Die oberflächliche Venenentzündung

Das Ziel der Behandlung einer oberflächlichen Venenentzündung besteht darin, zu verhindern, dass sie zu einer tiefen Venenthrombose führt.
Die oberflächliche Venenentzündung

Letzte Aktualisierung: 08. Dezember 2020

Eine längere Inaktivität, beispielsweise infolge einer Verletzung oder Operation, kann zur Bildung von Gerinnseln führen, die den normalen Blutfluss behindern. Dies wiederum kann eine tiefe oder oberflächliche Venenentzündung verursachen und wirkt sich direkt auf unsere Gesundheit und Lebensqualität aus.

Was ist eine Venenentzündung?

Einen Venenentzündung entsteht infolge eines Blutgerinnsels, das den Blutfluss blockiert
Infolge eines Blutgerinnsels wird der Blutfluss blockiert, was zu einer Ischämie führt.

Thrombophlebitis, der medizinische Fachbegriff für eine Venenentzündung, ist ein entzündlicher Prozess, der aus der Bildung eines Blutgerinnsels in einer Vene resultiert. Tatsächlich tritt sie am häufigsten an den Beinen oder den unteren Extremitäten auf. Je nach der betroffenen Vene gibt es zwei Arten dieser Entzündung:

Im Allgemeinen tritt eine tiefe Venenthrombose im tiefen Venensystem auf, das Muskeln und Gewebe mit Blut versorgt und zu sehr schwerwiegenden Komplikationen, wie Lungenembolien, führen kann.

Die oberflächliche Venenentzündung betrifft in erster Linie die Vena saphena magna, eine große, oberflächliche Vene in Oberschenkel und Bein. Bisher wurde eine oberflächliche Venenentzündung als selbstlimitierend und relativ gutartig empfunden. Wir sollten jedoch beachten, dass sie zur Entwicklung einer tiefen Venenthrombose und anderer Komplikationen führen kann.

Obwohl die Inzidenzrate der Thrombophlebitis nicht sehr klar ist, wird angenommen, dass sie höher ist als die der Phlebothrombose, von der etwa 1 von 1.000 Menschen betroffen ist.

Die oberflächliche Venenentzündung und ihre verschiedenen Arten

  • Sterile oberflächliche Thrombose. Dies ist der Typ, der am häufigsten vorkommt.
  • Oberflächliche traumatische Thrombophlebitis. Sie tritt nach einer Verletzung der Extremität auf und verursacht normalerweise große Blutergüsse im umliegenden Gewebe.
  • Infektiöse Thrombophlebitis. Sie ist meistens die Folge einer längeren intravenösen Kanülierung.
  • Wandernde Thrombophlebitis. Hierbei handelt es sich um eine wiederkehrende oberflächliche Thrombophlebitis ohne erkennbare Ursache. Sie kann mit schwereren Erkrankungen, wie zum Beispiel einem Pankreaskarzinom, in Verbindung gebracht werden.

Symptome der Thrombophlebitis

Nachdem sich das Blutgerinnsel gebildet hat, kann ein Hämatom entstehen
Nachdem sich das Blutgerinnsel gebildet hat, kann durch die Ruptur des Blutgefäßes ein oberflächliches Hämatom entstehen.

Die Diagnose einer Thrombophlebitis basiert auf dem Auftreten der folgenden Symptome: 

  • Lokale Schmerzen
  • Erythem
  • Pruritus
  • Empfindlichkeit
  • Rötung der Haut
  • Straffung des angrenzenden Gewebes

Ursachen der Thrombophlebitis

Die oberflächliche Venenentzündung teilt viele Risikofaktoren mit anderen thrombotischen Erkrankungen. Von allen Risikofaktoren, die mit der Entwicklung einer oberflächlichen Venenentzündung verbunden sind, sind Krampfadern die wichtigsten, und auch diejenigen, die klinisch am besten identifizierbar sind.

Im Folgenden findest du eine Reihe anderer häufiger Ursachen, die im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Thrombophlebitis stehen:

  • Längere Immobilität oder Inaktivität
  • Hyperkoagulierbarer Zustand
  • Frühere Episoden einer oberflächlichen Venenentzündung
  • Lange Reisen
  • Operation
  • Schwangerschaft
  • Östrogenabhängige Hormontherapie
  • Übergewicht oder Fettleibigkeit

Wie sieht die Behandlung einer oberflächlichen Venenentzündung aus?

Die derzeitige Behandlung konzentriert sich auf die Linderung von Schmerzen, Entzündungen und vor allem auf die Verhinderung des Fortschreitens zu einer tiefen Venenthrombose. Das Risiko eines Fortschreitens zu einer venösen Thromboembolie liegt bei etwa 5%.

Darüber hinaus gelten Patienten mit Blutgerinnseln oberhalb des Knies, das heißt in der Nähe des Sapheno-Femur-Übergangs, oder mit Blutgerinnseln die größer als 5 cm sind, als Patienten mit einem Risiko für thromboembolische Komplikationen.

Die Behandlung basiert auf der Verwendung nichtsteroidaler entzündungshemmender Medikamente (NSAIDs), wie Ibuprofen oder Naproxen, zur lokalen Schmerzlinderung. In schwereren Fällen oder in Situationen, in denen der Patient Risikofaktoren aufweist, setzen Ärzte jedoch niedermolekulare Antikoagulanzien ein, wie zum Beispiel Heparin. Ärzte verschreiben diese Medikamente auch häufig nach einer Operation, um die Bildung von Gerinnseln zu verhindern.

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Oberflächliche Venenentzündung: Vorbeugende Maßnahmen

Denke daran, dass dein Risiko, eine Thrombophlebitis zu erleiden, bei längerer Inaktivität steigt. Dies kann aufgrund einer langen Reise, eines operativen Eingriffs oder als Folge einer Krankheit, wie Fettleibigkeit, geschehen. Im Folgenden findest du einige Maßnahmen, die du unternehmen kannst, um die Bildung eines Blutgerinnsels zu verhindern:

  • Gehe regelmäßig spazieren.
  • Bewege deine Beine regelmäßig.
  • Trage lockere Kleidung.
  • Trinke ausreichend Flüssigkeit.

Derzeit gibt es ein größeres medizinisches Wissen über oberflächliche Venenentzündungen, was die Methoden zur Diagnose und Behandlung dieser Krankheit verändert hat. Bis vor einem Jahrzehnt betrachteten Ärzte die oberflächliche Venenentzündung als eine banale und leicht zu diagnostizierende Krankheit, für die es aber auch keine eindeutige Behandlung gab.

Inzwischen stufen Ärzte dieses Leiden jedoch als potenziell schwerwiegende Erkrankung ein, da es zu einer tiefen Venenthrombose führen und fatale Folgen, wie eine Lungenembolie, nach sich ziehen kann.

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