Was sind infantile Hämangiome?

Infantile Hämangiome sind relativ häufig. Daher ist es wichtig, dass du weißt, was das genau ist und wie sie behandelt werden.
Was sind infantile Hämangiome?

Letzte Aktualisierung: 23 Januar, 2021

Infantile Hämangiome sind im Allgemeinen gutartige Tumore. Sie werden im Volksmund aufgrund ihres Erscheinungsbildes häufig auch “Blutschwamm" genannt. Es handelt sich hierbei um eine abnormale Wucherung von Blutgefäßen. Obwohl infantile Hämangiome sich normalerweise in der Haut bilden, können sie auch in anderen Organen entstehen. In unserem heutigen Artikel werden wir dir erklären, woraus sie bestehen und wie sie behandelt werden.

Was sind infantile Hämangiome?

Wie wir bereits erwähnt haben, sind infantile Hämangiome im Allgemeinen gutartige Tumore, die normalerweise die Haut betreffen. Es handelt sich um eine der häufigsten Neoplasien im Säuglingsalter und in der Kindheit. Darüber hinaus treten sie bei Mädchen dreimal häufiger als bei Jungen auf. Normalerweise befinden sie sich im Gesicht oder auf der Kopfhaut.

Obwohl die meisten infantilen Hämangiome gutartig sind, können manche dennoch zu Komplikationen führen. Es handelt sich um rötliche, flache oder erhabene Tumore, die ästhetisch nicht sehr ansprechend sind. Darüber hinaus kann es zu Beeinträchtigungen benachbarter Strukturen wie Augen, Nase, Mund usw. kommen.

Infantile Hämangiome durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen. In der ersten Phase erfolgt ein schnelles Wachstum. Während dieser Phase erhöhen sie schnell ihr Volumen und ihre Größe. Dann gibt es eine Ruhephase, in der sich das Hämangiom nur sehr wenig ändert.

Anschließend folgt eine Phase der Rückbildung, in der es auf natürliche Weise zu verschwinden beginnt. Dennoch ist es ratsam, etwas zu unternehmen, wenn das infantile Hämangiom sehr groß ist oder Komplikationen verursacht.

Warum entstehen infantile Hämangiome?

infantile Hämangiome - Arzt untersucht Kleinkind
Eine kurzzeitig Sauerstoffunterversorgung des Embryos während der Schwangerschaft wurde mit der Entwicklung von Hämangiomen in Verbindung gebracht.

Die Gründe für ihre Entstehung sind nicht genau bekannt. Dennoch wurde eine Reihe von Risikofaktoren identifiziert, die mit der Entwicklung von infantilen Hämangiomen in Zusammenhang stehen könnten.

In diesem Zusammenhang weisen spanische Forscher des Hospital Universitario La Paz in Madrid darauf hin, dass ein Sauerstoffmangel in der Plazenta während der ersten Schwangerschaftsmonate zu Veränderungen der Plazenta-Zirkulation führen könnte. Diese Veränderungen könnten möglicherweise zur Entwicklung von Hämangiomen führen.

Andere Studien sehen einen Zusammenhang mit einem erhöhten Alter der Mutter und Mehrlingsschwangerschaften. Darüber hinaus vermuten sie auch Placenta praevia und Präeklampsie als mögliche Ursachen. Außerdem haben Experten entdeckt, dass die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von infantilen Hämangiomen steigt, je früher das Baby geboren wird. Daher sehen die Forscher auch einen Zusammenhang zwischen Sauerstoffmangel und der Bildung dieser Hämangiome.

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Infantile Hämangiome: Arten

Infantile Hämangiome können kutan oder innerlich sein. Im Allgemeinen klassifizieren Experten sie normalerweise nach:

  • Der Tiefe der betroffenen Blutgefäße. Diese können oberflächlich, tief oder gemischt sein. Oberflächliche äußern sich normalerweise als hellrote Papeln. Im Gegensatz dazu erscheinen tiefe als bläuliche oder hautfarbene Klumpen.
  • Der Form und ihrer Ausbreitung. Es gibt lokalisierte, segmentale oder multiple Hämangiome.

Diagnose

Die meisten Hämangiome werden durch eine körperliche Untersuchung diagnostiziert. Dazu benötigt der Arzt eine vollständige Krankengeschichte des Patienten. Er muss insbesondere wissen, wie die Schwangerschaft und die perinatale Phase verlaufen sind und wie sich die Läsion entwickelt hat. Die meisten infantilen Hämangiome beginnen als rosafarbene oder blasse Flecken. Daher können sie mit Muttermalen, Traumata oder Missbildungen verwechselt werden.

Darüber hinaus können Ärzte auf ergänzende Diagnosetechniken zurückgreifen. Dazu gehören Ultraschall, Magnetresonanztomographie und Hautbiopsien. Eine Hautbiopsie ist die beste Methode, um infantile Hämangiome von anderen Läsionen zu unterscheiden.

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Komplikationen

Die typischsten Komplikationen treten normalerweise auf lokaler Ebene auf. Ein kutanes infantiles Hämangiom kann ulzerieren (Geschwüre ausbilden). Dies wiederum erhöht das Infektionsrisiko und verursacht zusätzliche Schmerzen. Wenn sich Hämangiome in der Nähe des Auges befinden, können sie das Sehvermögen stören und Astigmatismus, Strabismus und sogar einen Sehverlust verursachen.

Die bedeutendste Komplikation sind jedoch mögliche psychische Auswirkungen. Wenn infantile Hämangiome an sichtbaren Stellen auftreten, können sie aufgrund ihres unästhetischen Aussehens das Selbstwertgefühl des betroffenen Kindes beeinträchtigen. Darüber hinaus kommt es bei einigen auch zu Narbenbildung.

Behandlung

infantile Hämangiome - Arzt mit Patientin und deren Mutter
Der behandelnde Arzt muss alle Optionen abwägen, um die im Einzelfall am besten geeignete Methode zu wählen.

Nicht alle infantilen Hämangiome bedürfen einer Behandlung. Die Indikation zur Behandlung ist komplex. Wenn diese Hämangiome lebensbedrohlich sind, wenn sie Geschwüre bilden und infolgedessen Schmerzen auftreten oder wenn das Risiko dauerhafter Narbenbildung entsteht, werden Ärzte zu einer Behandlung raten.

Die übliche Behandlung erfolgt durch lokale Gabe von Propranolol. Obwohl die Behandlung mit diesem Betablocker wirksam ist, hat sie auch zahlreiche Nebenwirkungen. Dazu gehören Bradykardie, Hypoglykämie, Stimmungs- und Schlafstörungen usw.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht in der Verabreichung von Interferon alfa. Allerdings kann es bei Säuglingen zu schweren Komplikationen führen. Ebenso kann eine Laserbehandlung hilfreich sein. Bei der Behandlung der Nachwirkungen sind grundsätzlich chirurgische Eingriffe angezeigt. Der Einsatz von Propranolol reduziert jedoch die Nachwirkungen deutlich.

Abschließende Gedanken

Infantile Hämangiome sind ein ziemlich häufig auftretendes Gesundheitsproblem. Wenn du diesbezüglich Fragen hast, solltest du dich stets an deinen Arzt wenden. Außerdem solltest du auch die psychologischen Auswirkungen berücksichtigen, die sie auf Kinder haben könnten. So kann die Behandlung verbessert werden.

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