Syndrom des zyklischen Erbrechens (CVS)

Das Syndrom des zyklischen Erbrechens kann mit anderen Symptomen wie Durchfall, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit einhergehen. Da es bei Kindern häufiger auftritt, müssen die Eltern darauf achten und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen. Hier erfährst du alles, was du darüber wissen solltest.
Syndrom des zyklischen Erbrechens (CVS)

Letzte Aktualisierung: 01. November 2021

Das Syndrom des zyklischen Erbrechens, im Englischen auch cyclical vomiting syndrome (CVS) genannt, ist für Ärzte eine komplexe Angelegenheit. Es ist durch heftige Brechattacken gekennzeichnet, für die es keine offensichtliche Ursache gibt. Es kann aber auch Phasen geben, in denen die Betroffenen nicht erbrechen müssen.

Häufig bessert sich der Zustand der Betroffenen scheinbar, bevor kurz darauf eine weitere ähnliche Episode auftritt. (Daher der Name des Syndroms.) Man weiß immer noch nicht, wie viele Menschen darunter leiden, aber Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 2 % der Kinder unter 6 Jahren davon betroffen sind.

Aber auch bei Erwachsenen kann das Syndrom des zyklischen Erbrechens auftreten und diagnostiziert werden. In unserem heutigen Artikel werden wir dir erklären, worum es sich dabei handelt und wie man es erkennt.

Syndrom des zyklischen Erbrechens – was genau ist das?

Erbrechen ist ein unspezifisches Symptom und wird normalerweise durch eine Magen-Darm-Infektion, Nervosität, eine Vergiftung und viele andere Ursachen ausgelöst. Genau aus diesem Grund ist das Syndrom des zyklischen Erbrechens auch so schwer zu erkennen.

Wie wir bereits erwähnt haben, ist dieses Syndrom durch Episoden ständigen Erbrechens gekennzeichnet, die scheinbar ohne Grund auftreten. Die Episoden können Stunden oder Tage andauern. Ein weiteres Hauptmerkmal dieses Krankheitsbildes ist, dass auf eine Episode in der Regel eine symptomfreie Zeit folgt.

Nach einer gewissen Zeit tritt das Erbrechen jedoch wieder auf. Interessanterweise verläuft der zweite Anfall meist ähnlich wie der erste. Das heißt, das Erbrechen kommt und geht und dauert praktisch genauso lange wie bei den vorangegangenen Eposiden.

Das Syndrom des zyklischen Erbrechens kommt viel häufiger bei Kindern vor. Dennoch kann es grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Obwohl diese Erkrankung bereits im Jahr 1882 beschrieben wurde, konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ursache bisher noch nicht identifizieren. Allerdings hat man festgestellt, dass sie bei Mädchen und bei Menschen mit Zöliakie häufiger auftritt.

Syndrom des zyklischen Erbrechens - Kind mit Hand vor dem Mund
Das Syndrom des zyklischen Erbrechens (CVS) tritt häufiger bei Kindern auf.

Weitere Symptome

Um sagen zu können, dass es sich bei einem bestimmten Zustand tatsächlich um das Syndrom des zyklischen Erbrechens handelt, muss eine Person mindestens drei ähnliche Episoden erlebt haben. Außerdem muss zwischen den Episoden ein Zeitraum ohne Beschwerden liegen.

Die Episoden beginnen in der Regel plötzlich, fast immer in der Nacht. Außerdem treten die meisten Fälle nach einer Infektion oder einer stressigen Situation auf. Manche glauben, dass bestimmte Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Schokolade, die Anfälle auslösen können.

Außerdem kommt es in der Regel zu mehr als vier Brechanfällen in einer einzigen Stunde. Zudem hält das Erbrechen im Durchschnitt zwischen einem und vier Tagen an. Aber nicht nur die Episoden ähneln einander, sondern auch die Zeiträume, in denen sie auftreten. Das heißt, die Anfälle folgen in gleichen Abständen aufeinander.

Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen sind ebenfalls häufig auftretende Symptome. Des Weiteren leiden Betroffene oft unter Lichtempfindlichkeit und Schwindelgefühlen. Das ist eine sehr belastende und manchmal sogar peinliche Situation.

Syndrom des zyklischen Erbrechens - Frau mit Schwindel
Ein häufig auftretendes Symptom ist Schwindel.

Wie kann das Syndrom des zyklischen Erbrechens behandelt werden?

Hinsichtlich der Ursache gibt es bisher keine Behandlung zur Heilung des Syndroms des zyklischen Erbrechens. Die meisten Maßnahmen konzentrieren sich darauf, mögliche Auslöser zu vermeiden. Bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Propranolol, können zur Prävention eingesetzt werden.

Allerdings ist die Krankheit so variabel, dass die Behandlung von den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten abhängt. Daher stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, wenn der Anfall – trotz aller vorbeugenden Maßnahmen – auftritt. Zu diesen Medikamenten gehören unter anderem Ondansetron und Lorazepam.

Darüber hinaus solltest du bedenken, dass wiederholtes Erbrechen zu Dehydrierung führen kann. Dies gilt umso mehr, wenn auch noch Durchfall hinzukommt. Daher ist es sehr wichtig, dass du viel Flüssigkeit zu dir nimmst und verlorene Elektrolyte so schnell wie möglich ersetzt.

Bei wiederholtem Erbrechen solltest du immer einen Arzt aufsuchen

Das Syndrom des zyklischen Erbrechens gibt den Ärzten, insbesondere den Kinderärzten, noch immer Rätsel auf. Es müssen auch andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren und die Situation mit ihm oder ihr besprechen.

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