Wissenswertes über Kinder und Medienkonsum

26 Juli, 2020
Zu viel Zeit an Bildschirmgeräten kann für die Entwicklung eines Kindes negative Folgen haben. Diese Gewohnheit wirkt sich nicht nur auf den Lernprozess, sondern auch auf die Fähigkeit, Beziehungen zu anderen aufzubauen, sehr schädlich aus. 

Verschiedene wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass der unkontrollierte Medienkonsum die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern negativ beeinflusst. Tablets, Fernseher, Computer und Handys gehören zum Alltag, sind jedoch für Kinder besonders schädlich, wenn sie zu lange mit diesen Geräten beschäftigt sind.

Die Eltern sind sich oft nicht darüber bewusst, wie negativ sich der vermehrte Medienkonsum auf ihre Kinder auswirkt. In unserem heutigen Beitrag beziehen wir uns auf einen Artikel von Madigan, S., Browne, D., Racine, N., Mori, C., & Tough, S. (2019), der in der Zeitschrift JAMA Pediatrics der American Academy of Pediatrics veröffentlicht wurde.

Diese Studie mit dem Titel Association between screen time and children´s performance on a developmental screening test informiert über verschiedene Folgen, an denen Minderjährige leiden können, wenn sie zu lange vor Bildschirmgeräten sitzen.

Wissenschaftliche Studie über den Medienkonsum durch Kinder

Anschließend gehen wir näher auf verschiedene Ergebnisse der zitierten Studie ein, um aufzuzeigen, welchen Einfluss der erhöhte Medienkonsum auf Kinder haben kann:

Wissenschaftliche Studie über den Medienkonsum durch Kinder
Neuere Studien warnen vor den Risiken des übermäßigen Medienkonsums. Die lange Verwendung von Bildschirmgeräten wie Tablets oder Handys können nämlich für Kinder sehr negative Folgen haben.

Die Studie

In der erwähnten Studie, in der 2400 kanadische Kinder beobachtet wurden, konnte festgestellt werden, dass die Leistung von Kindern, die in einem Alter zwischen 2 und 3 Jahren mehr Zeit an Bildschirmgeräten verbrachten,  zwischen 4 und 5 Jahren entsprechend geringer war.

Die Forscher untersuchten die Fortschritte der Kinder in fünf verschiedenen Bereichen:

  • Kommunikation
  • Grobmotorische Fähigkeiten
  • Feinmotorische Fähigkeiten
  • Problemlösung
  • Soziale Fähigkeiten

Zur Bewertung der Kommunikation testeten die Wissenschaftler zum Beispiel, ob die Kinder Sätze mit vier Wörtern bilden oder die wichtigsten Körperteile identifizieren konnten. 

Die motorischen Fähigkeiten wurden durch Hüpfen auf einem Bein oder das Einfädeln von Perlen auf einer Schnur getestet. Die Wissenschaftler stellten dabei fest, dass je länger Kinder mit Bildschirmgeräten beschäftigt waren, desto schlechter auch die Ergebnisse dieser Übungen waren. 

Sie führen dies darauf zurück, dass das Gehirn eines Menschen in den ersten 5 Lebensmonaten besonders empfänglich auf Reize ist. Diese Phase ist als kritische Periode bekannt, die besonders wichtig für das Wachstum und den Reifeprozess von Kindern ist. 

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Unkontrollierter Medienkonsum: Konsequenzen für Kinder

Alles deutet darauf hin, dass der übermäßige Medienkonsum Kindern wichtige Chancen nimmt. Im Allgemeinen kann es zu folgenden negativen Auswirkungen kommen:

  • Beeinträchtigte soziale und kommunikative Entwicklung (mit anderen Menschen Beziehungen aufbauen)
  • Motorische Fähigkeiten, Gefahr des Bewegungsmangels
  • Schwierigkeiten, mit nahe stehenden Menschen Bindungen zu entwickeln
  • Lernstörungen und emotionale Probleme

Wenn Kinder sehr viel Zeit vor Bildschirmgeräten verbringen, können sie den Ergebnissen der erwähnten Studie entsprechend zwischenmenschliche Fähigkeiten verlieren, ihre Motorik nicht ausreichend entwickeln und Kommunikationsschwierigkeiten haben.

Es handelt sich also um ernste Folgen: Der übermäßige Medienkonsum beeinträchtigt die Entwicklung von Kindern auf allen Ebenen. Sie können im Vergleich zu Kindern, die Bildschirmgeräte verantwortlich und vernünftig verwenden, weniger intelligent sein und weniger Fähigkeiten entwickeln.

La investigación exploró el progreso del niño en 5 dominios, mencionados a continuación:
Zu viel Zeit an Bildschirmgeräten beeinträchtigt die sozialen Fähigkeiten von Kindern. Auch wichtige Lernprozesse werden dadurch gestört.

Sozioökonomische und geschlechtsspezifische Variablen

Aus der zitierten Studie geht ebenfalls hervor, dass Mädchen tendenziell weniger Zeit vor Bildschirmgeräten verbringen und deshalb in den fünf erwähnten Bereichen besser als Jungen abschneiden.

Besonders besorgniserregend ist, dass Kinder immer weniger Gruppenspiele spielen, die noch vor wenigen Jahren die wichtigste Möglichkeit für soziale Lernprozesse bei Kindern darstellten. Zu viel Zeit vor Bildschirmen bedeutet, dass Einzelspiele diese so wichtigen Gruppenspiele bereits bei kleinen Kindern ersetzen.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der erwähnten Studie ist, dass Kinder im Vorschulalter, die folgende Gewohnheiten aufweisen oder in einem positiven Umfeld aufwachsen, bessere Leistungen erbringen:

Außerdem beobachteten die Wissenschaftler, dass sozioökonomisch benachteiligte Kinder am längsten vor Bildschirmen sitzen. In der Folge sind sie auch ganz besonders stark von den Folgen betroffen. 

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Kinder leiden an übermäßigem Medienkonsum

In den letzten Jahrzehnten haben viele Forscher wissenschaftliche Studien über die negativen Folgen von übermäßigem Medienkonsum im Kindesalter informiert und wichtige Forschungsergebnisse veröffentlicht. Doch in der zitierten Studie konnte zum ersten Mal anhand von 2400 Kindern der direkte Zusammenhang zwischen Bildschirmgeräten und der schlechteren kindlichen Entwicklung aufgezeigt werden.

  • Hale, L., & Guan, S. (2015). Screen time and sleep among school-aged children and adolescents: a systematic literature review. Sleep medicine reviews21, 50-58.
  • Madigan, S., Browne, D., Racine, N., Mori, C., & Tough, S. (2019). Association between screen time and children’s performance on a developmental screening test. JAMA pediatrics173(3), 244-250.
  • Tandon, P. S., Zhou, C., Sallis, J. F., Cain, K. L., Frank, L. D., & Saelens, B. E. (2012). Home environment relationships with children’s physical activity, sedentary time, and screen time by socioeconomic status. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity9(1), 88.