Emotionale Allergie: Was ist das und wie wird sie behandelt?

Stress kann verschiedene Symptome in unserem Körper hervorrufen. Diese können sogar einer allergischen Reaktion ähneln. Hier erfährst du alles Wissenswerte über die emotionale Allergie.
Emotionale Allergie: Was ist das und wie wird sie behandelt?
Leidy Mora Molina

Geprüft und freigegeben von der Krankenschwester Leidy Mora Molina.

Geschrieben von Rafael Victorino Muñoz

Letzte Aktualisierung: 08. Februar 2023

Manchmal kann eine Angstkrise oder eine stressige Situation eine emotionale Allergie auslösen. Es können Atemwegs- oder Hautsymptome, wie z. B. eine Rötung der Haut, auftreten.

Diese Anzeichen sowie die erforderliche Behandlung können ähnlich sein wie bei einer normalen allergischen Reaktion. Darüber hinaus können aber auch andere Maßnahmen erforderlich sein, z. B. eine psychologische Therapie. Lies weiter, um mehr über emotionale Allergien zu erfahren.

Allergien und allergische Reaktionen

Eine Allergie ist ein Zustand der Überempfindlichkeit, bei dem verschiedene Reaktionen durch den Kontakt mit bestimmten Elementen, den sogenannten Allergenen, ausgelöst werden. Es lassen sich mehrere Arten von Allergien unterscheiden:

  • Atemwegsreaktionen, die durch das Einatmen von Chemikalien verursacht werden, sowie Allergien gegen Hausstaubmilben, Tiere, Pollen oder Pilzsporen.
  • Nahrungsmittelallergien, die bei empfindlichen Personen durch den Verzehr bestimmter Zutaten (Milchprodukte, Schalentiere, Soja, Erdnüsse usw.) ausgelöst werden.
  • Reaktionen durch Kontakt mit Gegenständen oder Substanzen, die Dermatitis verursachen. Dies kann u. a. bei Rost, Zement und Benzin der Fall sein.
  • Reaktionen durch den Kontakt mit Gegenständen oder Substanzen, die eine Dermatitis verursachen. Dies kann u.a. bei Rost, Zement und Benzin der Fall sein.
  • Hautreaktionen und andere, die durch Insekten- und Spinnentierbisse verursacht werden.
  • Allergie auf Medikamente oder darin enthaltene Stoffe.

Wenn die empfindliche Person nun mit der Substanz oder dem Element (Allergen) in Kontakt kommt, findet eine komplexe Abfolge von Ereignissen statt, die mit der Aktivierung von Lymphozyten beginnt und in der Freisetzung von Histamin gipfelt. Allerdings ist Histamin nicht die einzige Substanz, die ausgeschüttet wird.

emotionale Allergie - Nesselsucht an den Beinen
Nesselsucht ist eine häufige Form der Hautallergie.

Ursachen von Allergien

Allergische Reaktionen entstehen durch das Zusammentreffen von Allergenexposition und Allergenempfindlichkeit. Die Frage ist jedoch, warum manche Menschen empfindlich sind und andere nicht.

Hierfür gibt es mehrere Erklärungen. Man nimmt zum Beispiel an, dass ein genetischer Faktor eine Rolle spielt, da Allergien häufiger bei Menschen auftreten, die ein Familienmitglied haben, das auf ein bestimmtes Allergen empfindlich reagiert.

Allerdings wird auch behauptet, dass ein Mensch nicht mit einer Allergie geboren wird, sondern diese irgendwann entwickelt. In diesem Zusammenhang gibt es Umweltfaktoren, die zusammen mit einer genetischen Veranlagung das Risiko erhöhen. Dazu gehören die folgenden:

  • Umweltverschmutzung
  • Exposition gegenüber Tabakrauch
  • Sozioökonomische Faktoren (größere Überbevölkerung)
  • Feinstaub in der Umgebung
  • Klimatische Faktoren (z. B. höhere Luftfeuchtigkeit)
  • Ernährung: Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln, künstlichen Farbstoffen, etc.

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Die Symptome einer emotionalen Allergie

Zu den oben genannten Faktoren kommt noch der emotionale Aspekt hinzu, der sich auf die Art und Weise bezieht, wie Menschen mit ihren Lebensumständen und Problemen umgehen. So können Angst, Stress und andere emotionale Störungen das Auftreten und die Entwicklung von Allergien beeinflussen, so die Forschung.

Eine emotionale Allergie kann als ein Zustand definiert werden, bei dem das Immunsystem als Reaktion auf bestimmte negative Emotionen eine Reaktion im Körper hervorruft, die derjenigen ähnelt, die beim Kontakt mit einem Allergen auftreten würde.

Die Symptome einer emotionalen Allergie äußern sich vor allem auf der Haut, allerdings nicht ausschließlich. Sie ähneln denen einer Nesselsucht:

  • Juckreiz
  • Hautausschläge
  • Rote Flecken

Diese Symptome können von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Sie hängen wiederum von anderen Faktoren ab, wie dem Alter und der Intensität der Emotionen.

Warum tritt eine emotionale Allergie auf?

Emotionaler Stress kann das Nervensystem und das Immunsystem beeinträchtigen. Man nimmt an, dass unter diesen Umständen die Ausschüttung von Cortisol und die Produktion von Katecholaminen zunimmt, die die Entzündungsreaktion auslösen.

Dafür gibt es mehrere Erklärungen. Aus der Sicht der Bio-Neuro-Emotion zum Beispiel betrachtet man Krankheit als einen Anpassungsmechanismus, der die Person betrifft und der aus Programmen entsteht. Eine Allergie wäre demzufolge ein Widerstand des Organismus gegen einen Aspekt des bisherigen Lebens, den wir nicht mögen oder dem wir uns nicht stellen wollen. Darüber hinaus nimmt man sogar an, dass jedes Allergen eine bestimmte Symbolik hat:

  • Milch: Mutter
  • Körner: Familie
  • Pollen: Emotionen

In ähnlicher Weise wird behauptet, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit wahrscheinlich ein emotionaler Schock stattgefunden hat, bei dem das Unterbewusstsein etwas oder jemanden als potenziellen Aggressor wahrgenommen und mit einem aktuellen Element in Verbindung gebracht hat. Dieses Element wird dann zu einem Allergen.

Die Naturheilkunde hingegen erklärt, dass Allergene keine Allergene sind, sondern dass Allergien auf ein Ungleichgewicht in unserem Immunsystem zurückzuführen sind, das durch unsere Lebensweise verursacht wird. Das reicht vom Konsum gentechnisch veränderter Lebensmittel über übertriebene Hygiene und die Belastung durch Chemikalien in Reinigungsmitteln bis hin zu unserer Art zu sein und zu handeln.

Emotionale Allergie und die Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung einer emotionalen Allergie kann ähnlich wie bei anderen Reaktionsarten erfolgen. Zur Behandlung der Hautsymptome verschreibt der/die behandelnde Arzt/Ärztin Antiallergika (Antihistaminika) und topische Produkte, einschließlich Kortikosteroide.

Wenn die Symptome anhalten, empfiehlt sich zusätzlich zum Besuch eines/r Dermatologen/in eine Therapie bei einem/r Psychologen/in oder einer anderen psychologischen Fachkraft. Auch Medikamente gegen Stress und Angstzustände können verschrieben werden.

Des Weiteren werden einige alternative Therapien genannt, die bei der Linderung allergiebedingter Symptome wirksam sein können. In einer Studie stellte man fest, dass die Naturprodukte Cinnamomum zeylanicum, Malpighia glabra und Bidens pilosa antiallergische Eigenschaften haben und möglicherweise ebenso wirksam sind wie das Antihistaminikum Loratadin.

Akupunktur ist ebenfalls eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen kann. Forschungen zu diesem Thema deuten darauf hin, dass diese Technik bei der symptomatischen Behandlung von hartnäckigem allergischem Schnupfen wirksam ist.

Sowohl diese als auch andere natürliche Behandlungsmethoden können bei einer emotionalen Allergie zum Einsatz kommen, solange sie kein Ersatz für einen medizinischen Ansatz sind.

emotionale Allergie - Frau mit gesenktem Kopf
Angst- und Stresszustände können sich auch körperlich äußern. Zum Beispiel mit Symptomen, die der Nesselsucht ähneln.

Bestimmung der Allergie vor Beginn der Behandlung

Die Behandlung jeder Erkrankung erfordert eine angemessene Diagnose. Bei emotionalen Allergien muss man sicher sein, dass die Ursache des Problems Stress oder Angst ist und nicht ein Allergen.

Daher sind Tests notwendig, um festzustellen, auf welche Stoffe die Person empfindlich reagieren könnte. Oder ob es tatsächlich der emotionale Faktor ist, der überwiegt.

In jedem Fall sollte ein/e Mediziner/in die Diagnose stellen und die Behandlung verschreiben. Abschließend sei daran erinnert, dass man sich in diesem und allen anderen Fällen, in denen Symptome auftreten, niemals selbst behandeln sollte.


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