Diese Arzneimittel können die Fahrtüchtigkeit beeinflussen!

27 Februar, 2020
Bestimmte Medikamente beeinträchtigen die Aufmerksamkeit, die Konzentration und verursachen Müdigkeit. Patienten, die diese Arzneimittel einnehmen, sollten nicht Auto fahren und auch keine schweren Maschinen betätigen, um Unfällen vorzubeugen. 

Viele Arzneimittel, die häufig zum Einsatz kommen, haben verschiedene Nebenwirkungen, die zum Teil gefährlich sein können. Häufige Nebenerscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen. Doch auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen können die Folge sein und die Fahrtüchtigkeit oder die Handhabung schwerer Maschinen signifikant beeinträchtigen.

Alle im Handel zur Verfügung stehenden Arzneimittel können Nebenwirkungen haben. Die Häufigkeit und der Schweregrad variieren jedoch. Als Nebenwirkungen bezeichnet man alle unerwünschten und unbeabsichtigten Auswirkungen eines Medikaments, die bei der Einnahme zu erwarten sind.

In diesem Sinne erklären wir im Laufe unseres heutigen Artikels Interessantes über verschiedene Arzneimittel, welche die Fahrtüchtigkeit beeinflussen können, da sie zu Müdigkeit oder Konzentrationsproblemen führen.

1. Benzodiazepine und Fahrtüchtigkeit

Benzodiazepine und Fahrtüchtigkeit

Benzodiazepine sind Arzneimittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Sie wirken beruhigend, hypnotisch und antikonvulsiv. Aus diesem Grund kommen diese Medikamente zur Behandlung von Nervosität und Angst, Schlaflosigkeit und anderen Krankheiten, wie Epilepsie, oder bei Alkoholabstinenz zum Einsatz.

Es handelt sich um die am häufigsten verschriebenen psychotropischen Arzneimittel, insbesondere bei Behandlungen durch den Hausarzt. Rund 15 Prozent der Patienten, die Anxiolytika einnehmen und 1,6 Prozent aller Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren, denen Benzodiapezine für wenige Tage oder Wochen verschrieben werden, gehen zur chronischen oder praktisch ständigen Einnahme dieser Arzneimittel über.

Patienten, die mehr davon einnehmen als verschrieben, können davon sediert sein, die Kooperationsfähigkeit verlieren und an Atemdepression leiden, vor allem dann, wenn sie gleichzeitig Alkohol konsumieren.

Außerdem beeinträchtigen diese Medikamente auch bei therapeutischen Mengen oft die Aufmerksamkeit, die Konzentration und die motorischen Funktionen. Deshalb wird dadurch die Fahrtüchtigkeit stark eingeschränkt.

Andererseits können Benzodiazepine Depressionen auslösen, was bei Patienten, die bereits an einer affektiven Störung gelitten haben oder leiden, häufiger der Fall ist.

Wenn die Einnahme dieser Arzneimittel plötzlich unterbrochen wird, kann es zum Abstinenzsyndrom kommen. Dies führt unter anderem zu Symptomen wie Nervosität, Reizbarkeit, Zittern und Halluzinationen.

Manche Patienten, die Benzodiazepine langfristig, jedoch in sehr geringen Dosierungen einnehmen, können an Nervosität und Schlaflosigkeit leiden, wenn sie die Behandlung unterbrechen. Dies ist sowohl auf den fehlenden Arzneistoff, als auch auf die ursprünglich behandelten Symptome zurückzuführen, die erneut auftreten.

2. Antihistaminika erster Generation

Im Unterschied zu anderen Antihistaminika sind die klassischen aus der ersten Generation fähig, die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen. Diese Tatsache führt zu Nebenwirkungen wie:

  • Schläfrigkeit
  • Unscharfes Sehen
  • Andere visuelle Beeinträchtigungen
  • Halluzinationen

Aus diesen Gründen wird dringendst davon abgeraten, nach der Einnahme dieser Medikamente Auto zu fahren.

Antihistaminika zweiter Generation, wie Ebastin, Loratadin oder Cetirizin, haben diese Wirkung nicht. Trotzdem können sie bis zu einem bestimmten Grad ebenfalls verschiedene Effekte auf das zentrale Nervensystem haben. Sie können also auch die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, doch in einem geringeren Grad als Antihistaminika erster Generation.

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3. Antidepressiva und Fahrtüchtigkeit

Antidepressiva und Fahrtüchtigkeit

Bei der Einnahme von Antidepressiva ist ebenfalls vom Autofahren abzuraten. Wie die bereits erwähnten Medikamente können sie ebenfalls Müdigkeit verursachen. Aus Studien geht hervor, dass diese Medikamente bei Patienten mit Depression und Schlaflosigkeit die Schlafqualität verbessern.

Immer häufiger verschreiben Ärzte niedrige Dosen beruhigender Antidepressiva zur Behandlung von Schlafstörungen, da damit gute Erfolge erzielt werden, auch wenn der Patient nicht an einer Depression leidet. Die Ärzte müssen in diesem Fall jedoch auf die möglichen Nebenwirkungen hinweisen und die Patienten über entsprechende Vorsichtsmaßnahmen informieren.

4. Antiepileptika und Fahrtüchtigkeit

Antiepileptika haben verschiedene Nebenwirkungen:

  • Schläfrigkeit
  • Verwirrung oder Benommenheit
  • Gedächtnis- oder Konzentrationsverlust

Zusätzlich zu diesen Folgen, die sich beim Fahren negativ auswirken, kann auch die Krankheit selbst die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Patienten beeinflussen.

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Fazit

Es ist grundlegend, bei der Einnahme von Medikamenten über mögliche Nebenwirkungen Bescheid zu wissendie sich im Straßenverkehr als gefährlich erweisen könnten. Wenn du nicht ausreichend informiert bist, kann dies die Gefahr für schwere Unfälle signifikant erhöhen.

Lasse dich von deinem Arzt oder Apotheker genau informieren, wenn du Zweifel hast, und behandle dich nicht selbst! Wenn du Benzodiazepine oder Antidepressiva einnimmst, versuche Alternativen zu finden, welche deine Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigen.

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