Aktives Leben: Ist das Fitnesscenter unumgänglich?

21 Januar, 2020
Die mit Bewegungsmangel assoziierten Risiken sind ganz einfach zu vermeiden: Du kannst einen aktiven Lebensstil erreichen, indem du physische Aktivitäten in deinen Alltag einbaust. Wie das am besten geht? Lies weiter, wir haben nützliche Tipps für dich!

Aus Statistiken geht hervor, dass sich der Anteil der Deutschen, die sich ausreichend bewegen, seit 2010 von 60 Prozent auf 43 Prozent im Jahre 2018 reduziert hat. Die Zahlen verschlechtern sich von Jahr zu Jahr, was natürlich auch Auswirkungen auf die Gesundheit hat, und zwar sehr ernste. Dabei ist es gar nicht schwer, ein aktives Leben zu führen, indem man Bewegung in den Alltag einbaut.

Im Jahr 2018 hat die wissenschaftliche Zeitschrift The Lancet eine Meta-Analyse veröffentlicht, für die Daten von 1,9 Millionen Teilnehmern untersucht wurden. Die Ergebnisse über Bewegungsmangel in westlichen Ländern sind äußerst besorgniserregend.

Wie aus dem letzten „European Health & Fitness Market Report 2019“ hervorgeht, hat sich das Fitnesstraining als Sportart in ganz Europa konsolidiert und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 

Rund 80 Prozent der Kinder bewegen sich in Deutschland zu wenig, obwohl immer mehr in Sportvereinen eingeschrieben sind.

Trotz dieser erfreulichen Daten über die Zunahme von Kunden in Fitnesscentern oder Sportvereinen, scheint dies keine Lösung für den Bewegungsmangel zu sein. Denn das Problem liegt darin, dass das Durchhaltevermögen und die Beständigkeit trotz der theoretischen Vorteile nicht ausreichend sind.

Aktuelle Studien weisen außerdem darauf hin, dass Erwachsene zusätzlich zu der von offiziellen Organismen, wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), empfohlenen täglichen Bewegung, insbesondere zu langes Sitzen verhindern sollten. 

Der Besuch im Fitnesscenter ist für deine Gesundheit nicht ausreichend, wenn du den Rest des Tages sitzend verbringst. Bewegungsmangel führt in Europa zu doppelt so vielen Todesfällen wie Adipositas. Das damit einhergehende kardiovaskuläre Risiko hängt nicht vom Gewicht ab.

Muss ich unbedingt ins Fitnesscenter?

Aktives Leben: Muss ich unbedingt ins Fitnesscenter?

Was die Gesundheit anbelangt, scheint der Besuch im Fitnesscenter unnötig und nicht ausreichend zu sein. Du kannst damit nicht verhindern, zu lange Zeit im Sitzen zu verbringen und erfüllst in der Regel auch nicht die Empfehlungen für die tägliche Bewegung. Denn meist fehlt es an Adhärenz.

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Die fehlende Adhärenz ist in der Regel darauf zurückzuführen, dass man für Aktivitäten im Fitnesscenter Zeit benötigt, an der es den meisten fehlt. Außerdem sind die Übungen langweilig oder erfordern zu große Anstrengungen, wenn keine ausreichende physische Kondition vorhanden ist.

Aus verschiedenen Forschungsstudien geht hervor, dass die meisten Menschen, die Sport mit guten Vorsätzen beginnen, danach wieder davon ablassen, weil sie nicht über ausreichend Zeit verfügen, es ihnen keinen Spaß macht oder sie nicht über die notwendigen physischen Voraussetzungen verfügen.

Aktives Leben: Wie kann ich Bewegung in den Alltag einbauen?

Wie anfangs bereits erwähnt, ist Bewegungsmangel in allen westlichen Ländern ein Problemdas – wie es scheint – nicht im Fitnesscenter zu lösen ist. Um die schädlichen Folgen fehlender Bewegung zu vermeiden, sind folgende Maßnahmen nötig:

  1. Sich täglich ausreichend zu bewegen und
  2. gleichzeitig zu langes Sitzen zu verhindern.

Es geht darum, einen aktiven Lebensstil anzunehmen, in dem Bewegung in den Alltag integriert und zur Gewohnheit wird. 

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt täglich ein Minimum an 20 Minuten sportlicher Aktivitäten (mindestens 150 Minuten pro Woche). Doch die meisten Studien lassen darauf schließen, dass das kardiovaskuläre Risiko dann am geringsten ist, wenn man jeden Tag mehr als 7500 Schritte geht. Das entspricht also ungefähr einer Stunde und fünfzehn Minuten.

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Aktives Leben

Mehr scheint also definitiv gesünder zu sein, wenn es um Bewegung geht. Doch den Empfehlungen der WHO entsprechend, solltest du dich mindestens 150 Minuten pro Woche sportlich betätigen. Um Probleme mit der Adhärenz zu vermeiden, kannst du folgende Tipps befolgen:

  • Verwende die Treppe und verzichte auf den Aufzug.
  • Fahre mit dem Rad zur Arbeit oder gehe zu Fuß.
  • Auch die Kinder kannst du von der Schule zu Fuß abholen.
  • Gehe zum Lebensmittelgeschäft zu Fuß, um deine Einkäufe zu tätigen. Am besten wären tägliche kleine Einkäufe, doch wir wissen, dass Zeitmangel das in den meisten Fällen nicht zulässt. Wenn du einen Großeinkauf tätigen musst, kannst du natürlich Ausnahmen machen. Du kannst ins Geschäft zu Fuß gehen und dir dann den Einkauf nach Hause bringen lassen.
  • Verzichte auf jegliche Fahrzeuge, wenn die Strecke kürzer als 20 Minuten ist.
  • Verwende öffentliche Verkehrsmittel, denn so muss du zumindest kleine Strecken zu Fuß gehen.
  • Bei der Hausarbeit kannst du auch zusätzliche Bewegungen einbauen.
  • Gehe (jeden Tag) laufen. Du kannst mit kleinen Strecken beginnen und dich langsam steigern. Damit kannst du nicht nur deine körperliche, sondern auch deine geistige Gesundheit fördern!
  • Praktiziere eine Sportart, die dir Spaß macht und die für die Voraussetzungen, die du mitbringst, geeignet ist!

Aktives Leben: Spezifische Strategien für Menschen, die lange sitzen

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Tipps ist es wichtig, weitere Strategien im Alltag umzusetzen, um weniger lange zu sitzen. Dies ist insbesondere im Büro wichtig, wo du die meiste Zeit des Tages verbringst. 

Wenn du im Job während des Tages nicht aktiv bist, kannst du die Empfehlungen für ein aktives Leben nicht erfüllen. Vermeide langes Sitzen und Bewegungsmangel wann immer möglich!

Aktives Leben: Spezifische Strategien für Menschen, die lange sitzen

Du solltest also auch im Beruf im Rahmen des Möglichen aktiv sein. Baue Bewegung in deinen Tagesablauf ein und mache sie dir zur Gewohnheit. Folgende Tipps können dir dabei helfen:

  • Versuche, Besprechungen in weiter entfernten Räumlichkeiten zu organisieren, nicht immer in deinem eigenen Büro oder direkt daneben.
  • Du musst in Besprechungen nicht sitzen! Wenn nicht mehr als drei bis vier Personen daran teilhaben, könnt ihr sie auch im Stehen oder Gehen durchführen.
  • Wenn du mit Arbeitskollegen sprechen musst, besuche sie in ihrem Büro. Verzichte auf das Telefon!
  • Überlege dir, welche Aktivitäten außerhalb des Arbeitsplatzes du durchführen musst, für die du keinen genauen Zeitplan hast (vergiss nicht jene Aktivitäten, die nicht direkt mit deinem Berufsleben zusammenhängen). Erstelle danach einen Aktionsplan, um diese Aktivitäten über den Tag zu verteilen. Ideal wäre es, jede Stunden einen Grund zu haben, aufzustehen und dich zu bewegen!
  • Wenn du Sport treibst, versuche, diesen an jenen Tagen zu praktizieren, an denen du am meisten sitzt.
  • Solltest du dich sehr erschöpft fühlen, unternimm einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Ein paar Minuten sind ausreichend, um dich zu aktivieren und danach deine intellektuelle Arbeit effizienter wieder aufzunehmen.

Vergiss nicht, dass es nicht ausreichend ist, den täglichen Empfehlungen für physische Aktivitäten nachzukommen, um die Risiken des Bewegungsmangels zu vermeiden. Besonders wichtig ist, die Zeit des Sitzens zu reduzieren. Hier kann dir das Fitnesscenter nicht helfen.

Die Lösung besteht darin, einen aktiven Lebensstil aufzubauen und Bewegung in die alltäglichen Routinen einzubauen.

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