Cholesteatom: Symptome, Ursachen und Behandlung

Ein Cholesteatom ist eine seltene Erkrankung des Gehörgangs. Die Behandlung kann kompliziert sein und die Symptome schwerwiegend, wenn man sie nicht rechtzeitig behandelt.
Cholesteatom: Symptome, Ursachen und Behandlung

Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2021

Bei einem Cholesteatom wird ein Teil der Schleimhaut des Mittelohrs geschädigt. Dieser Teil wird dann zu Epithelgewebe und produziert tote Zellen, die leicht infiziert werden können. Mit anderen Worten, es ist eine zystenförmige Struktur, die durch die Entwicklung von Plattenepithel entsteht, wo sich eigentlich Schleimhaut befinden sollte. Es handelt sich um eine gutartige Störung.

Klinischen Studien zufolge verursacht diese Krankheit aufgrund ihrer expansiven Natur irreversiblen Hörverlust, Knochenschäden und andere ernsthafte Komplikationen. Daher ist es trotz der Tatsache, dass es sich um eine seltene Erkrankung handelt, wichtig, ihre Symptome schnell und effizient zu erkennen. In unserem heutigen Artikel erfährst du alles Wissenswerte über das Cholesteatom.

Die Verbreitung des Cholesteatoms

Es gibt viele Erkrankungen, die Ohrenschmerzen verursachen können. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig zu wissen, welche demografischen Gruppen am meisten von dieser Krankheit bedroht sind. Denn das Cholesteatom ist nicht die einzige, sondern nur eine von verschiedenen möglichen Ursachen des Symptoms.

Eine Studie aus dem spanischsprachigen Magazin für Hals-Nasen-Ohren-Medizin und Chirurgie an Kopf und Hals liefert eine Reihe von Daten über die weltweite Verbreitung. Sie lauten wie folgt:

  • Im Allgemeinen handelt es sich um eine sehr gering verbreitete Krankheit. Sie betrifft Menschen im Alter zwischen 3 und 70 Jahren, wobei der durchschnittliche Patient 41 Jahre alt ist.
  • Die Prävalenz, also die Anzahl der Erkrankten in einer bestimmten Population, beträgt 3 von 100.000 Säuglingen und 9 von 100.000 Erwachsenen.
  • Obwohl es nicht häufig vorkommt, kommt es in 10 bis 20% der Fälle nach der Behandlung zu einem erneuten Auftreten der Erkrankung.

Wie du siehst, handelt es sich um eine selten auftretende Krankheit, gegen die sich aber auch nur schwer ankommen lässt. Bei dieser Erkrankung ist eine frühzeitige Diagnose unerlässlich, denn je mehr Zeit vergeht, umso größer wächst die zystische Masse und setzt dadurch das Hörvermögen und das Wohlbefinden des Patienten aufs Spiel.

Cholesteatome können im Gehörgang vorkommen
Das Cholesteatom ist eine Gehörstörung, die sich insbesondere im äußeren Gehörgang manifestiert.

Was ist ein Cholesteatom und was sind seine Ursachen?

Wie wir bereits erwähnt haben, bildet sich bei dieser Erkrankung eine nicht-neoplastische Läsion, die durch das Vorhandensein von verhorntem Plattenepithel in einer abnormalen Region verursacht wird. Dies kann im Epitympanum, in den Mastoiden und in der Mittelohrhöhle auftreten. Nach den oben zitierten Quellen gibt es drei bekannte Arten von Cholesteatomen.

  • Angeboren: Hierbei handelt es sich um embryonale Hautreste, die sich in einem ansonsten gesunden Trommelfell befinden.
  • Primär erworben: Dieses Cholesteatom entsteht durch Täschchen, an denen sich das Trommelfell zurückzieht, die laut Studien charakteristische Vertiefungen in einem Teil des Trommelfells sind, wie kleine Taschen.
  • Sekundär erworben: Dieses Cholesteatom entsteht durch eine Trommelfellperforation aufgrund eines infektiösen Prozesses, meist in der Kindheit. Diese Läsion heilt nicht adäquat ab und verursacht so eine zystenförmige Manifestation.

Die erworbenen Typen werden als eine Variante der chronischen Otitis media (Mittelohrentzündung) betrachtet, wobei die primär erworbene Form in der Allgemeinbevölkerung am häufigsten vorkommt. Darüber hinaus ist es notwendig zu klären, dass die Typologie des Cholesteatoms von der Stelle im Gehörgang abhängt, an der es sich befindet.

Symptome

Die National Library of Medicine der Vereinigten Staaten stellt klar, dass die Symptome eines Cholesteatoms vielfältig sein können. Die häufigsten sind:

  • Schwindel
  • Eitriger Ausfluss, der aufgrund von infektiösen Prozessen, die sich im Ohr manifestieren, chronisch werden kann. Dies wird manchmal von einem “Völle”-Gefühl oder Druck im Schädelinneren begleitet.
  • Schwerhörigkeit oder Hörverlust: Aufgrund der reduzierten Schallübertragung, die durch die Blockade des Gehörgang durch die Zyste verursacht wird.
  • Lähmung des Gesichtsnervs: Aufgrund der Kompression der nahegelegenen Strukturen, wenn die Zysten größer werden.
  • Hirnabszess oder Meningitis

Wie du siehst, handelt es sich hier um eine Pathologie mit ziemlich ernsten Symptomen, welche durch das Wachstum der Zyste über einen längeren Zeitraum verursacht werden. Dazu können auch Brüche einiger Knochen des Mittelohrs oder anderer auditiver Strukturen gehören. Dennoch sollte betont werden, dass einige Patienten die Krankheit asymptomatisch erleben.

Behandlung des Cholesteatoms

Die Behandlung eines Cholesteatoms ist komplex, da es schwierig ist, die gesamte zystische Masse zu entfernen. Deshalb kann es in 10 bis 20 % der Fälle im Laufe der Zeit zu einem Rückfall kommen. Daher müssen die Patienten regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen.

Die endgültige Behandlung erfolgt ausschließlich chirurgisch, da es darum geht, die Gewebemasse zu entfernen, manchmal sogar auf Kosten der Entfernung der Mittelohrknöchelchen. Möglicherweise muss der Chirurg auch die angrenzenden beschädigten Knochen durch Knorpel oder künstliche Strukturen ersetzen.

Ein Cholesteatom muss ärztlich behandelt werden
Die Behandlung des Cholesteatoms ist kompliziert und komplex, weil dazu eine Operation notwendig ist.

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Das Cholesteatom tritt nicht häufig auf, aber dennoch solltest du vorsichtig sein

Wie wir bereits erwähnt haben, ist das Cholesteatom keine häufige Erkrankung, die in einer atypischen, aber gleichmäßigen Verteilung in der Bevölkerung auftritt. Daher ist diese Krankheit eine der letzten Möglichkeiten, die du in Betracht ziehen solltest, wenn du mit einem Hörverlust oder Ohrenschmerzen konfrontiert bist.

Trotz seiner Seltenheit kann das Cholesteatom das Gehör des Patienten ernsthaft schädigen, wenn es nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird. Daher ist es immer am besten, einen Arzt aufzusuchen, wenn du Probleme mit deinem Gehör hast.

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