Hautprobleme durch Stress

22 November, 2019
Die Haut ist unser größtes Organ und zeigt uns durch einen einfachen Blick, wenn etwas nicht mit unserem Körper stimmt. Es können beispielsweise Hautprobleme durch Stress auftreten. In diesem Artikel stellen wir dir die häufigsten darunter vor.

Die Haut ist unser größtes Organ und zeigt uns durch einen einfachen Blick, wenn etwas nicht mit unserem Körper stimmt. Es können beispielsweise Hautprobleme durch Stress auftreten. In diesem Artikel stellen wir dir die häufigsten darunter vor.

Im Gegensatz zu anderen Organen sind Anomalien der Haut leicht erkennbar. So lassen sich Veränderungen  ohne weitere Hilfsmittel feststellen.

Zwischen der Haut und dem Nervensystem besteht ein embryologischer Zusammenhang, der auch im Erwachsenenalter noch präsent ist. Eine Erhöhung der Stresshormone hat dementsprechend eine Reihe von physiologischen Veränderungen zur Folge, die sich auf die Haut auswirken.

Die Mechanismen von Stress werden in der sogenannten Hypothalamus-Hypophysen-Achse losgelöst, die Substanzen absondert, die dazu dienen, die Produktion von Cortisol in den Nebennieren zu aktivieren.

Die Rolle von Stress bei Hautproblemen

Hautprobleme durch Stress

Stress hat in erster Linie den Zweck, unseren Organismus zu verteidigen, um unser Überleben zu sichern. Jedoch führt er, wenn er chronisch wird, zu zahlreichen Effekten, die sich negativ auf den Körper auswirken: Hautprobleme durch Stress sind die Folge. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Elastizitätsverlust
  • Falten
  • Schlaffheit
  • Mattheit
  • Flecken
  • weitere relevante Krankheiten

Hautprobleme, die durch chronischen Stress verursacht werden, hängen mit der Blutzirkulation zusammen. In Stresssituationen muss der Organismus schnelle reagieren, um Strategien zur Bekämpfung, Flucht und Lähmung in Gang zu setzen. Auf Befehl des Cortisols wird der Blutfluss zu den Muskeln, dem Herzen, der Lunge und dem Gehirn umgeleitet. Von diesem Einschnitt des Blutflusses wird die Haut beeinträchtigt.

Stress wirkt sich ebenfalls negativ auf das Immunsystem aus und macht unsere Haut anfälliger für Infektionen sowie Tumore, da die Prozesse unserer Immunüberwachung unterbrochen oder verlangsamt werden.

Lies auch: Ein geschwächtes Immunsystem: Was tun?

Cortisol und Hautprobleme durch Stress

Die Haut erscheint in Stresssituationen bleich, glanzlos und wenig vital. Generell ist der fehlende Blutfluss die Ursache für die daraus hervorgehenden Hautprobleme.

Cortisol setzt Energie in Form von Zucker frei, die überschüssige Metaboliten produzieren, die sogenannten freien Radikale. Letztere sind für die Bildung von Falten und Pickeln verantwortlich. Außerdem lassen sie die Haut verdünnen und verleihen ihr ein mattes Aussehen.

Hautprobleme durch Stress und Cortisol

Ein weiteres Problem, das mit Stress einhergeht, ist eine frühzeitige Alterung der Haut. Dies lässt sich mit verschiedenen Auswirkungen von Cortisol erklären, die zu den bereits oben genannten hinzugefügt werden können:

  • Cortisol reduziert die Kollagenproduktion, was sich auf die Elastizität der Haut auswirkt und die Entstehung von Falten begünstigt.
  • Es verringert die Melatoninsynthese. Melatonin ist ein Hormon, das den Schlaf reguliert und vermeidet, dass sich die Hautzellen in der Nacht regenerieren.

In Bezug auf emotionale Auswirkungen von Stress auf die Haut sind vor allem Ausdrucksfalten zu erwähnen. Es wird oft gesagt, dass die Haut der Spiegel der Seele sei. Daher zeigt sich emotionale Belastung häufig in Form von Falten auf der Stirn und eines Stirnrunzelns, die unseren Gemütszustand widerspiegeln.

Krankheiten, die mit Hautproblemen durch Stress einhergehen

Es existiert eine Vielzahl von dermatologischen Krankheiten, die unmittelbar mit Stress verbunden sind. Die wichtigsten stellen wir nachfolgend vor.

Akne

Auch wenn hormonelle Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Akne spielen, sind die emotionalen nicht zu unterschätzen. Es konnte festgestellt werden, dass sich bei der Mehrheit der Personen, die mit Stress zu kämpfen haben, ihre Akne neben Medikamenten auch durch Therapien, Yoga, Meditation und andere Entspannungstechniken verbessert hat.

Wissenswert: Akne loswerden in 8 Schritten

Neurodermitis

Neurodermitis lässt sich zwar mit Umweltfaktoren, Dehydrierung, Hautreizungen, Infektionen und sogar Schweiß erklären. Jedoch sind rund 70 Prozent der Fälle auf Stress zurückzuführen.

Diese Hauterkrankung zeigt sich oftmals anhand eines Teufelskreises aus Juckreiz und Kratzen, der zwanghaft werden und in einer Verschlimmerung durch eine Superinfektion und andere schwerwiegendere Komplikationen resultieren kann.

Hautprobleme durch Stress

Hautprobleme durch Stress: Seborrhoische Dermatitis

Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die direkt mit Stressepisoden zusammenhängt. Sie entsteht in Momenten großer Ängstlichkeit, beispielsweise aufgrund eines Arbeits- oder Wohnortwechsels, einer Trennung, einer Krankheit, dem Tod einer nahestehenden Person oder auch bei Prüfungen.

Hautabschürfungen

In diesem Fall kratzt sich der Patient oder die Patientin zwanghaft, wodurch über Jahre anhaltende Phasen von Juckreiz auftreten können. Besonders betroffen sind junge Menschen, vor allem Mädchen im Jugendalter, die aufgrund hormoneller Veränderungen Stress ausgesetzt sind. Durch das wiederholte Kratzen kann es zu schweren Verletzungen kommen.

Dieses Problem lässt sich für gewöhnlich einfacher bewältigen, wenn es sich um eine psychische Beeinträchtigung handelt, auch wenn einige Jahre vergehen können, bis eine entsprechende Diagnose gestellt wird. Oftmals mangelt es auch an effektiven Behandlungsmethoden.

Alopecia areata

Alopecia areata ist eine Form des Haarausfalls an bestimmten Stellen des Kopfes in Form kleiner, münzgroßer Kreise. Für diesen ist oftmals eine genetische Veranlagung aufgrund autoimmuner Faktoren verantwortlich. Jedoch wurde festgestellt, dass auch emotionale Faktoren eine Ursache sein können.

Der unmittelbare Zusammenhang zwischen Stress und Autoimmunerkrankungen ist erwiesen. Daher ist es auch erwähnenswert, dass die Inzidenz von Alopecia areata bei Personen mit psychischen Erkrankungen laut Studien zwischen 30 und 90 Prozent liegt.

Obwohl es viele weitere Hautprobleme gibt, die durch Stress verursacht werden, zählen die vorigen zu den am häufigsten auftretenden. Eine jedoch besonders typische Hauterkrankung ist die sogenannte Psoriasis, auch als Schuppenflechte bekannt.

Hautprobleme durch Stress

Hautprobleme durch Stress: Psoriasis

Die Psoriasis zeichnet sich durch den beschleunigten Lebenszyklus von Hautzellen aus, die früh absterben. Diese häufen sich an der Hautoberfläche in Form von Schuppen und roten Flecken an: Ein intensives Jucken und Schmerzen sind die Folge.

Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine episodische chronische Krankheit. Das heißt, dass sie für eine Zeit lang verschwinden, jedoch in stressbedingten Situationen wieder auftreten kann.

Der Schweregrad der Psoriasis hängt direkt mit dem von Stress, Ängstlichkeit oder Depressionen zusammen. Laut einiger Untersuchungen verhält sich die Intensität der Erkrankung  proportional zur Schwere einer bestehenden Depression.

Alle Persönlichkeitsmerkmale, die eine Person anfällig für Stresseinflüsse machen, sind ebenfalls für die Entstehung von Schuppenflechte verantwortlich. Somit wird der direkte Zusammenhang ersichtlich.

Wird der Stress reduziert, verbessern sich in der Regel auch die Angstzustände einschließlich der Depression und demnach auch die Psoriasis.

Es ist zu erwähnen, dass Letztere häufig zu sozialer Ablehnung führt. Der oder die Betroffene fühlt sich stigmatisiert und zieht sich zurück, wodurch zusätzlicher Stress verursacht wird.

In diesem Artikel hast du einige Beispiele kennengelernt, wie Hautprobleme durch Stress in Erscheinung treten können. Sicherlich hast du auch festgestellt, wie wichtig es ist, mit Stress richtig umzugehen. Denn dieser kann nicht nur zu Depressionen führen, sondern auch unser Immunsystem schwächen und indirekt zur Entstehung von Tumoren beitragen.

  • Tribó Boixareu, M.J. Razones de ser y utilidad de la psicodermatologia. Piel 2006; 21:51-3
  • Gracia, M.J. y Ruiz, S. Estrés, calidad de vida y psoriasis: estado actual. Psiquiatr Biol. 2001;08:141-5
  • Castellano Rioja, E. Unidad didáctica V Bloque psicología 2ª parte. Master Deterioro Integridad Cutánea Ulceras y Heridas.
  • García Hernández, M.J. y Ruiz Redondo, S. Suicidio y Dermatología. Actas Dermosifiliogr. 1999; 90:411-5
  • Grimalt, T.; Cotterill, J.A y cols. Dermatología y Psiquiatría. Historias clínicas comentadas. Madrid. Aula Médica Ediciones 2002: 20-38
  • Romaní de Grabiel, J. y Chesa  ela, D. Psicodermatología en atención primaria. Piel 2005;20(6):282-9