Deine Schlüssel zu besserer Resilienz

20 Juli, 2016
Wer über eine gute Resilienz verfügt, kann Krisen leichter bewältigen

Als Resilienz wird in der Psychologie die seelische Widerstandskraft bezeichnet. Man könnte sie auch „innere Stärke“ nennen.

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Krisen, Konflikte, Misserfolge und andere persönliche Niederlagen erfolgreich zu meistern und unbeschadet zu überstehen.

Resilienz im Alltag

Die Fähigkeit der Resilienz bezieht sich nicht nur auf schwere Schicksalsschläge wie Tod, Trennung, Unfälle oder sonstige persönliche Katastrophen, sondern nutzt Menschen auch bei der leichteren Bewältigung des Alltags.

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Das sogenannte „Immunsystem der Seele“ wird nicht nur bei solch traumatischen Erfahrungen benötigt.

Sondern auch bei kleineren negativen Vorkommnissen im Alltag, wie beispielsweise Konflikte im Berufsleben,  ist es gut, etwas dieser „Unverwüstlichkeit“ zu haben, die manche Menschen zu „Stehaufmännchen“ macht.

In Situationen, die viele Menschen hilflos machen, gehen resiliente Menschen mit einem klaren Kopf heraus, reagieren flexibel und kreativ, lassen sich nicht unterkriegen und ziehen daraus sogar Lehren für ihr Leben.

Resiliente Personen empfinden solche krisenhafte Lebensabschnitte meist nicht als Problem, sondern als Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Obwohl sich resiliente Menschen wesentlich schneller von Schicksalsschlägen und Niederlagen erholen, bedeutet das jedoch nicht, dass sie unverwundbar sind.

Auch sie haben eine Seele, kämpfen mit traumatischen Erlebnissen und kennen ebenso das Gefühl der Verzweiflung. Der große Unterschied jedoch ist: Sie vertrauen darauf, dass sie mit dieser negativen Situation fertig werden und die Krise meistern.

Freiheit Resilienz kann man lernen!

Resilienz ist keine angeborene Begabung und nicht genetisch bedingt. Es ist eine erlernte Fähigkeit, die man im Laufe des Lebens erlernen kann. Jeder, der weiß, dass er mit Niederlagen schlecht klar kommt und Krisen schlecht bewältigt, kann daran arbeiten, seine Resilienz zu verbessern.

Ziel ist es, in Krisen zu erkennen, dass man selbst immer in der Lage sein wird, mit der Situation umzugehen, das Problem zu lösen und die Situation zu meistern. Man kann dies wirklich trainieren. Folgende Faktoren sind dabei wichtig:

  • Eine enge Bezugsperson, der man vertraut und die Sicherheit vermittelt. Zu dieser Person sollte eine enge emotionale Beziehung bestehen, die auf Vertrauen und Zuverlässigkeit baut. Dies können Familienangehörige, Freunde oder Partner sein. Je mehr solcher Personen im persönlichen sozialen Umfeld existieren, desto besser.
  • Ein gesundes Selbstwertgefühl. Auch dies ist teilweise davon abhängig, in welchem sozialen Umfeld wir uns bewegen. Werden wir respektiert und wertgeschätzt sowie geachtet, so stärkt dies auch unser Selbstwertgefühl.
  • Unterstützung von den Eltern: Haben uns unsere Eltern stets unterstützt und angeleitet, ist dies bereits ein guter Grundstein ihrer Erziehung, um daraus eine gute Resilienz zu entwickeln. Achte darauf, wenn du deine eigenen Kinder erziehst!
  • Gute Vorbilder: Meist sind es die Eltern, die Kinder als Vorbilder prägen. Dies kann aber auch ein anderer Verwandter oder eine andere soziale Bezugsperson mit guter Resilienz sein, die schon Kindern als Vorbild dient und zeigt, wie man Krisen erfolgreich bewältigt und mit Niederlagen umgeht.

Weitere Dinge, die man braucht

  • Positive Erfahrungen mit Menschen: Resiliente Personen sind nicht davon überzeugt, dass „die Welt böse ist“, sondern vertrauen auf das Gute. Positive Erfahrungen mit anderen Menschen, seien es Freunde oder Unbekannte, erhöhen die Resilienz.
  • Die Überzeugung, selbst Einfluss nehmen zu können: Erkenne, dass du selbst dein Leben in der Hand hast und nur du darauf Einfluss nehmen kannst. Du bist Kapitän deines Lebens und entscheidest, wohin die Reise geht. Nur du kannst dich von stürmischer See in stille Gewässer manövrieren!
  • Verantwortung übernehmen. Du darfst dich niemals als Opfer sehen, denn du bist für dich, dein Leben und dein Handeln selbst verantwortlich!
  • Das Selbstbewusstsein stärken. Verfügst du über ein starkes Selbstbewusstsein, so hast du auch Vertrauen in dich selbst, schwierige Situationen zu meistern. Du vertraust dir selbst, eine Lösung zu finden.

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  • Bitte um Hilfe! Resiliente Personen haben die Fähigkeit, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Sie erkennen, wann sie mit ihren eigenen Möglichkeiten am Ende sind und nur mit Hilfe anderer weiter kommen. Fordere Hilfe ein, wenn du sie brauchst und nimm sie auch an!
  • Think pink! Resiliente Menschen wissen, dass Krisen nicht für immer sind, dass sie vorüber gehen und dass es für jedes Problem eine Lösung gibt.
  • Krisen annehmen. Niederlagen, Schicksalsschläge und Krisen gehören zum Leben. Je eher wir sie annehmen und uns aktiv darum bemühen, sie zu meistern, desto eher gehen solche Phasen vorüber.

Beachte diese Punkte und arbeite an dir, deinem Verhalten, deinen Denkstrukturen. Fange im Kleinen an. Mache niemals aus einer Mücke einen Elefanten und trainiere tagtäglich deine Resilienz.

  • Davydov, D. M., Stewart, R., Ritchie, K., & Chaudieu, I. (2010). Resilience and mental health. Clinical Psychology Review. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2010.03.003
  • Windle, G. (2011). What is resilience? A review and concept analysis. Reviews in Clinical Gerontology. https://doi.org/10.1017/S0959259810000420