Zika-Virus: Bis zu 600.000 Infizierte in Kolumbien

· 16 März, 2016
Das Zika-Virus wird durch die gleiche Mücke übertragen wie Chikungunya und Dengue. Auch wenn das Virus nicht tödlich ist, kann es allerdings bei schwangeren Frauen eine Schädelfehlbildung im Fötus verursachen.

Der kolumbianische Gesundheitsminister, Alejandro Gaviria, hat verlautbart, dass die Zahl der am Zika-Virus Infizierten in Kolumbien dieses Jahr 450.000 erreichen und sogar auf bis zu 600.000 steigen könnte, sollte sich das Virus genauso rasch entwickeln wie das Chikungunyafieber im vergangenen Jahr.

Kolumbien ist eines der Länder mit den meisten registrierten Fällen in Lateinamerika, nur Brasilien verzeichnet noch mehr Infektionen und meldete auch die ersten Ansteckungen.

Das größte Risiko besteht für jene Bevölkerung, die unter 2.200 m über dem Meeresspiegel lebt, und im Speziellen für schwangere Frauen.

Die Verbreitung des Zika-Virus in Kolumbien begann in der zweiten Jahreshälfte 2015 und seitdem wurden 429 Fälle von schwangeren Frauen mittels Laborwerte bestätigt, während 202 als verdächtig eingestuft wurden.

Diese letzten unbestätigten Fälle stehen unter medizinischer Beobachtung. Dabei wird versucht, neurologische Veränderungen bei den Föten zu bestätigen oder auszuschließen.

Auch gibt es Informationen, dass bei 106 Geburten von Frauen, die mit dem Zika-Virus diagnostiziert wurden, nur 30 der Neugeborenen nicht betroffen waren.

Die aktuell veröffentlichten Daten vom Nationalen Gesundheitsinstitut von Kolumbien (INS) zeigen, dass im Land 13.531 Infektionen mit dem Zika-Virus verzeichnet sind, von denen 10.837 Fälle klinisch und 776 durch ein Labor bestätigt wurden, sowie 1.918 verdächtige Fälle.

Lateinamerika in Alarmbereitschaft

Baby mit Mikrozephalie durch Zika-Virus verursacht

Das Zika-Virus, das ursprünglich aus Afrika und Asien stammt, hat 18 Länder in Lateinamerika in Alarmbereitschaft versetzt. Tatsächlich gab es auch drei Fälle in den Vereinigten Staaten: zwei in Miami und einen auf Hawaii. 

Brasilien ist am meisten betroffen und schätzt so wie andere Länder auch, dass die Zahl der Infizierten dieses Jahr bedeutend steigen wird. Auch wird angenommen, dass Neugeborene am meisten unter dem Virus leiden, da es zu Schädelfehlbildungen während der Schwangerschaft kommen kann.

Das Ministerium für Gesundheit von Brasilien veröffentlichte, dass die verdächtigen Fälle von Mikrozephalie seit dem Beginn der Nachforschungen im vergangenen Jahr auf 3.893 gestiegen sind. Von diesen wurden 224 Fälle mit Mikrozephalie bestätigt, auch wenn die Forschungen zum Zusammenhang zwischen der Fehlbildung und dem Virus noch laufen.

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Eine der aktuellsten Studien wurde von dem brasilianischen Carlos Chagas Institut veröffentlicht, und diese kommt zu dem Schluss, dass das Zika-Virus während der Schwangerschaft in die Placenta eindringen und so den Fötus in Gefahr bringen kann.

Länder wie Mexiko, Bolivien, El Salvador oder Puerto Rico haben aufgrund der schnellen Verbreitung des Virus in den letzten Monaten des Jahres 2015 ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht.

Untersuchung einer schwangeren Frau

Die Regierung Kolumbiens empfiehlt Paaren, die sich im Land aufhalten, eine Schwangerschaft zu vermeiden, zumindest in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, um das Risiko von Mikrozephalie oder anderen Fehlbildungen zu reduzieren.

Dieselbe Empfehlung haben Jamaica, wo bisher noch keine Fälle gemeldet wurden, und die Dominikanische Republik herausgegeben, welche bereits an Informations- und Vorsorgekampagnen arbeitet.

Inzwischen deklarierten die Behörden der Region Santa Cruz in Bolivien Alarmstufe Orange, nachdem vier Patienten offiziell mit dem Virus diagnostiziert wurden, unter ihnen eine schwangere Frau.

Die USA raten ihrerseits schwangeren Frauen davon ab, 14 der 20 Länder zu bereisen, die wegen einer möglichen Übertragung des Virus gefährdet sind.

Die Symptome des Zika-Virus dauern gewöhnlich zwischen vier und sieben Tage an und ähneln denen des Denguefiebers. Bei folgenden Symptomen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden:

  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Schwächegefühl
  • Bindehautentzündung
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Hautausschlag

Wie bei jeder Krankheit ist die rechtzeitige Erkennung ausschlaggebend, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden und die Symptome zu lindern.

Reagenzrohr Blutabnahme

Die Weltgesundheitsorganisation forderte die betroffenen Länder auf, die Kapazitäten der Labore zu erhöhen, um schneller mögliche Infektionen zu entdecken.

Dies kann durch eine Analyse der Kettenreaktion der Polymerase mittels einer DNA-Probe und durch die Isolation des Virus aufgrund einer Blutprobe erfolgen.

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Wichtig ist zu wissen, dass nach wie vor keine Impfung möglich ist, um sich vor dem Virus zu schützen. Betroffene Länder wie Brasilien arbeiten aber daran, eine Heilung zu finden.