Depression bei Jugendlichen erkennen

25 Juni, 2020
Du glaubst, dass dein jugendliches Kind an einer Depression leiden könnte? Dann lies weiter, denn in diesem Beitrag sprechen wir über die wichtigsten Symptome dieses Problems. 

Die Jugend ist eine Zeit großer Veränderungen: In diesem Lebensabschnitt sind die meisten auf der Suche nach dem eigenen Selbst und erleben die erste Liebe und auch Enttäuschungen. Es ist für viele eine schwierige Zeit, nicht nur für die Jugendlichen selbst, sondern auch für die Eltern. Viel öfter als wir denken, kommt es im Jugendalter zu einer Depression. Dies hat nichts mit vorübergehenden Stimmungsschwankungen zu tun, es handelt sich um eine ernste Krankheit.

Aus Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht hervor, dass Depression was Morbidität und Behinderungen bei Jugendlichen anbelangt an der dritten Stelle steht. Selbstmord ist bei Menschen zwischen 15 und 19 Jahren die dritthäufigste Todesursache.

Wenn wir diese Daten berücksichtigen, wird offensichtlich, wie wichtig die frühzeitige Erkennung der Depression ist. Erfahre heute mehr darüber. 

Depression bei Jugendlichen

Depression bei Jugendlichen
Depressionen drücken sich durch tiefe Traurigkeit über einen längeren Zeitraum aus.

Die Definition einer Depression lautet: „Syndrom, das durch tiefe Traurigkeit gekennzeichnet ist und durch die Inhibition psychischer Funktionen, manchmal mit neurovegetativen Störungen.“

Dieses mentale Gesundheitsproblem führt dazu, dass Betroffene das Interesse an Aktivitäten verlieren, die sie früher gerne hatten. Dein jugendliches Kind wird davon so sehr betroffen sein, dass es seine Gedanken, Gefühle und sein Verhalten verändert.

Wenn wir von Depressionen bei Jugendlichen sprechen, stehen wir vor ernsten funktionalen, physischen und emotionalen Problemen, die zu Extremsituationen wie Selbstverletzung oder Selbstmord führen können. 

Ungefähr 10 bis 20 Prozent der Jugendlichen weltweit leiden an dieser mentalen Störung. Allerdings erfolgt die Diagnose und Behandlung nur bei einem Bruchteil der Betroffenen.

Jugendliche üben häufig großen Druck auf sich selbst aus, denn sie möchten einer Gruppe zugehören, erfahren die ersten Enttäuschungen in der Liebe und müssen in der Schule gewisse Erwartungen erfüllen. All dies kann zu brüsken Stimmungsschwankungen, Depressionen und anderen Konsequenzen führen. Wir sprechen von einem Zustand, der längere Zeit anhält.

Risikofaktoren für Depression bei Jugendlichen

Jeder kann an einer Depression erkranken. Allerdings sind manche Menschen aufgrund ihrer Voraussetzungen oder bestimmter Umstände dafür gefährdeter. Auch die genetische Vorbelastung, die Biologie und die Gehirnchemie spielen dabei eine Rolle.

Folgende Faktoren können bei Jugendlichen Stress auslösen und in bestimmten Fällen auch zu Depressionen führen:

  • Der Druck der Gruppe
  • Einfluss der Kommunikationsmittel
  • Exzessiver Gebrauch von Technologien
  • Die Erkundung der eigenen Sexualität
  • Gewalt in der Familie
  • Bullying und Hänseleien in der Schule
  • Sozioökonomische Probleme
  • Physische oder mentale Krankheit
  • Unerwünschte Schwangerschaft
  • Zugehörigkeit zu einer Minderheitengruppe

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Symptome der Depression bei Jugendlichen

Symptome der Depression bei Jugendlichen
Der Facharzt analysiert bei einer Depression im Jugendalter das genaue Krankheitsbild und verschreibt eine Therapie.

Es ist wichtig, die Augen gut zu öffnen, um mögliche Veränderungen der Persönlichkeit oder des Verhaltens deines jugendlichen Kindes zu beobachten. Wenn dies über einen längeren Zeitraum der Fall ist, benötigt dein Sohn oder deine Tochter möglicherweise professionelle Hilfe und Unterstützung.

Folgende Anzeichen können auf eine Depression im Jugendalter hinweisen:

  1. Gefühl der Traurigkeit und unkontrolliertes Weinen
  2. Veränderungen des Appetits: manchmal großer Hunger, oft auch gar keinen Appetit
  3. Schlaflosigkeit oder sehr große Müdigkeit und Tagesschläfrigkeit
  4. Abfall der schulischen Leistung
  5. Missbrauch von Alkohol und/oder Drogen
  6. Migräne, Kopf- oder Magenschmerzen
  7. Selbstverletzung: Der betroffene Jugendliche fügt sich selbst Schmerz zu.
  8. Gedanken über Selbstmord und mögliche Suizidversuche
  9. Reizbarkeit, Frustration und Zorn ohne offensichtlichen Grund

Anmerkung: Es müssen keinesfalls alle diese Anzeichen vorhanden sein. Je früher du dein jugendliches Kind bei Verdacht auf Depression zum Arzt bringst, desto besser. Der Facharzt wird nach einer gründlichen Untersuchung bei Bedarf die richtige Therapie verschreiben.

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Behandlungsmöglichkeiten bei Jugendlichen mit Depressionen

Wenn du den Verdacht hegst, dass dein jugendliches Kind an einer Depression leidet, solltest du zuerst mit einem Vertrauensarzt sprechen. Er wird dich orientieren, deinen Sohn oder deine Tochter untersuchen und falls nötig eine Therapie verschreiben. Im Allgemeinen empfiehlt sich die Kombination von Antidepressiva mit einer Psychotherapie.

Bei der Psychotherapie mit einem Psychologen oder Psychiater erhält der Betroffene Unterstützung und Hilfe, um negative Gedanken abzulegen und wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. 

In vielen Fällen verabreicht der Arzt dem betroffenen Patienten gleichzeitig Fluoxetin oder Escitalopram. Beide Medikamente wurden von der FDA zur Behandlung von Jugendlichen mit Depressionen genehmigt. 

Wichtig ist, deinen Sohn oder deine Tochter bei den ersten Anzeichen ärztlich untersuchen zu lassen. Sollte sich die Diagnose bestätigen kann eine frühe Behandlung deinem jugendlichen Kind helfen, das Leben aus einer anderen Perspektive zu sehen. 

  • Organización Mundial de la Salud. (2018). Adolescentes: riesgos para la salud y soluciones. https://www.who.int/es/news-room/fact-sheets/detail/adolescents-health-risks-and-solutions
  • Mayo Clinic. Depresión en adolescentes. https://www.mayoclinic.org/es-es/diseases-conditions/teen-depression/symptoms-causes/syc-20350985
  • MedlinePlus. Depresión en adolescentes. https://medlineplus.gov/spanish/teendepression.html
  • Boletín Médico del Hospital Infantil de México. (2015). Depresión en adolescentes. Un problema oculto para la salud pública y la práctica clínica. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1665114615000659