Abwaschbare Tattoos geben Kindern Kraft

· 7 Februar, 2019
Die Farbe, die für die Tattoos verwendet wird, ist unschädlich und kann ganz einfach abgewaschen werden. Doch das Vertrauen und die Kraft, die die Kinder damit erhalten, dauert viel länger an.

Diese Tattoos bereiten keine Schmerzen, sie werden nur aufgemalt und können mit einer einfachen Dusche wieder abgewaschen werden. Doch sie geben Kindern Kraft und stärken ihre Seele.

Durch das Aufmalen dieser Tattoos werden die Kinder zu starken Typen, sie sehen dem Leben mit einem Lächeln entgegen und schauen gerne in den Spiegel, um sich zu betrachten. Sie fühlen sich cool, waghalsig und als etwas ganz Besonderes.

Alles lohnt sich, wenn es sich darum handelt, kranke Kinder zum Lachen zu bringen. Der neuseeländische Künstler, der die Tattoos malt, weiß das sehr gut.

Tattoos auf der Haut, um kranken Kindern Vertrauen zu schenken

Die Geschichte dieses jungen Tattoo-Künstlers, Benjamin Lloyd, ist auch ein Beispiel für persönliche Überwindung.

Als er klein war, erlitt er eine schwere Verbrennung, von der ein Teil eines Armes besonders stark betroffen war. Dieses Ereignis hat seine Kindheit und Jugend geprägt. Trotzdem hat er sich bei der ersten Gelegenheit die betroffene Stelle am Arm tätowieren lassen.

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Sein Leben veränderte sich von einem Tag auf den anderen, die Tätowierung gab ihm Kraft, Vertrauen und Motivation. Er fühlte sich komplett und fand sofort das Ziel seines Lebens: selbst Tattoos anzufertigen.

Er begann, Zeichnungen auf die Haut anderer Personen zu tätowieren, um zu sehen, ob er damit eine ähnliche Transformation erreichen könnte, wie er sie selbst erfahren hatte. 

Tattoos für Kinder

Doch ein weiterer Schicksalsschlag wartete auf ihn: vor wenigen Jahren musste er dem Tod seines Stiefsohnes in die Augen schauen, das Kind war nur knapp über 7 Jahre alt.

Die Idee, in Krankenhäusern krebskranke Kinder zu „tätowieren“ entstand durch diesen traumatischen Vorfall.

Doch er hatte seine Zweifel, ob das wohl von anderen geschätzt werden würde, denn viele sind Tätowierungen gegenüber negativ eingestellt.

Doch er wusste, dass eine Zeichnung auf dem Arm einem Kind Motivation, Freude und Vertrauen schenken kann.

Herausforderung in sozialen Netzwerken

Um herauszufinden, ob die Allgemeinheit ein tätowiertes Bild bei einem Kind akzeptieren würde, machte er eine Probe. Er tätowierte das Kind eines Nachbarn und veröffentlichte ein Foto in Facebook.

Als Kommentar schrieb er darunter, dass er bei 500 „Gefällt mir“ in einem Krankenhaus krebskranke Kinder tätowieren würde, die das gerne möchten.

Am nächsten Tag hatte er bereits 400 000 „Gefällt mir“ erreicht!

Die Sache war klar, er musste es machen. Benjamin Lloyd bastelte einen speziellen Airbrush, um die Tattoos in rund 9 Minuten aufmalen zu können.

Er verwendet dafür eine unschädliche Tinte, die mit einer kurzen Dusche ganz einfach wieder abgewaschen werden kann. Für die Tattoos verwendet er Vorlagen, welche sich die Kinder aussuchen können. Die Resultate sind fantastisch und sehr emotional.

abwaschbares Tattoo für krankes Kind

Die Fotos dieser Kinder sind um die Welt gereist. Seither ist Benjamin Lloyd ständig in Krankenhäusern unterwegs und bereitet Kindern lustige Augenblicke mit seiner Kunst der Tattoos.

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Die Familien sind sehr dankbar, denn jede Aktivität, die anders ist und an der die kranken Kinder Spaß haben, ist ein Segen, um der Spitals Routine zu entkommen. Denn hier vergeht die Zeit am Tropf oder anderen Maschinen nur sehr langsam.

  • Ärzte haben bestätigt, dass die verwendete Tinte harmlos ist und dass die Wirkung der Tattoos ein Lächeln auslöst und großes Vertrauen schafft.

Benjamin gibt den Kindern seine Ketten, während er die Tattoos herstellt und spricht mit ihnen darüber, dass viele Kinder den Kampf gegen den Krebs gewonnen haben.

  • Dieser junge Künstler bringt Hoffnung, Kraft und Mut. Wenn sich die Kinder im Spiegel sehen und die wilden Totenköpfe oder Fantasiefiguren auf ihrer Haut bewundern, fühlen sie sich von einem starken, energetischen Schild geschützt.

Unglaublich! Väter und Mütter bestätigen: „Das Problem ist jetzt, dass sie sich nicht mehr duschen wollen!“

  • KAZANDJIEVA, Jana; GROZDEV, Ivan; TSANKOV, Nikolai. Temporary henna tattoos. Clinics in dermatology, 2007, 25. Jg., Nr. 4, S. 383-387.
  • Kluger, N., & Koljonen, V. (2012). Tattoos, inks, and cancer. The Lancet Oncology. https://doi.org/10.1016/S1470-2045(11)70340-0