Entzündete Stimmbänder: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

17 September, 2020
Die Entzündung der Stimmbänder verursacht Schmerzen und eine veränderte Stimme. Es kann sich dabei um eine Infektion oder auch um die Überanstrengung der Stimme handeln. Wie kann man entzündete Stimmbänder behandeln? Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Entzündete Stimmbänder sind an einer veränderten Stimme und Schmerzen im Halsbereich zu erkennen. Im Winter sind oft die kalten Temperaturen oder Temperaturveränderungen dafür verantwortlich, doch es kann sich auch um eine Berufskrankheit handeln.

Die Stimmbänder sind ein Teil der Stimmlippen, die zusammen mit einer Muskelschicht und einer Schleimhaut den Stimmapparat bilden, der es uns möglich macht, Töne zu produzieren. Der Stimmmuskel kann die Stimmbänder unterschiedlich stark zusammenziehen und dadurch öffnet oder schließt sich die Stimmritze. In der Folge ändert sich der Ton, der erzeugt wird. Beim Sprechen vibrieren die Stimmlippen. Je schneller sie sich bewegen, desto höher ist der entstehende Ton.

Erfahre heute Interessantes über die Ursachen einer Entzündung der Stimmbänder und was du dagegen tun kannst.

Ursachen für entzündete Stimmbänder

Die Stimmbänder können sich komplett oder teilweise entzünden, wobei die Ursachen infektiöser Art oder nicht sein können. 

Viren und Bakterien verursachen häufige Entzündungen der Stimmbänder. Zu Rachenentzündungen, die auch die Stimmbänder beeinträchtigen, kommt es besonders oft im Herbst und Winter, wenn die Temperaturen sinken und die Verbreitung der Viren oder anderer Krankheitserreger begünstigen.

Um sich zu verteidigen, aktiviert das Immunsystem die weißen Blutkörperchen und die Immunglobuline in dem betroffenen Bereich. Dadurch verbessert sich die Durchblutung, was jedoch zu einem Kollaps führen kann, da die Stimmbänder nur sehr dünn sind. Sie funktionieren deshalb während dieses Prozesses nicht mehr normal.

Eine infektiöse Kehlkopfentzündung (Laryngitis) kann bis zu drei Wochen dauern, auch wenn der ursächliche Krankheitserreger gar nicht mehr vorhanden ist. Dies ist deshalb der Fall, da das Immunsystem weiterhin aktiv ist und die Entzündung nicht so schnell verschwindet.

Nicht infektiöse Ursachen sind häufig im beruflichen Umfeld zu suchen. Lehrkräfte, Fernsehsprecher, Dozenten oder Redner sind besonders gefährdet, da sie ihre Stimme oft überlasten, was außerdem zu Knoten oder Polypen führen kann.

Wenn es sich um eine Berufskrankheit handelt, ist die Rechtsmedizin für das Studium zuständig. Oft ist fehlende Prävention am Arbeitsplatz, insbesondere in den Schulen dafür verantwortlich.

Durch die Überbelastung der Stimme über längere Zeiträume, fehlende Hydrierung und lautes Sprechen sammelt sich in den kleinen Muskeln im Rachen Flüssigkeit an, da sie aneinander reiben. Wenn es wiederholt dazu kommt, kann sich eine chronische Krankheit entwickeln.

entzündete Stimmbänder
Die Stimmbänder können sich zum Beispiel durch eine Infektion oder durch Überlastung entzünden. Häufig sind davon Dozenten, Redner oder Sänger betroffen.

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Entzündete Stimmbänder: Symptome

Das erste Anzeichen für entzündete Stimmbänder oder eine Kehlkopfentzündung ist die veränderte Stimme. Doch es gibt auch andere Symptome, die darauf hinweisen.

Bei manchen Menschen wird die Stimme leiser und sie versuchen deshalb, lauter zu sprechen, was die Stimmbänder zusätzlich belastet. Andere verlieren die Stimme zur Gänze, dann spricht man von einer Afonie (Stimmlosigkeit).

Des Weiteren entstehen meist Schmerzen beim Schlucken, was mit einer Rachenentzündung verwechselt werden kann. Eine Pharyngitis schmerzt meist stark und kontinuierlich. Dies kann auch die Erholung und Nachtruhe negativ beeinflussen. 

Auch Schnarchen zählt zu den Symptomen einer Stimmbandentzündung. Bei übergewichtigen Patienten ist dies noch deutlicher, denn sobald sie liegen, drückt das Gewicht des Halses stärker auf den Kehlkopf und behindert die Atmung.

Die schlimmste Form der Entzündung ist die Stimmbandparese oder Stimmbandlähmung. Da es sich um Muskeln handelt, können sich diese durch ständige Anstrengungen erschöpfen. Sie können sogar ihren charakteristischen Muskeltonus verlieren.

Behandlung einer Stimmbandentzündung

Die Behandlung dieser Krankheit hängt von den Ursachen ab. Eine virale Infektion erfordert eine andere Therapie als eine Berufskrankheit durch Überanstrengung. Auch die Behandlung einer chronischen Dysfonie ist anders als wenn es sich nur um eine vorübergehende Infektion handelt, die in wenigen Tagen wieder verschwindet.

Die häufigsten Behandlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ursachen sind:

  • Virale Laryngitis: Es handelt sich um die häufigste Ursache entzündeter Stimmbänder. Allerdings gibt es in diesem Fall keine spezifische Behandlung, denn Antibiotika sind nutzlos. Es empfiehlt sich, die Stimme zu schonen und ihr Zeit zu geben, um sich wieder zu erholen. Manchmal sind entzündungshemmende Arzneimittel nötig, um die Schmerzen zu lindern und die Sekrete zu verflüssigen. Hustenmittel empfehlen sich nicht, denn sie haben in diesem Fall keinerlei Vorteile.
  • Knoten und Polypen: Diese Verwachsungen auf den Stimmbändern erfordern eine Laryngoskopie zur Untersuchung und gleichzeitigen Behandlung. Das Gerät, an dem sich eine Kamera und chirurgische Werkzeuge befinden, wird über die Nase eingeführt. Falls nötig können so Polypen entfernt werden. Falls dies nicht möglich ist, kann in den meisten Fällen ein Sprachtherapeut helfen.
  • Kehlkopfkrebs: In diesem Fall ist eine onkologische Therapie nötig, die vom Schweregrad der Krankheit und vom Zustand des Patienten abhängt. Mögliche Behandlungsformen sind ein chirurgischer Eingriff, Strahlen- oder Chemotherapie oder eine Kombination dieser Methoden.
Mann hat entzündete Stimmbänder
Der Arzt untersucht die Ursachen der Stimmbandentzündung, um dann die entsprechende Behandlung einzuleiten. Manchmal reicht es, die Stimme einige Tage zu schonen, in anderen Fällen sind Arzneimittel oder andere Therapien nötig.

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Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Die Stimmbänder sind empfindliche Organe, deshalb ist ihre Pflege sehr wichtig. Denn sie sind ständig im Einsatz, damit wir uns mit anderen Menschen kommunizieren können. 

Bei Heiserkeit, Hals- oder Rachenschmerzen solltest du immer zum Arzt, um auf Nummer sicher zu gehen. Sollte es sich um eine virale Kehlkopfentzündung handeln, verschreibt dir der Arzt eine konservative Behandlung und Ruhe. Liegt jedoch der Verdacht auf Knoten oder Polypen vor, führt der HNO-Arzt eine invasive Behandlung durch. Vertraue deinem Arzt!

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