6 weniger bekannte körperliche Auswirkungen von Angstzuständen

Wusstest du, dass Angstzustände Kieferschmerzen verursachen können? In unserem heutigen Artikel werfen wir einen Blick auf einige der weniger bekannten Auswirkungen von Ängsten.
6 weniger bekannte körperliche Auswirkungen von Angstzuständen

Letzte Aktualisierung: 08. April 2022

Kopfschmerzen, Zittern am ganzen Körper und schwitzenden Hände sind recht bekannte körperliche Auswirkungen von Angstzuständen. Aber wusstest du, dass es noch andere gibt, die nicht ganz so leicht zu erkennen sind, sich aber bemerkbar machen und Unbehagen verursachen, wenn du Angst hast?

Im heutigen Artikel erfährst du, welche das sind. Darüber hinaus findest du weitere interessante Fakten, die dir helfen werden, besser zu verstehen, wie wichtig es ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und den ersten Schritt zum besseren Umgang mit Emotionen zu tun.

Weniger bekannte körperliche Auswirkungen von Ängsten

Angst kann verschiedene körperliche Auswirkungen haben. Einige sind mit bloßem Auge leichter zu erkennen als andere, aber alle sind zweifelsohne gleichermaßen belastend für diejenigen, die sie erleben.

Schauen wir uns das einmal genauer an.

1. Geweitete Pupillen

weniger bekannte körperliche Auswirkungen von Angstzuständen - geweitete Pupillen
Geweitete Pupillen zeigen einen Zustand der Wachsamkeit im Körper an. Deshalb kann dieses Symptom auch auftreten, wenn jemand große Angst hat.

Erweiterte Pupillen können (neben anderen Ursachen) auf einen Zustand der Wachsamkeit zurückzuführen sein, der über einen längeren Zeitraum anhält. Deshalb sind sie gleichzeitig auch eine der weniger bekannten körperlichen Auswirkungen von Angst. Eine Pupillenerweiterung, die nicht mit einer geringen Lichtempfindlichkeit zusammenhängt, ist ein Symptom für ein zugrundeliegendes Problem, das identifiziert und behandelt werden muss.

Wenn die Angst sehr groß ist, kommt es häufig zu diesem ungewöhnlichen Symptom. Darüber hinaus können erweiterte Pupillen Schwindel, die Wahrnehmung seltsamer Lichter oder eine Verschlechterung der Sehqualität zur Folge haben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Zweck der Angst darin besteht, uns vor einer Gefahr oder Bedrohung zu schützen. Deshalb ist eine der physiologischen Reaktionen des vegetativen Nervensystems die Pupillenerweiterung. Dieses Phänomen hat einen ganz bestimmten Zweck: Wir wollen klarer und umfassender sehen, was uns umgibt, um fliehen zu können.

Auch die Hamilton Anxiety Scale (1959), mit der der Grad dieses Zustands gemessen werden soll, führt die Pupillenerweiterung als einen der 15 Indikatoren für Angst auf.

Lies auch diesen interessanten Artikel: Möglichkeiten, Angstzustände zu kontrollieren

2. Weniger bekannte körperliche Auswirkungen von Ängsten: Schluckbeschwerden

Eine weitere wenig bekannte Auswirkung von Angst sind Beschwerden beim Schlucken von Essen, Getränken oder sogar von Speichel. Dieser Zustand ist als “hysterischer Bolus oder “Kloß im Hals” bekannt.

Aguirre Álvarez, Martínez Lemus und Núñez Orozco (2005) haben eine Studie durchgeführt, in der dieser Zustand detailliert beschrieben und als somatoforme Störung kategorisiert wird.

Dieses Symptom ist wiederum mit der Dysphagie verwandt und es handelt sich hierbei um eine eindeutige Somatisierung von Angst. Es hängt mit den Drüsen zusammen, die für die Speichelproduktion zuständig sind. Das Hauptziel des Körpers bei diesem Symptom besteht darin, die gesamte Flüssigkeit für die Versorgung der Muskeln zu reservieren, weil diese uns helfen müssen, zu rennen oder zu fliehen.

3. Weniger bekannte Auswirkungen von Angst: Kopfschmerzen

weniger bekannte körperliche Auswirkungen von Angstzuständen - Kopfschmerzen
Eine weitere wenig bekannte Auswirkung von Angst sind starke Kopfschmerzen, die es uns erschweren, uns zu konzentrieren.

Angst führt dazu, dass sich alle Venen und Arterien des Körpers zu einem ganz bestimmten Zweck zusammenziehen: den Muskeln mehr Blut zuzuführen.

Daher ist die Durchblutung intensiver und begünstigt die Gefäßverengung, was zu klassischen Kopfschmerzen führt. Derartige Kopfschmerzen treten in der Regel eher in den frühen Morgenstunden und am Abend auf.

Daher gehören auch starke Kopfschmerzen, die es erschweren, verschiedene Tätigkeiten auszuführen und sich zu konzentrieren, zu den weniger bekannten körperlichen Auswirkungen von Ängsten.

4. Schmerzen im Kiefer

Es gibt bestimmte Bereiche des Körpers, in denen sich Angst und Stress besonders stark manifestieren. Hier geht es um den Nacken, die Schultern, den Rücken und den Kiefer.

Wenn du merkst, dass dein Kiefer morgens stark schmerzt und die Schmerzen vielleicht sogar bis zu den Ohren ausstrahlen, leidest du höchstwahrscheinlich unter Bruxismus. Das bedeutet, dass du aufgrund von Stress und Angst nachts mit den Zähnen knirschst.

In diesem Fall solltest du eine/n Ärztin/Arzt aufsuchen, denn obwohl eine Zahnschiene in diesen Fällen helfen kann, ist es am besten, die Ursachen der Angst zu behandeln, um sie in den Griff zu bekommen.

5. Häufigeres Urinieren als gewöhnlich

Eine der unbekannten Auswirkungen von Angst ist die Häufigkeit, mit der du in einem kurzen Zeitraum urinieren musst.

Vermutlich hast du das auch schon einmal erlebt: Wenn du vor etwas Angst hast, wie zum Beispiel vor einer Prüfung oder einem Vorstellungsgespräch, gehst du mehrmals auf die Toilette, um zu urinieren.

  • Obwohl dies eine weit verbreitete Tatsache ist, ist sie gleichzeitig auch merkwürdig. Denn wenn man Angst hat, produziert die Niere normalerweise weniger Urin. Der Grund dafür? Um Flüssigkeit zu sparen und sie den Muskeln zur Verfügung zu stellen.
  • Aufgrund des grundlegenden Bedürfnisses, unnötiges Gewicht auszuscheiden, um schneller entkommen zu können, befiehlt dir dein Gehirn aber, zur Toilette zu gehen, um Urin auszuscheiden. Und daher muss man so oft zur Toilette gehen, wenn man Angst hat.

6. Weniger bekannte körperliche Auswirkungen von Angst: Das Gefühl der “Unwirklichkeit”

Eine der unbekannten Auswirkungen von Angst ist Schwindel und das Gefühl der “Unwirklichkeit”.

Das mag seltsam klingen, aber wer schon einmal unter Angst oder sehr starkem Stress gelitten hat, weiß, wovon wir sprechen. Das passiert, wenn du plötzlich das deutliche Gefühl hast, dass das, was dich umgibt, nicht real ist. Es ist, als ob du die Welt von außen betrachtest und dich nicht als Teil von ihr fühlst.

Warum ist das so? Nun, zunächst einmal muss man sagen, dass du, wenn dieses Phänomen häufig auftritt, darüber mit einem Arzt oder Psychologen sprechen solltest. Dieses Gefühl wird oft durch die folgende Kette von Ereignissen verursacht:

  • Starke Angst wirkt sich auf die Lunge aus.
  • Deshalb neigen wir dazu, sehr schnell zu atmen. Wenn wir zu viel Sauerstoff ansammeln, erleben wir häufig zwei Dinge: Erstens hyperventilieren wir und zweitens bemerken wir ein gewisses Gefühl der Unwirklichkeit.
  • Das Gehirn kann diese Situation nicht richtig verarbeiten und es kommt zu diesem unangenehmen Gefühl.

Was tun, wenn du ständig unter Angstzuständen leidest?

Wenn Angstzustände ein ständiger Bestandteil deines Lebens sind, musst du nach Lösungen suchen. Sprich dazu mit jemandem, dem du vertraust, und bitte ihn oder sie um Hilfe. Auf diese Weise kannst du lernen, mit deinen Gefühlen und Gedanken besser umzugehen. Vor allem aber kannst du Bewältigungsstrategien erlernen, um dein Leben zu leben und zu genießen.

Vergiss nicht, dass Ängste nicht nur auf psychologischer Ebene Auswirkungen haben, sondern auch auf die körperliche Gesundheit, und zwar in verschiedenen Bereichen, die uns nicht immer bewusst sind. Deshalb ist es wichtig, dass du dir Hilfe suchst, um deine Ängste zu überwinden und dein Wohlbefinden zu sichern.

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