Warum bekommen wir graue Haare?

25 Oktober, 2020
Das erste graue Haar bringt uns ins Bewusstsein, dass der Alterungsprozess bereits begonnen hat. Doch wie entstehen graue Haare und welche Einflussfaktoren sind in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen?

Die ersten grauen Haare machen sich meist mit Mitte dreißig und Anfang vierzig bemerkbar, können sich jedoch auch schon früher zeigen. Früher oder später trifft es jeden, denn mit zunehmendem Alter produziert der Organismus weniger Melanin und wir bekommen graue Haare. 

Es handelt sich um einen natürlichen Alterungsprozess, der nicht aufzuhalten ist. Ab dem 30. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit für graue Haare mit jedem Jahrzehnt um 10 bis 20 %. Doch nicht nur das Alter spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, auch andere Faktoren müssen berücksichtigt werden. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Die ersten grauen Haare

Verantwortlich für die Haarfarbe ist das Farbpigment Melanin, das von speziellen Hautzellen (Melanozyten) produziert und im Haar eingelagert wird. Die Variante Eumelanin ist für braunes und schwarzes Haar verantwortlich, Phäomelanin produziert blondes und rötliches Haar. Das Verhältnis dieser beiden Pigmente bestimmt also die Haarfarbe und auch die Farbe der Haut und der Augen.

Mit der Zeit nimmt allerdings die Produktion von Melanin ab. In den meisten Fällen erfolgt dies ab dem 30. Lebensalter, wenn die Haare jedoch bereits vor dem 20. Lebensjahr ergrauen, sprechen Ärzte von einer seltenen “Canities praecox”.

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Warum bekommen wir graue Haare?

Der derzeitige Wissensstand geht von zwei Hauptursachen für das Ergrauen der Haare aus:

  • Die Genetik: Die verantwortlichen Gene für diesen Prozess konnten zwar noch nicht identifiziert werden, aber es ist bekannt, dass die Genetik dabei eine entscheidende Rolle spielt. Sie beeinflusst das Alter, in dem die Haare beginnen, grau zu werden. Zu vorzeitigem Ergrauen kommt es vermehrt bei hellhäutigen Menschen und Menschen aus dem asiatischen Raum.
  • Erkrankungen: Zum Beispiel zerstört die Krankheit Vitiligo die Pigmente, die für die Färbung der Haare verantwortlich sind. Ähnliche Folge bewirken folgende Situationen: perniziöse Anämie, Vitamin-B12-Mangel, Hypothyreose und Werner-Syndrom.

Darüber hinaus können auch andere Faktoren den Prozess des Ergrauens beschleunigen. Eine grundlegende Rolle spielen dabei:

  • Stress: Der Stoffwechsel und die Hormone können durch Stress beeinträchtigt werden und dies hat Auswirkungen auf die Melaninproduktion. Daher bekommen Menschen, die häufig unruhige und stressige Zeiten durchleben, schneller graue Haare.
  • Unausgewogene Ernährung: Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Mangel an Antioxidantien und Vitaminen Auswirkungen auf die Haarfarbe hat.
  • Giftstoffe: Auch Rauchen, Alkohol und andere Drogen sollen das Ergrauen beschleunigen. Feste Beweise gibt es dafür allerdings nicht.

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Aktuelle Fakten über graue Haare

graue haare

Eine Gruppe deutscher Wissenschaftler führte Untersuchungen durch, die zu dem Schluss kamen, dass die geringe Melaninproduktion auf eine übermäßige Konzentration von Wasserstoffperoxid in den Haarzellen zurückzuführen ist. Dies ließe sich durch katalasehaltige Lebensmittel wie Avocado, Lauch, Zwiebel, Rinderleber usw. vermeiden.

Andererseits kam Professor Desmond Tobin von der Universität Bradford (Vereinigtes Königreich) zu dem Schluss, dass es im Haarwurzelfollikel eine Art “biologische Uhr” gibt. Sie bestimmt den Zeitpunkt, an dem die Melanozyten die Pigmentierung der Haare einstellen. Das Besondere daran: Es gibt Anzeichen dafür, dass dieser Prozess umgekehrt werden kann.

Gleichzeitig ergab eine Studie von Professor Irini Samuel (Universität Kairo in Ägypten), dass bei Männern ein Zusammenhang zwischen dem Prozess des Ergrauens und dem Koronarrisiko (Herzkrankheit) besteht. Früh ergraute Männer haben ein größeres Risiko, an einer Herzkrankheit zu leiden.

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