Oft weint man, ohne zu wissen, dass es das Leben damit gut mit einem meint

Wer weint, lernt oft erst später, wozu dies gut war

Wer in der Öffentlichkeit weint, schämt sich seiner Tränen. Doch oft öffnet Weinen die nötigen Ventile, die unserer Seele gut tun. Und oft liegt im Grund unserer Tränen auch etwas, was uns im Leben weiter bringt…

Wer weint, befreit seine Seele

Wer seinen Tränen freien Lauf lässt und weint, wenn einem danach ist, der unterdrückt seine Gefühle nicht und sorgt dafür, dass Emotionen wie Freude, Angst, Trauer, Wut, Überforderung und ähnliches gleich ausbrechen können und sich keine negativen Gedanken und Gefühle „anstauen“.

Evolutionsbedingt dient das Weinen unserem Organismus als Schutzfunktion und Verarbeitungsstrategie.

Tränen lösen unsere Gefühlsspannungen. Weinen bringt Erleichterung, aber auch Erschöpfung mit sich, denn starkes Weinen erhöht die Herzschlagfrequenz und kostet Energie.

Daher wird man nach ausgiebigem Weinen auch oft müde. Es mag peinlich sein, in der Öffentlichkeit zu weinen, aber seiner eigenen Seelengesundheit zu liebe sollte man sich die Tränen wirklich gönnen. Sind sie getrocknet, ist ein Teil der negativen Energie im wahrsten Sinne des Wortes schon „verflossen“!

Frau weintHotel „zum Weinen“ in Japan

In vielen Kulturen wird das Weinen in der Öffentlichkeit als schwach angesehen. Kaum einer weiß, wie man damit umgehen soll, wenn ein fremder Mensch plötzlich in der Öffentlichkeit anfängt, zu weinen.

In Japan ist es für Frauen ein besonders starkes Tabuthema, in der Öffentlichkeit Tränen zu zeigen.

Deshalb hat dort nun ein Hotel spezielle Zimmer eingerichtet, in denen Frauen ihren Emotionen freien Lauf lassen können und buchstäblich „Rotz und Wasser heulen“ können.

Dazu stellt das Hotel besonders weiche Taschentücher, typische Frauenfilme, Schlafmaske und andere Accessoires zur Verfügung, die den Frauen beim „ausheulen“ nützlich sein könnten. Zusätzlich sind die Zimmer besonders gut schallisoliert, um eine absolute Diskretion zu gewährleisten.

Frau ist traurig und weintTränen gegen Stress

Wer weint, weil er unter Stress steht, braucht eine Pause. Dringend. Das kann eine kleine, bewusste Auszeit bei einem Spaziergang an der Sonne, eine etwas größere Auszeit bei einem verlängerten Wochenende an der See oder in den Bergen sein oder die große berufliche Auszeit.

Wer unter Stress weint, sollte das Notsignal seines Körpers erkennen: er produziert damit Prolakin, ein Hormon, das beruhigend wirkt. Besser ist es, regelmäßig bewusst zu entspannen, damit es nicht so weit kommen muss!

Studien haben ergeben, dass besonders Männer, die sich niemals eine Träne zugestehen, unter stressbedingten Erkrankungen leiden.

Junge Frau weint und wischt sich Tränen aus dem GesichtTränen gegen Schmerz

Wer weint, der produziert Hormone. Einige davon wirken schmerzstillend. Ein Teil dieser Hormone findet sich in den Tränen wieder, ein Großteil davon wird aber ins Blut ausgeschüttet und sorgt so dafür, dass es dir nach dem Weinen besser geht.

Kleine Kinder weinen ja auch, wenn sie sich weh getan haben. Uns wird antrainiert, nicht zu weinen, nach dem Motto „Indianer kennen keinen Schmerz“ oder „sei keine Heulsuse“.

Das ist aber, biologisch gesehen, nicht richtig. Der Körper besitzt natürliche Schutzmechanismen. Diese zu unterdrücken verstärkt unter Umständen den Schmerz noch!

Wenn du dir also weh getan hast und fühlst, wie Tränen in dir aufsteigen, unterdrücke sie nicht. Merke dir einfach: Mit den Tränen werden auch schmerzlindernde Stoffe produziert – und die brauchst du dann auch!

Frau die weintRichtig weinen

Nicht jede Träne ist heilsam für die Seele. Weinen kann auch manipulativ eingesetzt und erlernt werden. Sogenannte „Krokodilstränen“ sind solche, die künstlich herbei geführt werden, um Mitleid zu erheischen und künstlich Mitgefühl bei anderen zu bewirken.

Sie sind in der Zusammensetzung ganz anders als Tränen, die aus Emotionen oder Schmerzen heraus entstehen.

Genauso verhält es sich mit den Tränen, die beim Zwiebelschneiden kullern. Diese Tränen entstehen nur aufgrund von einer Reizung der Schleimhäute und der Bindehaut.

Man kann sich das wie bei einer Allergie vorstellen, das Auge reagiert, weil es den Störfaktor gerne ausspülen möchte. Die Tränen enthalten dann keine Hormone.

Frau von Klimt weintDas Leben meint es oft besser, als wir denken!

Oft weinen wir uns die Seele aus dem Leib, weil etwas geschehen ist, das unsere Seele betrübt, uns psychische oder physische Schmerzen bereitet, uns das Herz zerbricht.

Solange der Kummer oder Schmerz anhält, ist unser Blick nicht klar genug, um zu erkennen, dass oft genug der Grund unserer Tränen ein weiterer Pflasterstein auf dem Weg unseres Lebens ist.

Eine Lektion vielleicht, damit wir lernen, gewisse Dinge in Zukunft anders zu machen. Ein Schmerz vielleicht, der uns vor schlimmerem Unheil bewahrt hat. Eine Trennung vielleicht, die uns vor kommenden Problemen schützt. Oft wissen wir erst hinterher, wozu die Tränen gut waren!