Intimhygiene: Was du tun und lassen solltest

· 8 April, 2019
Eine angemessene Intimhygiene ist unerlässlich. Denn nur so kannst du Infektionen und andere mögliche Probleme wie Reizungen oder schlechte Gerüche vermeiden.

Deine Intimhygiene ist wirklich sehr wichtig. Denn von ihr hängt die Gesundheit deines Genitalbereichs ab. Eine angemessene Pflege deines Intimbereichs sorgt dafür, dass du nicht an den für Frauen typischen Infektionen und Beschwerden erkrankst.

Allerdings solltest du es dabei auch nicht übertreiben. Zu viel des Guten verwandelt sich schnell ins Gegenteil. Du solltest also nicht nachlässig mit deiner Intimhygiene sein. Aber eben auch nicht besessen davon.

Beide Extreme können negative Auswirkungen auf deinen Intimbereich haben. In diesem Artikel erklären wir dir, was du bei der Intimpflege und auch in deinem Alltag allgemein am besten tun und lassen solltest.

Mit diesen Tipps kannst du Krankheiten oder lästigen Infektionen vorbeugen.

Die besten Ratschläge für deine Intimhygiene

1. Verwende die richtige Seife

Frau mit zu eng sitzender Jeans

Zur Reinigung deines Intimbereichs wird empfohlen, eine Seife ohne Parabene und mit neutralem pH-Wert zu verwenden. Denn sehr starke Seifen können den Säuregehalt der Haut verändern und so Infektionen verursachen.

Für den Rest deines Körpers kannst du eine ganz normale Seife nehmen. Doch solltest du vermeiden, diese auch für deine Intimhygiene zu verwenden.

Heutzutage gibt es spezielle Seifen für weibliche Intimhygiene auf dem Markt. Am besten wählst du eine davon. Denn sie sind hautfreundlicher. Und sie eignen sich auch hervorragend zur Beseitigung von schlechtem Geruch.

2. Einmaliges Waschen ist ausreichend

Es ist ausreichend, deinen Intimbereich einmal täglich zu waschen. Dadurch kannst du ihn sauber und bakterienfrei halten. Denk daran, dass eine übertriebene Pflege auch den pH-Wert des Genitalbereichs verändern kann. Und das macht ihn anfälliger für Bakterien und Pilze.

Wenn du sexuell aktiv bist, ist zu empfehlen, deinen Intimbereich vor und nach dem Geschlechtsverkehr zu waschen. Beim Geschlechtsverkehr kannst du dich relativ leicht mit Bakterien anstecken.

Deshalb solltest du dafür sorgen, deinen Intimbereich danach so schnell wie möglich zu reinigen. So kannst du Harnwegsinfektionen wie beispielsweise eine Blasenentzündung vermeiden.

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3. Vermeide das Tragen von enger Kleidung

Zu eng sitzende Kleidung im Intimbereich kann zu Reizungen führen. Das ständige Reiben der Kleidung an der Vulva verursacht nicht nur ein unangenehmes Gefühl. Dadurch vermehrt sich auch die Schweißproduktion im Intimbereich. Dies wiederum führt zu erhöhtem Bakterienvorkommen sowie schlechten Geruch. Dies gilt insbesondere für enge Jeans.

Außerdem kann zu enge Kleidung durch das ständige Reiben auf der Haut kleine Verbrennungen oder winzige Wunden verursachen. Und diese können zu Infektionen führen.

Ein gewisses Bakterienvorkommen in der Scham ist ganz normal. Aber bei ständig feuchter Umgebung und anhaltender Reibung steigt das Infektionsrisiko.

4. Vermeide Vaginalspülungen

Vaginalspülungen sind für die Gesundheit von Frauen häufig eher kontraproduktiv. Die sporadische Anwendung solcher Spülungen ist nur auf ärztliche Verordnung hin ratsam.

Denn durch solche Spülungen verändert sich die Vaginalflora. Und dadurch steigt das Risiko von Infektionen. Daher ist es also besser, diese zu ermeiden. Denn dein Intimbereich ist sehr empfindlich und hat einen bestimmten pH-Wert. Jedes Produkt, das du bei deiner Intimhygiene anwendest, kann diesen verändern.

5. Beachte bei der Intimhygiene die korrekte Richtung

Wenn du auf der Toilette warst, solltest du darauf achten, in welcher Richtung du dich abwischst. Von hinten nach vorne oder von vorne nach hinten?

Zu empfehlen ist unbedingt die Wischbewegung von vorne nach hinten. Denn sonst besteht die Gefahr, dass du beim Reinigen deines Intimbereichs Bakterien vom After in deinen Schambereich und somit in die Harnwege ziehst.

Und dies wiederum kann zu Infektionen wie einer Blasenentzündung führen. Denn diese wird vor allem durch die E. Coli-Bakterien im Magen-Darm-Trakt verursacht. Sollte sich eine Blasenentzündung verkomplizieren, kann sie sogar die Nieren in Mitleidenschaft ziehen. Daher ist es also wichtig, dem durch eine gute Intimhygiene vorzubeugen.

6. Achte während deiner Periode auf die Intimhygiene

Es mag dir selbstverständlich vorkommen, aber es sei trotzdem erwähnt: Gerade während deiner Menstruation solltest du besonders sorgfältig bei der Intimpflege sein. Nicht nur wegen des schlechten Geruchs, der häufig mit der Periode einhergeht. Sondern auch, weil dann der Säuregehalt des Bereichs sinkt. Und das ist die ideale Voraussetzung für Infektionen.

Wie bereits erwähnt, ist es nicht notwendig, den Intimbereich mehrmals täglich zu waschen. Wichtig ist aber, dass du die Binden oder Tampons alle 4 oder 6 Stunden wechselst.

7. Verwende bei der Intimhygiene keine Schwämme

Du solltest es vermeiden, zur Pflege deiner Scham einen Schwamm zu verwenden. Denn Schwämme neigen dazu, eine Ansammlung von Bakterien zu sein. Und daher solltest du sie unbedingt vermeiden.

Darüber hinaus ist die Haut des Intimbereichs sehr empfindlich. Wenn du zu stark mit einem Schwamm reibst, kannst du dadurch Reizungen auslösen. Diese wiederum können zu Infektionen führen.

Besser ist es, deine Scham einfach mit der Hand zu waschen. Diese sollten natürlich sauber sein. Achte auch darauf, dir keine Verletzungen mit den Fingernägeln zuzufügen. Denn diese können ebenfalls Entzündungen hervorrufen.

Noch ein Lesetipp: 5 Hausmittel gegen unangenehme Gerüche im Intimbereich

8. Vorsicht beim Rasieren im Intimbereich

Rasieren vom Intimbereich

Beim Rasieren musst du besonders darauf achten, dass du dir dabei keine Verletzungen im Intimbereich zuziehst. Denn offene Wunden ziehen Bakterien an und können sich entzünden. Auch bei einer Enthaarung mit Wachs oder einer anderen Methode solltest du stets darauf bedacht sein, dass es zu keinen Reizungen kommt.

Auch wird empfohlen, die Schamhaare nicht vollständig zu entfernen. Denn gerade sie schützen vor vielen Bakterien. Ohne sie erhöht sich das Risiko, eine Infektion zu bekommen.

9. Trage Baumwollunterwäsche

Baumwollunterwäsche absorbiert Feuchtigkeit und ist luftdurchlässig. Dadurch sorgt sie dafür, dass dein Intimbereich kühl und bakterienfrei bleibt. Nylonunterwäsche ist hingegen nicht zu empfehlen. Denn diese verhindert eine angemessene Belüftung des Bereichs. Dadurch kann es zu vermehrter Bakterienbildung kommen.

Hast du schon mal schlechten Geruch in deinem Intimbereich bemerkt? Dieser rührt wahrscheinlich daher, dass deine Unterwäsche nicht aus Baumwolle, sondern aus Nylon oder anderen Materialien ist. Um die Entstehung von schlechten Gerüchen zu verhindern, ist es am besten, Feuchtigkeit im Intimbereich zu vermeiden.

Wenn du diese einfachen Tipps bei deiner Intimhygiene befolgst, wirst du ganz schnell merken: Du fühlst dich frischer, gesünder und du musst dich nicht mehr mit schlechten Geruch herumschlagen! Und du kannst Infektionen vorbeugen. Daher solltest du also besonders auf die Reinigung deines Intimbereichs achten.

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