Hirsutismus: Was ist das und was kannst du dagegen tun?

24 Januar, 2019
Bei dieser Krankheit werden die zarten Körperhaare an der Oberlippe, auf den Armen oder Beinen oder auch im Nacken oder anderen Körperstellen durch feste Haare ersetzt.

Hirsutismus, also übermäßiger Haarwuchs, ist für viele Frauen ein großes kosmetisches Problem.

Wir erklären, was genau das ist und wie nicht nur von Hirsutismus Betroffene etwas gegen übermäßige Körperbehaarung wie z.B. „Damenbart“ tun können.

Was ist Hirsutismus?

Bei dieser Krankheit werden die zarten Körperhaare an der Oberlippe, auf den Armen oder Beinen oder auch im Nacken oder anderen Körperstellen durch feste Haare ersetzt, sodass es teilweise bis zu einer Art „Pelzbildung“ kommen kann.

Besonders an den Armen und im Gesicht ist diese starke Körperbehaarung störend. Die Grenzen zur normalen Behaarung sind fließend, sodass nicht ganz klar ist, wie viele Frauen eigentlich darunter leiden. Man schätzt, dass 5-10% aller Frauen davon betroffen sind.

Ursachen von Hirsutismus

Die Ursache von Hirsutismus ist immer hormonell bedingt, jedoch kann dieser veränderte Hormonhaushalt verschiedene Gründe haben. Die Störung kann schlichtweg vererbt werden, aber auch im Laufe des Lebens erworben werden.

Lesetipp: Gesichtsbehaarung bei Frauen: Ursachen und Behandlung

Ein klassisches Beispiel dafür ist ganz einfach auch Übergewicht, das zu einem gestörten Hormonhaushalt und somit veränderter Behaarung führt.

Weitere Ursachen sind Doping, Tumore an Eierstock oder Nebenniere und andere Erkrankungen oder Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane, die zu einem veränderten Hormonhaushalt führen.

Sollte eine verstärkte Körperbehaarung bei dir im Laufe des Lebens auftreten, musst du das unbedingt vom Arzt abklären lassen, da Hirsutismus auch Symptom einer ernst zu nehmenden Krankheit sein kann!

Behandlung von Hirsutismus

Es gibt mittlerweile Cremes und Tabletten, die das übermäßige Haarwachstum unterbinden. Das funktioniert aber nur so lange, wie die Creme, bzw. die Tabletten auch angewendet oder eingenommen werden.

Ist man wenig konsequent in der Anwendung oder bricht die Einnahme/Anwendung ab, wachsen die Haare innerhalb weniger Wochen wieder komplett nach. Weniger dauerhaft aber weniger schädlich ist die mechanische Entfernung der Haare.

Das Problem der Tabletten ist, dass sie niemals bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft eingenommen werden dürfen. Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft müssen nach Alternativen suchen. Diese sind:

RasierenBleichen

Es gibt in der Apotheke verschiedene Cremes oder Tinkturen, mit denen die Haare gebleicht werden können. Dadurch fallen sie weniger auf und man muss sie, z.B. an den Armen, nicht ständig entfenen.

Depilation

Bei der Depilation werden die außerhalb der Haut sichtbaren Bestandteile des Haares entfernt, also eine Rasur vorgenommen. Bei hellhaarigen Frauen kann diese einfache, schmerzlose und unkomplizierte Anwendung schnell befriedigende Ergebnisse liefern.

Und bei dunkelhaarigen Frauen sind die Ergebnisse nicht sehr erfolgsversprechend, da die dunklen Haarwurzeln noch unter der Haut durchschimmern und schnell der Eindruck von „Bartstoppeln“ entsteht.

Der Effekt der Haarentfernung bei einer Rasur ist natürlich sehr schnell zu erreichen, jedoch wächst das Haar ebenso schnell wieder nach und muss regelmäßig durch weitere Rasur entfernt werden.

Epilation

Bei der Epilation zieht man die Haare aus der Haut heraus und entfernt sie mit den Haarwurzeln. Dabei gibt es zwei verschiedene Varianten.

Zum einen die Methode, bei der man die Haarwurzel zwar herausreist, aber nicht dauerhaft zerstört und zum anderen die Variante, bei der man die Haarwurzel auf Dauer schädigt und das Haar nicht mehr nachwachsen kann.

Fängt man mit der Epilation an, ist die erste Anwendung die schmerzhafteste, da die Haare dann sehr dick und kräftig sind. Nachwachsende Haare sind feiner, weicher und dünner, sodass Folgeanwendungen weniger schmerzhaft sind.

EnthaarenTemporäre Epilation

Bei der temporären Epilation reisst man die Haare mit Haarwurzeln aus der Haut und sie wachsen innerhalb einiger Wochen langsam wieder nach. Diesen Effekt erreicht man mit Enthaarungswachs, Sugaring und Haarentfernungscremes.

Ebenso funktionieren mechanische Epilierer mit rotierenden Spiralen und die Entfernung der Haare mit einem Bindfaden, mit dem in orientalischen Ländern Haare entfernt werden. Diese Methode gilt als besonders schmerzarm.

Dauerhafte Epilation

Die dauerhafte Epilation mit Laserlicht ist leider nur bei dunklen Haaren geeignet, da der dunkle Haarfarbstoff Melanin die Lichtenergie aufnimmt und so in Wärme umwandelt, sodass die Haarwurzel verödet wird.

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Es gibt verschiedene Laserlicht-Methoden zur Epilation, die beliebteste ist IPL, bei der zwischen 6 und 30 Sitzungen nötig sind, um die Haare komplett zu entfernen. Dies ist abhängig von der Stärke der Körperbehaarung und der Haarfarbe.

Wer helles Haar hat und die Haare dauerhaft entfernen möchte, dem bleibt nur die Elektro-Epilation. Dabei wird eine extra feine Sonde in jeden Haarfollikel eingeführt, um jede einzelne Haarwurzel zu zerstören.

Auch bei der Elektro-Epilation gibt es mehrere Verfahren und auch sie erfordert mehrere, zum Teil recht kostenintensive Sitzungen, um das gewünschte Ergebnis wirklich dauerhaft zu erzielen.