den Darm oder in das Bauchfell eindringen und dort eine Haut- oder Urogenitalfistel hervorrufen; ein Unterleibsabszess kann bis zum Oberschenkel reichen.

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Diagnose

Die Diagnose erfolgt mittels einer axialen Computertomografie. Diese Technik erlaubt es, den besten Weg für eine Behandlung und Drainage der Infektion zu finden.

Die Magnetresonanztomografie ist ein anderes bildgebendes Verfahren, das in manchen Situationen zur Anwendung kommt. Es gibt zwar auch einfachere Methoden wie den Ultraschall. Jedoch ist deren Bildqualität weniger gut.

Intraabdominale Abszesse: Behandlungsmöglichkeiten

intraabdominale Abszesse

Zur Behandlung werden Antibiotika verabreicht und eine perkutane oder chirurgische Drainage angewandt. Fast alle intraabdominalen Abszesse bedürfen einer Drainage, entweder mittels perkutanter oder chirurgischer Katheter.

Eine Drainage über einen Katheter kann sinnvoll sein, wenn die Abszesshöhlen groß sind und diese nicht die verunreinigten Organe sowie Brust- und Bauchfell durchläuft.

Weiterhin ist der Gebrauch einer Drainage angebracht, wenn der Ursprung der Infektion kontrolliert wird und der Eiter flüssig genug ist, um durch den Katheter zu zirkulieren.

Antibiotika können die Ausbreitung der Infektion über das Blut begrenzen und sollten sowohl vor als auch nach dem Eingriff verabreicht werden. Die Behandlung erfordert zudem Wirkstoffe gegen die Darmflora wie Gentamicin und Metronidazol.

Im Allgemeinen setzt sich die Behandlung somit aus einer Drainage des Eiters unter der Anwendung von Antibiotika zusammen. Die Drainage erfolgt dabei über die Haut und kann mittels bildgebender Verfahren wie des Ultraschalls durchgeführt werden. In schwerwiegenderen Fällen kann eine chirurgische Drainage notwendig sein.

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