Hypoparathyreoidismus: Vorsorge und Komplikationen

24 Juli, 2020
In unserem heutigen Artikel erfährst du, welche Ursachen zu Hypoparathyreoidismus oder einer Nebenschilddrüseninsuffizienz führen können und wie du Komplikationen vorbeugen kannst. Lies weiter!

Hypoparathyreoidismus ist eine endokrine Erkrankung, die auch als Nebenschilddrüseninsuffizienz bezeichnet wird. Sie führt zu einer reduzieren Produktion von PTH (Parathormon). Dies hat wiederum zur Folge, dass der Kalziumspiegel sinkt und der Phosphorspiegel überdurchschnittlich hoch ist.

Zwar kann eine Nebenschilddrüseninsuffizienz unabhängig auftreten, doch oft steht sie mit anderen Krankheiten in Verbindung oder entsteht durch einen operativen Eingriff an der Schilddrüse. Es handelt sich allerdings um eine seltene Krankheit.

Trotzdem ist es wichtig, Bescheid zu wissen und mögliche Symptome zu erkennen, denn der Hypoparathyreoidismus kann zu Komplikationen führen, die ernst sein können. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Ursachen für Hypoparathyreoidismus

Der Artikel Pilares para el enfoque y tratamiento adecuado del paciente con hipoparatiroidismo (dt. Säulen für den Ansatz und die richtige Behandlung von Patienten mit Hypoparathyreoidismus) weist auf mögliche Ursachen dieser endokrinen Krankheit hin. In 75 Prozent der Fälle kommt es dazu infolge einer chirurgischen Operation, doch es gibt auch andere Auslöser:

  • Autoimmune polyglanduläre Syndrome
  • Schwerwiegender Magnesiummangel über einen längeren Zeitraum
  • Bestrahlung im Halsbereich (Behandlung von Hyperthyreose mit radioaktivem Jod)
  • Metastasen (Ausbreitung von bösartigen Krebszellen, insbesondere bei Brustkrebs)
  • DiGeorge-Syndrom
  • Genetisch bedingte Ursachen
  • In sehr seltenen Fällen das Fehlen der Nebenschilddrüsen von Geburt auf
Ursachen für Hypoparathyreoidismus

Der familiäre isolierte Hypoparathyreoidismus entsteht zum Teil durch Mutationen im CASR-Gen oder im Parathormon-(PTH)-Gen. Diese Art tritt sporadisch oder familiär auf.

Eine Nebenschilddrüseninsuffizienz kann verschiedene Komplikationen zur Folge haben, die wir uns anschließend genauer ansehen.

Wir beginnen mit den weniger komplizierten Folgen, wie zum Beispiel trockener und schuppiger Haut, Muskelzuckungen oder Kribbeln in den Extremitäten.

Patienten können auch an einer schmerzhaften Menstruation leiden, sprödes Haar und brüchige Nägel aufweisen oder häufige Bauchschmerzen haben. Diese Symptome können zum Teil intensiv sein und mit folgenden Beschwerden einhergehen:

  • Krämpfe und Spasmen
  • Katarakt
  • Kalziumablagerungen im Gewebe (Hypokalzämie)
  • Bewusstseinsreduzierung

Dem Artikel Hipoparatiroidismo idiopático y demencia (dt. ideopathischer Hypoparathyreoidismus und Demenz) ist zu entnehmen, dass in der Folge von Hypoparathyreoidismus auch Demenz auftreten könnte.

Aus unterschiedlichen Studien geht jedoch auch hervor, dass, wenn keine Hypokalzämie vorliegt, die Krankheit mit einer Vitamin-D-Behandlung geheilt werden kann. Deshalb ist die rasche Diagnose grundlegend, um eine entsprechende Therapie einleiten zu können. 

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Hypoparathyreoidismus: Vorsorge

Hypoparathyreoidismus: Vorsorge

Es gibt keine spezifischen präventiven Maßnahmen, um einen Hypoparathyreoidismus zu verhindern oder das Risiko zu reduzieren. Allerdings können dir verschiedene Strategien helfen, das Problem möglichst gering zu halten, um Komplikationen zu vermeiden.

Wenn du zum Beispiel gleich nach einer Schilddrüsen- oder Halsoperation Kribbeln in den Extremitäten spürst oder andere der beschriebenen Symptome feststellst, musst du deinen Arzt unbedingt informieren. Er kann dich gründlich untersuchen und rasch die entsprechende Behandlung einleiten, um das Fortschreiten der Krankheit und somit auch Komplikationen zu verhindern.

Du solltest mögliche Symptome nicht als unwichtig oder normal abtun. Die Beschwerden entwickeln sich bei Hypoparathyreoidismus allmählich und nehmen langsam an Intensität zu, wenn keine Behandlung erfolgt.

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Nach einer Schilddrüsen- oder Halsoperation solltest du auf die erwähnten Symptome achten, um gegebenenfalls schnellstmöglich eine ärztliche Behandlung einleiten zu können.

Je früher die Diagnose und Behandlung erfolgt, desto besser die Prognose. Du kannst durch die frühzeitige Therapie die Kataraktbildung und andere Komplikationen, wie Kalziumablagerungen im Gehirn verhindern, die zu Spasmen und Bewusstseinsverlust führen könnten. Wenn es dazu kommt, ist die Behandlung weitaus schwieriger.

Du weißt jetzt, dass du bei möglichen Anzeichen rasch handeln musst. Du solltest dir darüber auch bewusst sein, wenn du bei nahestehenden Menschen Symptome beobachtest, die auf Hypoparathyreoidismus hinweisen.

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