Hyperaktive Blase bei Kindern: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

31 Juli, 2019
Ungewöhnlicher Harndrang und die Notwendigkeit, öfters als 8 Mal täglich die Blase entleeren zu müssen, könnten ein Hinweis auf eine hyperaktive Blase sein. Erfahre in unserem heutigen Artikel mehr über mögliche Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. 

Eine hyperaktive Blase bei Kindern äußert sich durch häufigen, akuten Harndrang. Oft können Kinder diesen nicht kontrollieren, wodurch es zu unfreiwilligen Harnverlusten kommt.

Auch Erwachsene können an einer hyperaktiven Blase leiden. Doch in unserem heutigen Artikel konzentrieren wir uns auf Kinder mit dieser Beschwerde. Erfahre mehr über Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. 

Hyperaktive Blase bei Kindern

Eine hyperaktive Blase bei Kindern zeigt sich durch die dringende Notwendigkeit, die Harnblase zu entleeren. In der Regel ist auch die Frequenz des Harnlassens erhöht. Es handelt sich um die zweithäufigste Ursache für eine Funktionsstörung der Blase bei Kindern, gleich nach dem Bettnässen.

Die Dringlichkeit ist so groß, dass Kinder den Harndrang nicht kontrollieren können. Es kommt deshalb zu unfreiwilligen Harnverlusten. Dies kann wiederum zu ernsten Problemen im Leben des Kindes führen, da es emotional stark daran leidet und sich diese Umstände sehr negativ auf sein soziales Leben auswirken. 

Bei unfreiwilligen Harnverlusten und fehlender Kontrolle kann das Kind die Lust verlieren, an bestimmten Aktivitäten teilzunehmen, da es sich vor anderen schämt. Aus diesem Grund ist es wichtig, mögliche Symptome zu erkennen und schnellstmöglich mit einem Facharzt zu sprechen.

Hyperaktive Blase bei Kindern: Symptome

Hyperaktive Blase bei Kindern: Symptome 
Im Gegensatz zum Bettnässen kann sich eine hyperaktive Blase zu jeder Tages- oder Nachtzeit zu erkennen geben.

Eine hyperaktive Blase darf nicht mit Bettnässen (Enuresis) verwechselt werden. Der Unterschied liegt grundsätzlich darin, dass es bei einer überaktiven Blase zu jeder Tages- oder Nachtzeit zu Harnabgängen kommen kann. Doch Bettnässen erfolgt nur während der Nachtruhe.

Im Allgemeinen sind folgende Symptome zu erkennen:

  • Hohe Frequenz, das heißt die Notwendigkeit der Blasenentleerung überschreitet 8 Mal täglich
  • Schwierigkeiten bei der Harnkontrolle
  • Mögliche unfreiwillige Harnverluste
  • Techniken, um den Harnabgang zu verhindern (verkreuzte Beine oder bestimmte Haltungen)
  • In extremen Fällen Harninkontinenz
  • Die Symptome führen zu Nervosität oder beeinträchtigen den Alltag des Kindes.

Hyperaktive Blase bei Kindern: Ursachen

Diese Funktionsstörung könnte auf eine späte Entwicklung des Zentralnervensystems zurückzuführen sein. Wenn sich die Blase füllt, wird der Inhibitionsreflex nicht richtig aktiviert.

Das Problem könnte rein physischer Art sein. So können beispielsweise Störungen im Harnapparat, eine Blasenentzündung oder Nierenprobleme vorliegen. Doch auch Verstopfung oder andere Auslöser können dazu führen.

In manchen Fällen hat das Kind einfach noch nicht gelernt, den Harndrang richtig zu kontrollieren. Dieser Prozess beginnt normalerweise in einem Alter von 3 bis 5 Jahren. Das heißt, die überaktive Blase wäre in diesem Fall darauf zurückzuführen, dass das Kleine die Schließmuskeln noch nicht richtig kontrollieren kann.

Darüber hinaus haben auch mentale Störungen, Verhaltensprobleme, Lernstörungen oder Nervosität einen Einfluss und können zu einer hyperaktiven Blase führen.

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Hyperaktive Blase bei Kindern: Diagnose

Hyperaktive Blase bei Kindern: Diagnose
Die Gewohnheiten der Blasenentleerung müssen beim Kind beobachtet werden, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Um eine Diagnose zu erstellen, wird der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen:

  • Familiengeschichte: Sowohl die Eltern als auch das Kind (wenn es dazu bereits fähig ist) werden über bestimmte Gewohnheiten befragt. Normalerweise bittet der Arzt darum, einige Tage lang ein Tagebuch über die Harnentleerung zu führen, um Frequenz und Intensität festzuhalten. Außerdem berücksichtigt der Arzt die Krankengeschichte bei der Diagnose.
  • Physische Untersuchung: Der Facharzt untersucht den Harnapparat und führt verschiedene Analysen durch, um die Funktionstüchtigkeit des Nervensystems zu untersuchen.
  • Harnprobe: Damit wird festgestellt, ob Infektionen vorhanden sind.
  • Je nach Ergebnis der vorherigen Untersuchungen, kann der Arzt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder andere Techniken anwenden, um ernstere Probleme auszuschließen. 

Hyperaktive Blase bei Kindern: Behandlung

Die Behandlung hängt immer von den Ursachen ab. Wenn beispielsweise eine Verstopfung vorliegt und der Stuhl auf die Blase drückt, muss natürlich als Erstes die Verstopfung behoben werden.

Die häufigsten Therapien bei einer überaktiven Blase sind folgende:

  • Blasentraining: Damit kann man die Harnentleerung trainieren, damit sie zu einer bestimmten Uhrzeit stattfindet. Man übt dabei zum Beispiel, auf der Toilette die Blase zweimal hintereinander zu entleeren und die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen.
  • In manchen Fällen kann der Arzt eine pharmakologische Behandlung empfehlen (normalerweise Oxybutynin). Dadurch werden die Symptome gelindert, während das Kind lernt, die Schließmuskeln effizienter einzusetzen. Außerdem kann man damit Harnwegsinfektionen vorbeugen.
  • Unterstützung durch die Eltern. Auf keinen Fall sollte man das Kind ausschimpfen, wenn es zu Harnverlusten kommt. Diese erfolgen nicht freiwillig und können nicht kontrolliert werden. Dein Kind braucht jetzt besonders große Unterstützung und viel Verständnis. Manchmal wird auch eine Therapie empfohlen, um das Kind zu motivieren. Wenn es ein bestimmtes Programm erfolgreich durchführt, kann man es dafür belohnen.

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Fazit

hyperaktive Blase bei Kindern
Eine überaktive Blase kann das Sozialleben des betroffenen Kindes stark beeinträchtigen, deshalb braucht es in dieser Situation besonders große Unterstützung und viel Verständnis.

Es ist wichtig, die Symptome einer überaktiven Blase zu erkennen und entsprechend zu behandeln. So kannst du verhindern, dass dein Kind sich vor anderen schämt und emotional leidet. Denn dies könnte sich noch lange negativ auf sein Selbstwertgefühl auswirken.

Aus diesem Grund solltest du bei den ersten Anzeichen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. So können die Ursachen schnell erkannt und die richtige Behandlung eingeleitet werden.

Hilfe und Unterstützung der Eltern sind in dieser Situation besonders wichtig. Wenn du dein Kind aufgrund der  unfreiwilligen Harnverluste ausschimpfst oder sogar bestrafst, tust du ihm damit nichts Gutes! Ganz im Gegenteil. Dein Kind braucht jetzt Hilfe, Verständnis und emotionale Unterstützung. 

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