Gemeinsames Essen in der Familie: 10 wissenschaftlich belegte Vorteile

Gemeinsames Essen in der Familie stärkt den Zusammenhalt und bereichert jedes Mitglied der Familie. Es ist eine sehr gesunde Gewohnheit, die nicht nur das Wohlbefinden aller erhöht, sondern auch die Lebensqualität verbessert. Das ist sogar wissenschaftlich belegt!
Gemeinsames Essen in der Familie: 10 wissenschaftlich belegte Vorteile

Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2022

Gemeinsam als Familie zu essen ist viel mehr als nur eine Tradition. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass ein gemeinsames Essen sehr positive Auswirkungen auf alle Familienmitglieder und insbesondere auf Kinder hat. Leider ist diese Gewohnheit der Familienmahlzeiten weitgehend verloren gegangen.

Heutzutage ist die Gewohnheit, gemeinsam als Familie zu essen, selten. Jedes Familienmitglied ist mit seiner eigenen Sache beschäftigt und isst meist vor einem Bildschirm, während er oder sie in seine oder ihre eigene Welt eintaucht. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern auch schädlich.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Forschung gezeigt, dass gemeinsames Essen in der Familie objektive Vorteile für die Familienmitglieder mit sich bringt, die von einem gesteigerten Selbstwertgefühl bis hin zu einem geringeren Risiko für Fettleibigkeit reichen.

Gemeinsames Essen in der Familie

Gemeinsames Essen: Familie am Tisch
Gemeinsames Essen in der Familie ist gut für die körperliche und emotionale Gesundheit.

Die Familientherapeutin Anne Fishel, Geschäftsführerin des Family Dinner Project, hat die Auswirkungen des gemeinsamen Essens in der Familie eingehend untersucht. Sie hat festgestellt, dass in den letzten Jahren weniger arme Familien gemeinsam essen, dafür aber mehr wohlhabende Familien.

Arbeit und außerschulische Aktivitäten scheinen die entscheidenden Faktoren zu sein, die es erschweren, Zeit für ein gemeinsames Essen in der Familie zu finden. Kurz gesagt, jeder in der Familie ist sehr beschäftigt und isst zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten.

Außerdem scheint das Familienessen in manchen Haushalten eine Quelle von Konflikten zu sein. Es ist jedoch nicht das Essen selbst, das diese Probleme verursacht, sondern vielmehr die Tatsache, dass Konflikte in diesem Rahmen deutlicher zutage treten. Fishel weist darauf hin, dass es Studien gibt, die zeigen, dass Kinder und Jugendliche Familienmahlzeiten schätzen.

Gemeinsames Essen in der Familie: 10 wissenschaftlich belegte Vorzüge

Wie bereits erwähnt, belegen mehrere Studien die Vorteile des Essens in der Familie. Unter ihnen stechen die folgenden hervor.

1. Stimuliert die Entwicklung

Das Essen in der Familie ist ein hervorragender Anreiz für die Entwicklung sozialer, kommunikativer und sprachlicher Fähigkeiten. Abgesehen von der Ernährung selbst ist das Familiengespräch, das das Essen begleitet, ein sehr wichtiger Faktor für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Zu diesen Fähigkeiten gehören auch bessere Umgangsformen.

2. Verbessert die geistige Gesundheit

Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern und Geschwistern essen, fühlen sich in der Kernfamilie sicherer und beschützt. Sie fühlen sich auch weniger einsam, was es ihnen leichter macht, anderen zu vertrauen und sinnvolle Bindungen zu anderen aufzubauen. All das trägt zur psychischen Gesundheit bei.

3. Gemeinsames Essen führt zu mehr Familienzusammenhalt

Das Essen als Familie stärkt die Bindungen zwischen den Familienmitgliedern. Da jeder ein von den anderen getrenntes Leben führt, werden die Erfahrungen und Erlebnisse der einzelnen Familienmitglieder beim Essen ausgetauscht. Das wiederum führt zu größerem Zusammenhalt und gegenseitigem Verständnis.

4. Steigert die schulischen Leistungen

Untersuchungen der Columbia University in den USA haben ergeben, dass Kinder, die fünf bis sieben Mal pro Woche im Familienkreis essen, bessere schulische Leistungen erbringen. Das liegt daran, dass die Eltern in dieser Zeit dafür sorgen, dass ihre Kinder ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das Ergebnis sind letztendlich bessere Noten.

5. Gemeinsames Essen verbessert die körperliche Gesundheit

Das gemeinsame Essen in der Familie hat auch wichtige Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit. Kinder, die mit ihren Eltern und Geschwistern essen, sind besser ernährt als Kinder, die allein oder mit Freunden essen.

Im Allgemeinen haben sie mehr Zugang zu gesunden Lebensmitteln und essen seltener frittierte Speisen oder Leckereien. Außerdem sind ihre Mahlzeiten regelmäßiger, was sich positiv auf ihre Verdauungsgesundheit auswirkt.

6. Ermöglicht Einsparungen

Auswärts zu essen ist viel teurer als zu Hause zu kochen, wie jeder weiß. Aber auch wenn man das Essen auswärts kauft und es dann in der Familie teilt, kann man sparen. Wenn sich hingegen jedes Familienmitglied eine eigene Mahlzeit kauft, wird das wesentlich teurer. Ein Grund mehr, als Familie zu essen.

7. Fördert gesunde Gewohnheiten

Gemeinsames Essen in der Familie
Gemeinsames Essen in der Familie fördert gesunde Essgewohnheiten.

Wenn Kinder unter elterlicher Aufsicht essen, lernen sie wichtige Gewohnheiten, wie z. B. sich vor dem Essen die Hände zu waschen und gut zu kauen. Außerdem lernen sie, wie man sich bei Tisch benimmt, was ihre Sozialisierung und Eingliederung in die Gesellschaft erleichtert. Es geht nicht um Konventionen, sondern darum, dass sie ein angemessenes Verhalten im Zusammensein mit anderen erlernen.

8. Gemeinsames Essen hilft, Fettleibigkeit zu verhindern

Das Essen in der Familie ist nicht nur ein Garant für eine bessere Ernährung, sondern auch ein Faktor, der Fettleibigkeit vorbeugt. Es sei darauf hingewiesen, dass dieses Problem bei Kindern in den letzten Jahren stark zugenommen hat und größtenteils auf die fehlende elterliche Kontrolle über ihre Ernährung und auch auf den sitzenden Lebensstil zurückzuführen ist. Gemeinsames Essen in der Familie hilft, Ersteres zu vermeiden.

Eine 2011 in der Zeitschrift Pediatrics veröffentlichte Metaanalyse zeigt, dass Kinder, die mindestens dreimal pro Woche Familienmahlzeiten zu sich nehmen, eher ein normales Gewicht halten. Außerdem leiden sie seltener an Essstörungen.

9. Gemeinsames Essen reduziert das Risiko von Angstzuständen und Depressionen

Eine Studie aus dem Jahr 2004 ergab, dass Jugendliche, die in der Familie aßen, weniger Anzeichen von Depressionen und Ängsten zeigten. Sie hatten auch seltener emotionale Probleme. Im Allgemeinen aßen sie nicht weniger als fünfmal pro Woche mit ihren Eltern und Geschwistern zu Abend.

10. Suchtprävention

Gemeinsames Essen trägt nach Aussagen von Stanford Children’s Health zur Prävention von Suchterkrankungen bei.

Gemeinsames Essen in der Familie für das Gemeinwohl

Viele Psychologen empfehlen, jedem Familienmitglied eine Rolle beim Essen zuzuweisen. Einer kann für die Zubereitung des Essens verantwortlich sein, der andere für das Eindecken des Tisches, ein weiterer für den Abwasch usw. All dies fördert Autonomie, Verantwortung und Empathie.

Am besten ist es, jeden Tag eine Essenszeit für die Familie festzulegen. Es ist jedoch auch wichtig, flexibel zu sein und dies nicht zu einer lästigen Pflicht zu machen. Am besten ist es, Probleme nicht am Tisch zu diskutieren, sondern einander zuzuhören und vielleicht Pläne für Wochenenden und Ferien zu machen.

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