6 häufige Hindernisse in der Paartherapie

5 Juli, 2020
Die Paartherapie kann eine Beziehung stärken, doch oft treten dabei auch Hindernisse auf, welche den Erfolg beeinträchtigen können. In unserem heutigen Artikel sprechen wir über dieses Thema. 

Die Paartherapie ist eine ausgezeichnete Chance, um eine Beziehung in verschiedenen Aspekten zu stärken. Doch häufig treten dabei auch Hindernisse auf, die den Erfolg mindern.

In einer Paartherapie werden Aspekte wie die Kommunikation und die Handhabung von Emotionen bearbeitet. Auch Sexualprobleme (fehlende Libido, Langeweile usw.) kommen oft zur Sprache. Wir sehen uns heute verschiedene Hindernisse an, welche die therapeutischen Ziele oft schwer oder unmöglich machen.

Hindernisse in der Paartherapie

1. Der Partner soll sich verändern

Hindernisse in der Paartherapie 
An der Paartherapie müssen beide aktiv teilnehmen, um die Beziehung verbessern zu können.

Viele Paare, die in eine Paartherapie beginnen, möchten ihren Partner oder ihre Partnerin verändern. Sie glauben, dass sie oder er sich durch die psychologische Behandlung in eine andere Person verändern wird, die den Erwartungen entspricht. Doch dies ist keine gute Ausgangsbasis, denn es geht nicht darum, den Partner zu verändern.

2. Den Partner beschuldigen

Auch dies ist eines der häufigen Hindernisse in der Paartherapie: Den Partner zu beschuldigen, entwickelt sich häufig zu einem Verhaltensmuster, wobei die eigene Verantwortung für die Situation nicht akzeptiert wird. Auch dies ist ein Fehler.

In jeder Beziehung müssen beide Partner Verantwortung übernehmen, denn die Bindung betrifft beide. Doch wie kann jeder einzelne dazu beitragen, das Problem zu lösen, das das Paar in die Therapie führt?

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3. Häufige Hindernisse in der Paartherapie: Falsche Kommunikation

Häufige Hindernisse in der Paartherapie: Falsche Kommunikation
Oft bezweckt die Paartherapie, die Kommunikation in der Beziehung zu verbessern.

Eine schlechte Kommunikation wird in vielen Beziehungen zum Problem. Häufig teilen sich die Partner Gedanken und Emotionen nicht mit, bewahren Geheimnisse für sich und verwenden Strategien, die verhindern, ihre Gefühle effizient auszudrücken. Wenn sich die Gespräche in der Therapie nicht verbessern, können die erwarteten Resultate nicht erzielt werden. Deshalb ist es nötig, kleine Schritte zu tun, um die Kommunikation zu verbessern. 

4. Versteckte Absichten

Wenn es sich um eine toxische Beziehung handelt (Gewalt, Missbrauch…), können versteckte Absichten vorhanden sein. Einer der Partner kann den anderen als verrückt abstempeln und sein Selbstwertgefühl beeinträchtigen. 

Wenn dies der Fall ist, müssen die Sitzungen unbedingt getrennt stattfinden. Es empfiehlt sich, die Einzelsitzungen mit gemeinsamen Sitzungen zu kombinieren. Sollten verborgene Absichten vorhanden sein, sind oft Aussagen wie folgende zu hören: „Ich brauche keine Einzelsitzungen, mein Partner braucht Hilfe, nicht ich, und deshalb bin ich hier.“

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5. Nicht vorhandene Lösungen suchen

Hindernisse in der Paartherapie
Der Therapeut hilft dem Paar, Lösungen zu finden oder die Beziehung zu beenden, wenn es keinen Ausweg gibt.

Manche Paare versuchen es mit der Paartherapie, auch wenn es für ihre Beziehung keine Lösung gibt. Dies kann zum Beispiel aus folgenden Gründen passieren:

  • Beide haben unterschiedliche Gefühle: Die Liebe hat sich in Zuneigung oder Freundschaft verwandelt, doch auch wenn beide dafür kämpfen, gibt es kein Zurück mehr.
  • Unterschiedliche Lebensprojekte: Ein Teil möchte Kinder, der andere nicht, einer möchte im Ausland leben, für den anderen kommt das nicht infrage.

Können diese Aspekte bearbeitet werden? Die Antwort ist ja. Die Paartherapie hilft in diesem Fall, die Beziehung zu beleuchten und, falls nötig, einen gesunden und freundschaftlichen Schluss zu ziehen. Gleichzeitig begleitet der Therapeut das Paar in der Trennungsphase, die so einfacher überwunden werden kann.

6. Hindernisse in der Paartherapie: Die Therapie nicht zu Ende führen

Zu den häufigen Hindernissen in der Paartherapie gehört auch, dass diese oft frühzeitig abgebrochen wird. Dies kommt sowohl in gemeinsamen als auch in Einzelsitzungen vor. Der Grund dafür ist, dass dabei verschiedene Aspekte der Persönlichkeit analysiert und behandelt werden, die nicht unbedingt angenehm sind.

Das Paar erhält zwar Werkzeuge, um verschiedene Aspekte zu verbessern (Verantwortung, Kommunikation usw.), doch dieser Prozess ist anstrengend. Nicht alle sind dazu bereit, „Zeit zu verlieren„, viele entscheiden, so weiterzumachen wie bisher. 

Das Problem dabei ist, dass sie in diesem Fall weiterhin Beziehungsprobleme haben, die sich mit der Zeit verschlimmern. Am Ende steht meist eine destruktive Trennung, in der alle Familienmitglieder leiden.

Eine Paartherapie ist ein sehr bereichernder Prozess. Es muss nicht unbedingt zu Problemen in der Beziehung kommen, man kann auch ohne dies eine Beratung in Anspruch nehmen. Ihr könnt mindestens einmal im Jahr eine Sitzung wahrnehmen und so feststellen, ob alles gut verläuft, genauso wie ihr auch ärztliche Kontrolluntersuchungen einhält.

  • Aragón, R. S., & Díaz-Loving, R. (2003). Patrones y estilos de comunicación de la pareja: Diseño de un inventario. Anales de Psicología/Annals of Psychology19(2), 257-277.
  • De la Espriella Guerrero, R. (2008). Terapia de pareja: abordaje sistémico. Revista colombiana de psiquiatría37(1), 175-186.
  • Ibaceta, Francisco. (2011). Violencia en la Pareja: ¿Es Posible la Terapia Conjunta?. Terapia psicológica29(1), 117-125.
  • Tapia-Villanueva, Luis, & Molina P, María Elisa. (2014). Primera entrevista en terapia de pareja: co-construcción de un encuentro situado. Revista chilena de neuro-psiquiatría52(1), 42-52.