Insulinpumpen zur Behandlung von Diabetes

Eine Insulinpumpe wird in der Regel zur Behandlung eines Diabetes mellitus Typ 1 eingesetzt. Diese Art der Behandlung wird vor allem für jene Patienten verwendet, die keine gute Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels erzielen. Erfahre im Folgenden, wie die Insulinpumpen funktionieren.
Insulinpumpen zur Behandlung von Diabetes

Letzte Aktualisierung: 25. August 2021

Insulinpumpen sind Geräte, die zur Behandlung bestimmter Fälle von Diabetes mellitus eingesetzt werden. Insulin ist das Molekül, das es der Glukose ermöglicht, in die Körperzellen einzudringen. Glukose wiederum ist der Grundnährstoff, den die Zellen zur Energiegewinnung benötigen.

Bei Diabetes kann der Körper kein Insulin mehr herstellen oder verwenden. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel über die korrekte Konzentration an. Und dies wiederum verursacht die Symptome und Komplikationen, die mit der Krankheit einhergehen.

Eine Insulinpumpe ist nützlich für Menschen mit einer schlechten Blutzuckerkontrolle oder für diejenigen, die mehr Flexibilität in ihrer Routine benötigen, wie beispielsweise Sportler. In diesem Artikel erklären wir dir, wie Insulinpumpen funktionieren und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Wie funktioniert eine Insulinpumpe?

Eine Insulinpumpe ist ein kleines Gerät, das darauf programmiert ist, Insulin in das Fettgewebe unter der Haut abzugeben. Es wird auch als kontinuierliches subkutanes Insulininfusionsgerät bezeichnet.

Bei vielen Diabetikern, insbesondere bei Typ-1-Diabetikern, basiert die Behandlung auf der Verabreichung von Insulin durch subkutane Injektionen. Das Problem bei dieser Art der Behandlung besteht jedoch darin, dass die Patienten strenge Überwachungsroutinen einhalten müssen, um einem unkontrollierten Blutzuckerspiegel vorzubeugen.

Wie ein Artikel der Clínica Universidad de Navarra erläutert, verabreicht die Insulinpumpe automatisch Basalinsulin und Insulin vor den Mahlzeiten. Dadurch entfällt bei dem Patienten die Notwendigkeit, sich Insulin zu injizieren.

Das Gerät wird auf die spezifischen Bedürfnissen des Patienten programmiert. Das heißt, die Dosierung und die Häufigkeit der Medikation werden auf der Grundlage einer vorherigen Studie über jeden einzelnen Diabetesfall programmiert.

Zubehörteile einer Insulinpumpe

Wie bereits zuvor erwähnt, handelt es sich bei Insulinpumpen um kleine Geräte. Wir möchten an dieser Stelle jedoch betonen, dass es sich nicht um hochintelligente Geräte handelt; es muss eine vorherige Programmierung erfolgen, damit sie ihre Funktion entsprechend erfüllen können.

Die Pumpe arbeitet mit einem kleinen Elektromotor. Dieser Motor drückt durch eine Art Kolben die Medikamentenkartuschen in das Gewebe. Laut einem Artikel in Diabetes Education Online enthalten die meisten Pumpen ein Insulinreservoir, eine Batterie, ein Display und den Pumpmechanismus.

Diabetiker, die Insulinpumpen benutzen, können das Gerät außerhalb ihres Körpers platzieren und über einen Katheter mit einer Teflonkanüle mit dem Unterhautgewebe verbinden. Sie können die Insulinpumpe an einem dafür vorgesehenen Gürtel oder sogar in ihrer Hosentasche tragen.

Insulinpumpen stellen eine Alternative zu Insulinspritzen dar
Die Notwendigkeit ständiger Insulininjektionen erschwert es den Patienten, die Behandlung einzuhalten.

Wann sind Insulinpumpen notwendig?

In bestimmten Fällen von Typ-1-Diabetes kann eine Insulinpumpe notwendig sein, um die Blutzuckereinstellung zu verbessern. Ein auf Medtronic veröffentlichter Artikel erklärt, dass sie oft dann nützlich sind, wenn ein Patient trotz einer intensiven Therapie keine gute Blutzuckereinstellung erreichen kann.

Viele Patienten, die eine regelmäßige Insulintherapie erhalten, leiden häufig unter Hypoglykämien. Dies ist ein weiterer Indikator für eine schlechte Kontrolle, weshalb die Pumpe auch hier hilfreich sein kann.

Für Diabetiker, die niedrige Dosen an Insulin benötigen, stellen die Insulinpumpen ebenfalls eine Alternative dar. Und auch für Menschen, die in ihrem Alltag flexibel sein müssen, ist die Pumpe die Behandlung der ersten Wahl.

Ein gutes Beispiel hierfür sind Menschen, die nicht die erforderliche Aufmerksamkeit aufwenden können, um dieses Molekül auf herkömmliche Weise zu injizieren. Dies ist beispielsweise bei vielen Sportlern der Fall.

Auch Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sowie Patienten mit diabetischer Neuropathie kommen für diese Behandlung in Frage. Insulinpumpen setzen jedoch voraus, dass der Patient bestimmte Voraussetzungen erfüllt.

Es ist wichtig, dass sie in das Krankheitsmanagement einbezogen werden und an einer guten Blutzuckereinstellung interessiert sind. Darüber hinaus muss der Patient lernen, wie er die Pumpe bedient, und täglich eine ausreichende Anzahl an Blutzuckerkontrollen durchführen.

Die Vorteile von Insulinpumpen

Insulinpumpen haben, wie in diesem Artikel erwähnt, zahlreiche Vorteile; sie ermöglichen eine sehr effiziente Kontrolle der Insulindosis.

Dank ihnen können sehr kleine Dosierungen vorgenommen werden, was beispielsweise bei Kindern sehr nützlich ist.

Darüber hinaus können Diabetiker die Basalinsulinrate je nach Tageszeit unterschiedlich schnell programmieren. So kann sie beispielsweise in den frühen Morgenstunden höher und in der Nacht niedriger eingestellt werden. Dadurch verringert sich das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie).

Darüber hinaus machen Insulinpumpen es möglich, eine vorübergehende Änderung des Basalinsulins einzustellen. Dies ist sehr nützlich, wenn sich der Tagesablauf ändert. Zum Beispiel bei einer Reise, die eine Umstellung der Ernährung mit sich bringen kann.

Die Nachteile von Insulinpumpen

Auch wenn es zunächst den Anschein hat, dass Insulinpumpen nur Vorteile haben, sind sie in Wahrheit nicht ohne Nachteile. Zum einen handelt es sich um externe Geräte, die über den Katheter dauerhaft mit dem Körper verbunden bleiben müssen.

Infolgedessen können sie nicht entfernt werden, nicht einmal zum Schlafen. Ein Grund, warum sich viele Menschen beim Anbringen des Geräts unwohl fühlen. Darüber hinaus sind einige auch der Meinung, dass es sich um eine ästhetische Beeinträchtigung handelt, da das Gerät durch die Kleidung hindurch sichtbar ist.

Des Weiteren kann der Katheter verstopfen oder die Pumpe selbst kann versagen. Das wiederum bedeutet, dass der Patient in diesem Moment die Kontrolle über seinen Blutzuckerspiegel verliert. Daher ist es auch wichtig, dass die Träger der Pumpe täglich regelmäßige Kontrollen durchführen.

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Was du bei der Nutzung beachten musst

Insulinpumpen liegen in der Verantwortung des Trägers 
Häufige Blutzuckermessungen sind für den erfolgreichen Einsatz von Pumpen unerlässlich.

Entscheidet sich ein Patient für eine Insulinpumpe, so setzt dies voraus, dass er sich seiner Krankheit bewusst ist und verantwortungsvoll mit ihr umgeht. Denn die Pflege des Gerätes umfasst eine Reihe von erforderlichen Maßnahmen.

Wie die Diabetes Foundation erklärt, muss der subkutane Katheter alle 2 bis 3 Tage gewechselt werden. Da es sich um einen Fremdkörper handelt, der mit dem Unterhautgewebe verbunden ist, besteht die Gefahr einer Infektion. Um den Katheter zu wechseln, muss der Träger daher einige spezifische Schritte befolgen.

Zunächst muss sich der Träger gründlich die Hände waschen, um so keimfrei wie möglich zu sein. Darüber hinaus muss der Bereich, in den der Katheter eingeführt wird, von Zeit zu Zeit gewechselt werden, da das Insulin sonst möglicherweise nicht richtig aufgenommen wird.

Der Katheter wird normalerweise an verschiedenen Stellen des Bauches platziert. Es ist notwendig, dessen Zustand zu überprüfen und die Pumpenspritze zu laden, ohne dass sich dabei Blasen im Inneren bilden.

Außerdem muss der Träger die Bauchhaut desinfizieren. Nachdem der Katheter eingeführt wurde, wird er mit Klebeband fixiert, um sicherzustellen, dass er in diesem Bereich nicht verrutscht. Beachte auch, dass das Insulin etwa 24 Stunden vor dem Auffüllen aus dem Kühlschrank genommen werden muss.

Die Verantwortung für die korrekte Handhabung von Insulinpumpen liegt beim Träger

Dieses Gerät mag auf den ersten Blick womöglich wie die Lösung für die Behandlung von Diabetes erscheinen, aber dies ist nicht immer der Fall. Obwohl es sich um eine äußerst nützliche Behandlungsform handelt, setzt sie voraus, dass der Patient sich der Behandlung bewusst ist und weiß, wie er sie handhaben muss.

Aus diesem Grund müssen Patient und Arzt gemeinsam die Entscheidung treffen, eine Insulinpumpe für die Behandlung von Diabetes einzusetzen. Es ist jedoch wichtig, dass eine Reihe von Anforderungen erfüllt werden, um den Nutzen des Gerätes zu garantieren.

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