Dampf- und Heißwasserverbrennungen: Behandlungen und Empfehlungen

Der Kontakt mit Dampf und heißem Wasser kann Verbrennungen unterschiedlichen Grades verursachen. Wann sollte man einen Arzt aufsuchen? Was sollte man tun, um Komplikationen zu vermeiden? An dieser Stelle gehen wir ausführlich darauf ein.
Dampf- und Heißwasserverbrennungen: Behandlungen und Empfehlungen

Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2022

Dampf- und Heißwasserverbrennungen, auch “Verbrühungen” genannt, sind einer der häufigsten Unfälle im Haushalt. Auf den ersten Blick scheinen sie das Gewebe kaum zu beeinträchtigen; sie können jedoch ernsthafte Schäden verursachen. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, wie man damit umgeht.

Wenn wir an Verbrennungen denken, kommen uns als Erstes solche in den Sinn, die durch Feuer verursacht werden. Aber, wie die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) feststellten, sind von allen Patienten, die in den USA wegen Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, zwischen 33 % und 58 % das Ergebnis von Verbrühungen.

Generell gibt es verschiedene Arten von Verbrennungen, je nach Tiefe. In diesem Sinne können es Verbrennung ersten, zweiten oder dritten Grades sein. Letzterer ist dabei der schwerste Grad und es können tiefe Gewebe wie Muskeln und Nerven betroffen sein.

Wie kommt es zu Dampf- und Heißwasserverbrennungen?

Die meisten Verbrühungen ereignen sich im Haushalt während man alltägliche Aufgaben verrichtet. Wenn Wasser seinen Siedepunkt erreicht, verwandelt es sich in Dampf. Bei diesem Prozess werden die Partikel kleiner, behalten aber eine Temperatur von ca. 100° C bei.

Daher können sowohl heißes Wasser als auch Dampf sehr schwere Verbrennungen verursachen. Laut der Spanischen Gesellschaft für Pädiatrie kann heißes Wasser mit einer Temperatur von 60° C bei einem Kind in nur 3 Sekunden eine Verbrennung dritten Grades verursachen.

Verbrennungen entstehen häufig beim Kochen von Lebensmitteln. Sie treten insbesondere beim Umgang mit Alltagsgegenständen wie Wasserkochern, Dampfgarern oder Schnellkochtöpfen auf. Da Wasser bei der Umwandlung in Dampf die Fläche, die es einnimmt, ausdehnt, entweicht es in der Regel mit einem gewissen Druck aus dem Behälter. Infolgedessen nehmen die Gewebeschäden zu.

Die CDC gibt an, dass die am häufigsten von Verbrühungen betroffenen Körperstellen mit einer Häufigkeit von 42 % Arme und Hände sind, während an zweiter Stelle Füße und Beine stehen. Dies hängt mit dem Vorgang selbst zusammen, da Verbrennungen durch das Verschütten von heißen Flüssigkeiten entstehen können.

Heißwasserverbrennungen
In den meisten Fällen entstehen Dampf- und Heißwasserverbrennungen in der Küche bei der Zubereitung von Speisen.

Symptome von Dampf- und Heißwasserverbrennungen

Die Symptome, die bei dieser Art von Verbrennung auftreten, können je nach Tiefe der Verbrennung variieren. In jedem Fall führt diese zu Schmerzen oder Brennen an der betroffenen Stelle, da es zu einer direkten Schädigung des Gewebes kommt, das mit dem Wasser oder Dampf in Berührung kam.

Bei einer Verbrennung ersten Grades kommt es neben dem entsprechenden Brennen lediglich zu einer Rötung der betroffenen Stelle und einer möglichen Schwellung. In diesen Fällen ist nur die oberflächliche Schicht der Haut betroffen, sodass die Schäden gering sind.

Wenn das heiße Wasser oder der Dampf hingegen eine Verbrennung zweiten Grades verursacht hat, entstehen an der betroffenen Stelle Blasen oder kleine Bläschen. Das liegt daran, dass die Hitze in die tieferen Hautschichten eindringt und es zu einer Ablösung der Haut als Abwehrmechanismus des Körpers kommt.

Bei Verbrennungen dritten Grades können Blasen sowie Bereiche beobachtet werden, in denen das tiefe Gewebe freigelegt ist. Zusätzlich kann es durch die Schädigung der Nervenfasern zu einer Funktionseinschränkung des betroffenen Bereichs kommen.

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Erste Hilfe bei Dampf- und Heißwasserverbrennungen

Aufgrund der Häufigkeit von Dampf- und Heißwasserverbrennungen ist es unerlässlich, Erste Hilfe Maßnahmen zu kennen und zu wissen, was zu tun ist, wenn eine solche Situation auftritt. Durch sofortiges Ergreifen geeigneter Maßnahmen können die erlittenen Schäden begrenzt und Komplikationen vermieden werden. Was ist zu beachten?

Bewege die Person von der Wärmequelle weg

Das Erste, was bei jeder Art von Verbrennung zu tun ist, ist, die Person von der Wärmequelle zu entfernen und sie an einen sicheren Ort zu bringen. Dadurch werden Verletzungen in nicht betroffenen Bereichen vermieden.

Kühle die Wunde und entferne alle Kleidungsstücke, die damit in Berührung kommen

Sobald die Person in Sicherheit ist, sollte die Wunde gekühlt werden. Dazu ist es am besten, die betroffene Stelle 20 Minuten lang in warmes Wasser zu halten. Dadurch wird das Gewebe gekühlt und ein Fortschreiten der Verbrennung verhindert. Auf keinen Fall sollte Eis aufgetragen werden, da die Kälte weitere Schäden verursachen kann.

Entferne nach dem Kühlen der Wunde alle Kleidungsstücke oder Schmuckstücke, die mit der betroffenen Stelle in Berührung gekommen sind. In diesem Fall ist es meist am besten, die Kleidung abzuschneiden, um Schäden zu vermeiden. Wenn die Kleidung aus irgendeinem Grund auf der Haut klebt, sollte sie nicht entfernt werden.

Abdecken des betroffenen Bereichs

Nachdem du alle Kleidungsstücke entfernt hast, ist es eine gute Idee, eine sterile Mullbinde oder ein Tuch anzufeuchten und den betroffenen Bereich abzudecken. Wenn die verbrannte Stelle nicht sehr groß ist, kannst du einen Verband anlegen, der die Gliedmaße nicht so stark zusammendrückt, um die Stelle besser zu schützen.

In diesem Fall können bei starken Schmerzen Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Bei großflächigen Verbrennungen kann die Körpertemperatur sinken. Versuche deshalb, sie bei einem normalen Wert zu halten.

Lasse die Blasen nicht platzen und trage keine Substanzen auf die Brandwunde auf

Auftretende Blasen dürfen auf keinen Fall zum Platzen gebracht werden. Dieser Vorgang sollte nur von medizinischem Personal durchgeführt werden, sofern dies erforderlich ist. Durch Aufplatzen der Blasen besteht ein hohes Risiko für Infektionen und Komplikationen der Verletzung.

Es ist auch nicht empfehlenswert, Zahnpasta, Kaffee, Butter oder eine andere Substanz auf die betroffene Stelle aufzutragen, da dies ebenfalls eine bakterielle Infektion begünstigen kann. Die Verwendung von Cremes und Salben sollte nur unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen.

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Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen handelt es sich bei Dampf- und Heißwasserverbrennungen um Verbrennungen ersten oder zweiten Grades, sodass in der Regel keine medizinische Hilfe erforderlich ist. In diesen Fällen genügt es, die oben genannten Empfehlungen zu befolgen, um eine gute Genesung zu erreichen.

Wenn die betroffene Stelle jedoch sehr groß ist oder es sich um eine Verbrennung dritten Grades handelt, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Diese Verbrennungen sind vor allem bei Kindern schwerwiegend und können lebensbedrohlich sein.

Andere Situationen, in denen du bei Verbrennungen einen Arzt aufsuchen solltest , sind u. a. die folgenden:

  • Stärkere Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen
  • Temperatur über 38° C
  • Auftreten von eitriger Flüssigkeit in der Wunde
  • Schwierige Wundheilung
  • Wenn die Augen oder die Atemwege betroffen sind

Verschiedene Studien zeigen, dass zwischen 30 und 40 % der Patienten mit Verbrühungen unter 15 Jahre alt sind. In diesen Fällen ist es immer ratsam, den Notdienst zu rufen, da Kinder in der Regel weniger widerstandsfähig gegen diese Art von Verletzungen sind und stärker betroffen sein können als Erwachsene.

Heißwasserverbrennungen
In den meisten Fällen bessern sich Dampf- und Heißwasserverbrennungen ohne ärztliche Hilfe. Wenn sie jedoch schwerwiegend sind, ist das sofortige Aufsuchen eines Arztes erforderlich.

Vorsicht bei Kindern

Leider sind Kinder am meisten von Dampf- und Heißwasserverbrennungen betroffen. Dies mag an ihrer neugierigen Natur liegen. In dieser Hinsicht ist es von entscheidender Bedeutung, sie aus der Küche fernzuhalten, insbesondere während des Kochens von Speisen. Diese einfache Maßnahme kann eine Menge Unfälle verhindern.

Außerdem ist es ratsam, beim Baden der Kleinen vorsichtig zu sein und darauf zu achten, dass die Wassertemperatur 38 °C nicht überschreitet. Es ist wichtig, daran zu denken, dass die Haut von Kindern viel empfindlicher ist und sie anfällig für schwere Verletzungen sind, selbst bei einer kurzen Einwirkungszeit.


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