Wie wirkt die Atmung auf das Gehirn?

18 Januar, 2020
Eine ruhige, tiefe Atmung kann das Gefühl von Stress und Nervosität lindern und auch die Konzentrationsfähigkeit verbessern.

Wie wir alle wissen, ist das Gehirn eines der wichtigsten Körperorgane, jedoch auch sehr empfindlich. Es hängt von Veränderungen in unserem Körper ab, wie beispielsweise Schwankungen des Blutzuckerspiegels oder des Herzrhythmus. Die Atmung hat ebenfalls eine wesentliche Wirkung auf das Gehirn. In unserem heutigen Artikel erfährst du mehr über dieses hoch interessante Thema.

Beim Atmen nehmen wir Sauerstoff auf und stoßen Kohlendioxid über die Lungen aus. Bekanntlich ist Sauerstoff für alle lebenswichtigen Reaktionen im Körper grundlegend. Die Atmung ist ein automatischer Prozess, der im Normalfall unbewusst vollzogen wird. Wenn wir uns jedoch darauf konzentrieren, können wir sie kontrollieren und bewusst beeinflussen.

In den letzten Jahren wurde viel über die Auswirkungen der Atmung auf das Gehirn geforscht. So konnten auch neue Atemtechniken entwickelt werden, die uns helfen, viele Aspekte unseres Lebens zu verbessern. Erfahre anschließend mehr darüber.

Wie wirkt die Atmung auf das Gehirn?

Wir sind uns schon lange über die Bedeutung der Atmung bewusst. Insbesondere altindische Techniken wie Yoga lehren uns verschiedene Atemtechniken, die auch in der Meditation eine wichtige Rolle spielen.

Die Auswirkungen der Atmung auf das Gehirn waren jedoch lange unbekannt.Eine Forschungsstudie der Universität von Stanford konnte unlängst aufzeigen, dass der Zusammenhang zwischen Atmung und Entspannung wissenschaftliche Grundlagen hat, die mit Gehirnmechanismen in Verbindung stehen.

Zwar wissen wir schon lange, dass eine tiefe Atmung helfen kann, Stress- und Angstsituationen zu bewältigen. Doch bis vor Kurzem waren die genauen Mechanismen, die diesen Prozess wissenschaftlich erklären können, nicht bekannt. Die erwähnte Studie konnte nachweisen, dass im Gehirn eine spezifische Gruppe von Nervenzellen vorhanden ist, die damit zu tun haben.

Es handelt sich um ungefähr 350 Neuronen, die über das zentrale Nervensystem verteilt sind. Sie differenzieren sich von anderen Nervenzellen, da sie beim schnellen Atmen aktiver sind. Das ist deshalb wichtig, da diese Neuronen auch andere Gehirnbereiche stimulieren.

Dadurch können Gefühle wie Panik, Stress oder Müdigkeit entstehen. Die Atmung hat also direkte Auswirkungen auf das Gehirn und die genannten Gefühle.

Wie wirkt die Atmung auf das Gehirn?
Techniken wie Yoga messen der Atmung bereits seit Langem eine ganz besondere Bedeutung bei.

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Welche Vorteile haben diese Erkenntnisse über die Atmung?

Die Wirkung der Atmung auf das Gehirn ermöglicht es uns, unsere Atemgewohnheiten bewusst zu beobachten und zu verändern, um sie an bestimmte Lebenssituationen anzupassen. Wie bereits erwähnt, kann das langsame, tiefe Atmen die Neuronen im Atemkontrollzentrum aktivieren.

Wir können so Stress und Angst reduzieren. Auch fällt es mit der richtigen Atmung leichter, Panikattacken zu kontrollieren. Wir sprechen von einer kontrollierten, rhythmischen und tiefen Atmung, die über das Zwerchfell (auch Diaphragma) erfolgt und bei der sich nicht nur der obere Brustbereich bewegt.

Diese Atmuntechnik wird beim Praktizieren von Yoga und Meditation schon lange geübt. Außerdem gibt es auch bestimmte Atemtmethoden, welche die Entbindung erleichtern und in geburtsvorbereitenden Kursen gelehrt werden.

Nicht zu vergessen ist, dass diese Techniken auch im umgekehrten Sinne zur Anwendung kommen können: Durch die schnelle und kurze Atmung ist es möglich, das Gehirn zu aktivieren. Allerdings sind beruhigende Atemtechniken in weitaus mehr Situationen hilfreich.

die Atmung während der Schwangerschaft
In der Geburtsvorbereitung sind Atemtechniken sehr wichtig, um bei der Entbindung Stress zu reduzieren und Entspannung zu finden.

Abschließende Bemerkung

Das Gehirn benötigt wie auch alle anderen Körpergewebe ausreichend Sauerstoff, um richtig funktionieren zu können. Neuere Forschungen konnten jedoch nachweisen, dass die Atmung auch andere Wirkungen auf das Gehirn hat.

Bestimmte Nervenzellen aktivieren sich bei einer schnelleren Atmung. Dadurch werden Stress und Angst intensiviert. Wir können diese Situationen also auch durch die richtige Atmung besser kontrollieren, um im Alltag besser zurecht zu kommen.

Deshalb ist es sehr wichtig, Atemtechniken zu beherrschen und in den richtigen Augenblicken einsetzen zu können. Es gibt viele Experten auf diesem Gebiet. So können beispielsweise Yoga und Meditation dabei sehr vorteilhaft sein.

Du solltest dir über die Bedeutung der Atmung und ihre Wirkung auf das Gehirn bewusst werden. Versuche, deine Atmung zu verbessern und kontrollieren zu lernen. Das langsame und tiefe Atmen kann dir helfen, deine Emotionen zu kontrollieren.

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