Wie beeinflusst uns die Zeitumstellung?

2 Januar, 2020
Die Zeitumstellung kann zu verschiedenen Beschwerden führen, wobei manche dafür empfindlicher als andere sind. Um die Folgen zu verhindern, ist es bei der Umstellung am besten, während des Tages Sonnenlicht zu tanken, keinen Mittagschlaf zu halten und der gewohnten Routine nachzugehen. Innerhalb von drei Tagen passt sich der Organismus an die veränderte Tageszeit an. 

Verschiedene Studien über die Auswirkungen der Zeitumstellung auf den Organismus haben keine schlüssigen Ergebnisse erzielt. Es steht jedoch fest, dass die Umstellung auf die Winter- oder Sommerzeit verschiedene Folgen hat, die zum Teil sehr beschwerlich sein können. Doch nicht jeder leidet daran gleich stark.

Die Zeitumstellung sorgt jedes Jahr erneut für Debatten. In Europa wird die Zeit bereits seit dem Ersten Weltkrieg jedes Jahr zweimal umgestellt. Der Hauptgrund dafür ist das Argument, dass so Energie gespart werden kann. Fast überall erfolgt die Umstellung auf die Sommerzeit Ende März und auf die Winterzeit am letzten Sonntag im Oktober.

Damit wird theoretisch bezweckt, das natürliche Tageslicht möglichst gut zu nützen und so Energie zu sparenDoch verschiedene Studien weisen darauf hin, dass die Energie, die man am Morgen spart, am Abend notwendig ist. Außerdem sind Arbeiter bis zur Anpassung auf die neue Zeit weniger produktiv. Deshalb stellen viele die Zeitumstellung immer wieder in Frage.

Die Zeitumstellung

Die Zeitumstellung

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Völker, die über kein elektrisches Licht verfügen, sehr ähnlichen Routine nachgehen, wie jene, die jederzeit das Licht einschalten können. Man geht davon aus, dass auch unsere Vorfahren einen sehr ähnlichen Schlafrhythmus hatten wie wir jetzt. Das bedeutet, dass wir alle von Natur aus sehr ähnliche Schlafmuster aufweisen.

Das ist darauf zurückzuführen, dass alle Lebewesen, auch die einfachsten, viele Funktionen im Tageszyklus von 24 Stunden regulieren. Licht und Dunkelheit spielen dabei eine entscheidende Rolle. Im Jahre 2011 entdeckte ein Forscherteam des Zentrums für Genomische Regulation von Barcelona (Centro de Regulación Genómica, CRG), dass die Zellen zwischen Tag und Nacht unterscheiden und dass dies für ihr Funktionieren grundlegend ist.

Die Zyklen von Licht und Dunkelheit und alle damit zusammenhängenden Funktionen bezeichnet man als circadiane Rhythmik. Wenn dieser Rhythmus aus dem Gleichgewicht gerät, beeinträchtigt dies den Organismus und führt zu verschiedenen Problemen. Der menschliche Körper braucht Routinen, die ihm helfen, besser zu funktionieren.

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Auswirkungen der Zeitumstellung

Die Zeitumstellung führt zu einer Art Jetlag, doch mit weniger Beschwerden. Als Jetlag bezeichnet man bestimmte unangenehme Folgen, die entstehen, wenn man mit dem Flugzeug in eine andere Zeitzone fliegt. Diese Zeitumstellung führt ebenfalls dazu, dass der Organismus einige Tage benötigt, um sich der neuen Situation anzupassen.

Betroffene können in der Nacht nicht schlafen und sind am Tag müde und reizbar, bis sich ihr Organismus umgestellt hat. Manche Personen leiden daran stärker als andere. Die Beschwerden sind darauf zurückzuführen, dass die Sekretion von Melatonin durch die veränderte Zeit beeinträchtigt wird.

Melatonin ist ein Hormon, das von den Lichtverhältnissen abhängt. Je mehr Licht, desto weniger Melatonin wird im Körper produziert. In der Dunkelheit setzt der Organismus jedoch Melatonin frei, um den Schlaf einzuleiten. Mit der Umstellung der Zeit kommt die Melatoninproduktion durcheinander, was zu Beschwerden führen kann. In den meisten Fällen sind allerdings nur drei Tage erforderlich, um zur Normalität zurückzukehren.

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Andere Wirkungen

Zeitumstellung und ihre Folgen

Die Zeitumstellung wirkt sich auf die Schlafzeit und die Schlafqualität aus. In einer Forschung zu diesem Thema konnte festgestellt werden, dass man dadurch in den ersten Tagen bis zu 60 Minuten weniger schläft und rund 10 % schlechter ruht.

Einige deskriptive Forschungen weisen darüber hinaus darauf hin, dass die Umstellung auf die Sommerzeit zu einer leicht erhöhten Anzahl an Herzinfarkten führt. Nach der Umstellung auf die Winterzeit reduziert sich diese Zahl wieder.

Es gibt auch Studien, die festhalten, dass sich nach der Zeitumstellung mehr Unfälle ereignen, sowohl im Straßenverkehr, als auch am Arbeitsplatz. Es gibt eine statistische Evidenz, dass am Montag nach der Umstellung Arbeitsunfälle schlimmer sind als zu anderen Zeiten.

Eine weitere Studie weist darauf hin, dass in den Tagen nach der Zeitumstellung die Selbstmordrate steigt. Wir sprechen jedoch nur von sehr geringen Unterschieden.

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  • Argüelles, R., Bonmatí Carrión, M., Argüelles Prieto, R., & Bonmatí Carrión, M. (2015). Melatonina, la hormona de la noche. Eubacteria.