Wie erfolgt eine Prostatauntersuchung?

15 Januar, 2020
Untersuchungen der Prostata sind für Männer ab einem bestimmten Alter grundlegend. So kann Krebs rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Noch immer ist die Prostatauntersuchung unter Männern ein häufiges Tabu. Viele fühlen sich dabei in ihrer Intimität gestört, doch es gibt glücklicherweise inzwischen auch viele Männer, die regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Die Prostata (auch Vorsteherdrüse) ist eine exokrine Drüse, die nur beim männlichen Geschlecht vorhanden ist. Sie befindet sich unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Die Funktion dieser Drüse ist, das Prostatasekret zu produzieren, das einen Teil der Samenflüssigkeit bildet.

Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Prostata allmählich. Dieses altersbedingte Phänomen tritt praktisch bei allen Männern auf. Ab einem Alter von achtzig Jahren leiden rund 70 Prozent der Männer an einer abnormal vergrößerten Prostata.

Prostatakrebs ist die aggressivste Auswirkung der Prostatavergrößerung und kann tödlich verlaufen. Es handelt sich um eine der am häufigsten auftretende Krebsart, die mit einer signifikanten Todesrate einhergeht.

So wie für Frauen die Mammographie und der Pap-Abstrich grundlegend in der Prävention von Krebserkrankungen sind, sollten Männer sich regelmäßig einer Prostatauntersuchung unterziehen. Es handelt sich um eine wichtige Vorsorgemaßnahme.

Die Untersuchung der Prostata besteht grundlegend aus zwei Teilen: der Messung des prostataspezifischen Antigens und der Abtastung des Rektums durch den Arzt. Sollten Veränderungen vorliegen, geht man zur zweiten diagnostischen Phase über. Dafür werden bildgebende Verfahren sowie eine Biopsie verwendet, um ein Prostatakarzinom definitiv nachzuweisen.

Doch bevor wir näher auf die Untersuchungen der Prostata eingehen, ist es wichtig zu wissen, wer diese unbedingt durchführen sollte.

Wann ist eine Prostatauntersuchung wichtig?

Nicht jeder Mann muss eine Prostatauntersuchung durchführen lassen. Die Medizinwissenschaft hat bestimmte Altersgruppen und Protokolle festgelegt, die dabei zu berücksichtigen sind. Die wichtigsten Parameter haben mit dem Alter des Mannes zu tun:

  • Ab 50 Jahren: Männer ab 50 sollten jährlich oder alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen.
  • Zwischen 45 und 50 Jahren: In diesem Fall ist eine Prostatauntersuchung dann wichtig, wenn Risikofaktoren für Prostatakrebs vorliegen. So sind beispielsweiße Angehörige der schwarzen Rasse oder Männer mit Prostatakrebs in der Familiengeschichte gefährdeter.
  • Jünger als 40 Jahre: Nur selten werden in dieser Altersgruppe Prostatauntersuchungen durchgeführt. Dies könnte jedoch der Fall sein, wenn mehrere Männer in der nahen Familie bereits daran erkrankt sind.

Bei einer Prostatauntersuchung führt der Arzt eine rektale Abtastung in der Praxis aus und lässt  prostataspezifische Antigene messen. Es handelt sich um eine Laboranalyse einer Blutprobe.

Wenn die Laborergebnisse normal sind, wiederholt man diese Analyse nach einem Jahr noch einmal. Sollten keine Risikofaktoren vorliegen, programmiert der Arzt die Laboruntersuchung oft auch erst nach zwei Jahren aufs Neue.

Wann ist eine Prostatauntersuchung wichtig?
Das Risiko für eine Prostataerkrankung steigt mit zunehmendem Alter.

Prostataspezifisches Antigen (PSA)

Die Analyse des prostataspezifischen Antigens ist sehr aufschlussreich und deshalb einer der wichtigsten Tests. Bei dieser Blutuntersuchung wird eine spezifische Substanz gemessen, die in der Prostata erzeugt wird. Sollte eine Krebserkrankung vorliegen, sind die PSA-Werte erhöht. Man kann bei hohen Werten also auf eine Krankheit schließen.

Es muss sich jedoch nicht unbedingt um ein Karzinom handeln. Die PSA-Werte können auch in folgenden Fällen zu hoch sein:

  • Nach einem transrektalen Ulltraschall
  • Bei Prostatitis, das heißt bei einer Entzündung der männlichen Vorsteherdrüse
  • In Folge einer Prostatahypertrophie: Dabei kommt es zur gutartigen Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie), wobei in diesem Fall die PSA-Werte nicht so hoch sind wie bei einer Krebserkrankung.

Die normalen PSA-Referenzwerte sind niedriger als 4 ng/mL. Zwischen 4 und 10 ng/mL besteht die Möglichkeit eines Prostatakarzinoms. Wenn der PSA-Wert höher als 10 beträgt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung sehr hoch. 

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Rektales Abtasten

Das rektale Abtasten ist ebenfalls eine wichtige Untersuchung, um mögliche Prostatabeschwerden diagnostizieren zu können. Der Arzt zieht sich dabei Handschuhe an und verwendet ein Gleitmittel, um unangenehme Beschwerden zu verhindern. Dann führt er den Finger über den After in das Rektum ein, um die Drüse abzutasten.

Am besten liegt der Patient seitlich in fetaler Position, um Unannehmlichkeiten und Schmerzen so weit wie möglich zu verhindern. Der Arzt, Krankenpfleger oder die Krankenpflegerin kann so die Vorsteherdrüse direkt abtasten und mögliche Knoten, Verhärtungen oder Schwellungen erkennen. 

Falls eine Abweichung vorliegt, führt der Arzt weitere Untersuchungen durch, insbesondere dann, wenn auch die PSA-Werte erhöht sind.

Prostatauntersuchung beim Arzt

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Was tun, wenn die Prostatauntersuchung auf mögliche Probleme hinweist?

Der nächste Schritt zur präzisen Diagnose sind bildgebende Verfahren. Der Arzt kann eine Ultraschalluntersuchung vornehmen und falls notwendig auch eine Biopsie der Vorsteherdrüse verlangen.

Die frühzeitige Erkennung ist im Falle eines Karzinoms ausschlaggebend. In diesem Fall kann der Tumor behandelt und geheilt werden. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen von größter Wichtigkeit, um Todesfälle durch Prostatakrebs zu reduzieren.

Für Männer ist es wichtig, die Angst vor dieser Untersuchung zu verlierenDenn die regelmäßige Prävention kann ihnen viele Lebensjahre schenken.

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