Adipositas in der Schwangerschaft: Auswirkungen, Risiken und Empfehlungen

Adipositas in der Schwangerschaft kann zu späteren Gesundheitsproblemen beim Baby führen und das Risiko von Komplikationen erhöhen. Informiere dich über die negativen Auswirkungen von Fettleibigkeit und wie du sie vermeiden kannst.
Adipositas in der Schwangerschaft: Auswirkungen, Risiken und Empfehlungen

Letzte Aktualisierung: 04. Dezember 2020

Adipositas in der Schwangerschaft und in der Allgemeinbevölkerung ist eine häufige Erkrankung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich um ein Problem, das weltweit fast 302 Millionen Menschen betrifft.

Daher beginnen viele Frauen ihre Schwangerschaft mit einem Gewicht, das über dem empfohlenen liegt. Adipositas in der Schwangerschaft gefährdet nicht nur den Gesundheitszustand der werdenden Mutter, sondern kann auch Komplikationen beim Baby und für seine Entwicklung verursachen. Deshalb erklären wir dir alles, was du über das Thema wissen musst.

Wann liegt Adipositas in der Schwangerschaft vor?

Adipositas in der Schwangerschaft wird, wie zu jedem Zeitpunkt im Leben einer Frau, als überschüssiges Körperfett definiert. Zur Klassifizierung von Übergewicht und Adipositasproblemen verwendet man im Allgemeinen den Body-Mass-Index (BMI).

Zur Berechnung des BMI teilt man das Gewicht durch die Körpergröße zum Quadrat. Auf diese Weise gilt eine Person bereits als fettleibig, wenn der BMI über 30 liegt. Es gibt verschiedene Grade von Fettleibigkeit:

  • Adipositas Grad I: wenn der BMI zwischen 30 und 34,9 liegt.
  • Grad II: bei einem BMI zwischen 35 und 39,9.
  • Extreme Fettleibigkeit oder Adipositas Grad III: der Wert übersteigt 40.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass dieser Parameter tatsächlich ein grober Richtwert ist. In einigen Fällen, zum Beispiel bei Personen mit viel Muskelmasse, kann der BMI hoch ausfallen, auch wenn dies nicht auf Fett zurückzuführen ist. Deshalb solltest du diesen Index nur als groben Anhaltspunkt benutzen.

Das Problem ist, dass Adipositas große Auswirkungen auf alle Bereiche der Gesundheit hat. Sie erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beeinträchtigt zudem die Fruchtbarkeit.

Laut einer Studie, die in der Peruanischen Fachzeitschrift für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht wurde, führt dieser Zustand zu hormonellen Veränderungen, die letztendlich die weibliche Fruchtbarkeit verringern.

Tatsächlich beeinträchtigt sie nicht nur die Fruchtbarkeit bei natürlichen Methoden, sondern kann sogar den Erfolg von Techniken wie der In-vitro-Befruchtung verringern.

ungesunde Ernährung in der Schwangerschaft
Die Ernährung vor und während der Schwangerschaft ist eine Schlüsselkomponente der Adipositas bei Schwangeren.

Welche Auswirkungen kann Adipositas in der Schwangerschaft haben?

Adipositas in der Schwangerschaft ist sowohl für die werdende Mutter als auch für den Fötus ein Risikofaktor. Was den Schwangerschaftsverlauf betrifft, so hat sich herausgestellt, dass bei diesem Zustand die Wahrscheinlichkeit, Komplikationen zu erleiden, deutlich steigt.

Erstens erhöht sie das Risiko einer Fehlgeburt: In diesen Fällen stirbt der Fötus während den ersten 20 Schwangerschaftswochen in der Gebärmutter. In ähnlicher Weise bringt man wiederkehrende Fehlgeburten und Totgeburten mit Fettleibigkeit in Verbindung.

Adipositas in der Schwangerschaft wirkt sich auch auf die Geburt aus: Sie verursacht, dass Kaiserschnitte häufiger durchgeführt werden. Dies wiederum führt zu einer langsameren Erholung nach der Geburt sowie zu Wundinfektionen.

Präeklampsie ist eine der schwerwiegendsten Komplikationen während der Schwangerschaft, die stark mit Adipositas zusammenhängt. Sie erhöht den Blutdruck der Schwangeren und kann die Plazenta schädigen, wodurch der Blutfluss zum Fötus beeinträchtigt wird.

Risiken für die Gesundheit der werdenden Mutter

Adipositas in der Schwangerschaft stellt ein großes Gesundheitsrisiko für die werdende Mutter dar. Laut der Dorica-Studie erhöht Fettleibigkeit das Risiko, ein Herz-Kreislauf-Problem zu erleiden. Sie steht zum Beispiel im Zusammenhang mit Atherosklerose und Herzerkrankungen.

Außerdem erhöht sie den Blutdruck und das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. Diese Erkrankung besteht in einem Anstieg der Blutzuckerwerte der werdenden Mutter während der Schwangerschaft. Der Fötus kann daher stärker wachsen als er sollte (ein Zustand, der den Namen Makrosomie trägt) und Unterzuckerungsprobleme bei der Geburt haben.

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Risiken von Adipositas in der Schwangerschaft für das Baby

Wie wir im vorigen Abschnitt dargelegt haben, kann Adipositas in der Schwangerschaft dazu führen, dass das Baby größer als normal ist. Dies erschwert nicht nur die Entbindung, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind im Laufe seines Lebens an Fettleibigkeit leidet und an Diabetes erkrankt.

Untersuchungen des National Institute of Child Health haben ergeben, dass Adipositas in der Schwangerschaft zu Neuralrohrdefekten beim Baby führen kann. Das Neuralrohr ist die Struktur, durch die das Gehirn und das Rückenmark gebildet werden. Experten bringen es auch mit Herzkrankheiten und Geburtsverletzungen in Verbindung.

Wie viel Gewicht sollte man in der Schwangerschaft zunehmen?

Das Gewicht nimmt während der Schwangerschaft in der Regel zu, und das sollte auch so sein. Ärzte schätzen das gesunde Gewicht auf der Grundlage der Ausgangssituation der werdenden Mutter ein. Mit anderen Worten: vor der Schwangerschaft empfehlen sie der Frau auf der Grundlage ihres BMI, wie viel Gewicht sie zunehmen kann.

Liegt bereits Fettleibigkeit vor und handelt es sich nur um eine Einlingsschwangerschaft, wird in der Regel empfohlen, die Gewichtszunahme auf 9 Kilogramm zu beschränken. Bei Mehrlingsschwangerschaften kann die Schwangere zwischen 11 und 19 Kilogramm zunehmen.

Der Grund dafür ist, dass der Versuch, in dieser Phase abzunehmen, bei der werdenden Mutter Ängste auslösen kann. Es kann sogar eine Frühgeburt auslösen oder ein zu kleines Baby geboren werden. Jeder Fall muss jedoch von einem Spezialisten beurteilt werden.

Schwangere Frau mit hohem Blutdruck
Der Blutdruck kann bei fettleibigen Müttern mit der Entwicklung einer Präeklampsie ansteigen.

Tipps für eine gesunde Schwangerschaft

Um eine gesunde Schwangerschaft zu durchleben, ist es am besten, sie zu planen. Dies ermöglicht es dir, besondere Lebensgewohnheiten anzunehmen. So kannst du zum Beispiel versuchen, Gewicht zu verlieren, um die Auswirkungen von Adipositas in der Schwangerschaft zu reduzieren.

Idealerweise solltest du dich gesund und ausgewogen ernähren. Dazu solltest du den Konsum von verarbeiteten, fettreichen Lebensmitteln reduzieren und auf Alkohol oder anderen Drogen verzichten. Darüber hinaus ist es ratsam, Nahrungsmittel in deine Ernährung aufzunehmen, die reich an Folsäure und Eisen sind.

Ebenso ist es wichtig, dass du dich um eine moderate körperliche Aktivität bemühst. Wenn du an Bewegung gewöhnt bist, kannst du während der Schwangerschaft weiterhin Sport treiben, was sowohl für dich als auch für dein Baby viele Vorteile bringt. Geh beispielsweise spazieren oder schwimmen.

Wenn du an Adipositas in der Schwangerschaft leidest oder planst, schwanger zu werden, ist es das Wichtigste, deinen Arzt aufzusuchen. Er wird dir eine Reihe von Empfehlungen geben, die auf deinen Fall angepasst sind, und so deine Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft verbessern. Es könnte dich interessieren ...

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