11 Symptome, die darauf hinweisen, dass du einen Hormontest brauchst

Veränderungen des Körpergewichts, Akne und übermäßiger Durst sind einige der Symptome von endokrinen Erkrankungen. In diesem Artikel erfährst du, welche Symptome ein Hinweis darauf sein könnten, dass du einen Hormontest benötigst.
11 Symptome, die darauf hinweisen, dass du einen Hormontest brauchst

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Das endokrine System ist ein Netzwerk von Organen und Drüsen, die auf die Ausschüttung von Hormonen im menschlichen Körper spezialisiert sind. Hormonelle Ungleichgewichte beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich und haben oft schwerwiegende Langzeitfolgen. Hier sind 11 Symptome, die darauf hinweisen, dass du einen Hormontest brauchst.

Hormone sind chemische Stoffe, die von den endokrinen Drüsen in den Blutkreislauf abgegeben werden. Sie sind aktiv am Stoffwechsel, an der Fortpflanzung, am Schlaf, am Appetit, an der Stimmung und an der Steuerung der Funktion aller lebenswichtigen Organe beteiligt.

Studien zufolge sind derzeit Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion und Fettstoffwechselstörungen die wichtigsten endokrinen Störungen bei älteren Erwachsenen. In den meisten Fällen verursachen diese Veränderungen frühe Symptome, die nicht unbemerkt bleiben sollten und die darauf hinweisen, dass du zum Arzt gehen und einen Hormontest durchführen lassen solltest.

Ursachen für ein hormonelles Ungleichgewicht

Hormonelle Erkrankungen sind das Ergebnis eines Überschusses oder Defizits in der Hormonproduktion. Sie treten in der Regel aufgrund einer Fehlfunktion spezieller Drüsen oder einer Beschädigung ihrer Struktur auf. Das ist bei der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse, der Nebenniere, den Eierstöcken und den Hoden der Fall.

Ein klassisches Beispiel ist Diabetes mellitus, bei dem die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin produziert, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. In Spanien schätzt die Forschung die Prävalenz von Typ-2-Diabetes auf bis zu 18,7 % und von Typ-1-Diabetes auf bis zu 0,1 %.

Weitere Ursachen für ein hormonelles Ungleichgewicht sind:

Risikofaktoren

Obwohl die Ursache für hormonelle Veränderungen multifaktoriell ist, spielt die Genetik eine wichtige Rolle bei ihrem Auftreten. Darüber hinaus gibt es mehrere Bedingungen, die das Risiko für endokrine Krankheiten erhöhen:

  • Fettleibigkeit und Bewegungsmangel
  • Fett- und zuckerreiche Ernährung
  • Alkohol und Rauchen
  • Hormonersatztherapie
  • Chemotherapie und Medikamente, wie z.B. Glukokortikoide
  • Autoimmunkrankheiten
  • Übermäßiger Stress
Hormontest - Schilddrüse
Drüsen produzieren Hormone, und diese Stoffe wandern durch den Körper, um ihre Funktion über Rezeptoren auszuüben.

Die häufigsten Symptome, an denen du erkennst, dass du einen Hormontest brauchst

Die Erscheinungsformen endokriner Störungen variieren je nachdem, welche Hormone oder Drüsen nicht richtig funktionieren. Einige der typischen Symptome bei Männern und Frauen, die darauf hindeuten, dass du einen Hormontest brauchst, sind die folgenden.

1. Übermäßiger Durst und häufiges Wasserlassen

Anhaltender Flüssigkeitsbedarf und erhöhte Harnfrequenz werden Polydipsie bzw. Polyurie genannt. Dies sind klassische Symptome bei Menschen mit Diabetes mellitus. Bei Erwachsenen treten sie in der Regel im Frühstadium der Krankheit auf, bei Kindern dagegen erst später.

Darüber hinaus sind Polydipsie und Polyurie auch charakteristische Anzeichen für Diabetes insipidus, weil die Niere den Urin nicht zurückhalten kann und große Mengen an Flüssigkeit verliert, wie Studien zeigen. Diese Störungen können bei kleinen Kindern zu Bettnässen während des Schlafs führen.

2. Bei Gewichtszunahme oder -verlust solltest du einen Hormontest machen lassen

Gewichtszunahme ist ein häufiges Symptom bei Menschen mit hormonellen Problemen. In den meisten Fällen hängt sie mit einem hohen Östrogen- und Cortisolspiegel sowie einer unzureichenden Produktion von Schilddrüsenhormonen zusammen. Diese Veränderungen begünstigen die Anhäufung von Fett.

Außerdem verstärkt die Insulinresistenz bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Gewichtszunahme und macht es schwierig, mit den üblichen Methoden abzunehmen. Des Weiteren kann ein unerklärlicher Gewichtsverlust auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose zurückgeführt werden, bei der es zu einem erhöhten Stoffwechsel und einem hohen Abbau von Muskelmasse kommt.

3. Gesteigerter Appetit oder Appetitlosigkeit

Appetitveränderungen sind ein Symptom, das nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte und dir sagt, dass du einen Hormontest brauchst. Das gesteigerte und unkontrollierbare Verlangen zu essen wird als Hyperphagie oder Polyphagie bezeichnet.

Dieses Symptom tritt häufig bei den folgenden Erkrankungen auf:

  • Diabetes
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Basedowsche Krankheit
  • Hypoglykämie
  • Prämenstruelles Syndrom

Appetitlosigkeit oder verminderter Appetit hingegen wird als Hyporexie bezeichnet. Dieses Symptom tritt in der Regel bei einigen Menschen mit Typ-1-Diabetes sowie bei Patienten mit Tumoren auf der Ebene der Hypophyse oder des Hypothalamus auf.

4. Chronische Akne ist ein Zeichen dafür, dass du einen Hormontest brauchst

Akne ist eine dermatologische Erscheinung, die mit hormonellen Veränderungen zusammenhängt und in der Pubertät häufig auftritt. Im Allgemeinen führen hohe Androgenspiegel, wie z. B. Testosteron, zur Entstehung oder Verschlimmerung von Akne.

Einige Ursachen hierfür sind laut Forschung das polyzystische Ovarsyndrom, Insulinresistenz und eine angeborene Nebennierenhyperplasie. Außerdem ist bei Frauen ein hormonelles Ungleichgewicht für das Auftreten von Akne vor der Menstruation verantwortlich.

5. Müdigkeit und extreme Erschöpfung

Müdigkeit ist eine der wichtigsten Erscheinungsformen eines Schilddrüsenhormonmangels. Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion leiden oft an einer extremen Müdigkeit, die sie daran hindert, einen normalen Tag zu verbringen.

Darüber hinaus leiden diese Patienten oft unter einem hohen Maß an Stress, Nervosität und Angst, was zu Schlafstörungen und zu noch größerer Müdigkeit führt. Dieses Symptom tritt auch bei Hyperkortisolismus, Dyslipidämie und Diabetes auf.

6. Übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Kälte oder Hitze

Schwankungen in der Temperaturempfindlichkeit treten häufig bei Schilddrüsenfehlfunktionen auf. Die Forschung bestätigt, dass die Betroffenen bei einer Schilddrüsenunterfunktion häufig berichten, selbst im Sommer zu frieren, sodass ihnen immer kälter ist, als es für die Jahreszeit angemessen wäre.

Das Gegenteil ist bei einer Schilddrüsenüberfunktion der Fall, bei der die Patienten über eine Intoleranz gegenüber Hitze und vermehrtes Schwitzen unter normalen Bedingungen berichten. Darüber hinaus verstärkt sich dieses Symptom bei manchen Frauen vor oder während der Menstruation.

7. Wenn du übermäßigen Haarausfall hast, solltest du einen Hormontest machen lassen

Grundsätzlich ist es normal, dass Menschen im Rahmen der natürlichen Regeneration der Kopfhaut jeden Tag einige Haare verlieren. Allerdings ist ein übermäßiger und anhaltender Haarausfall ein Warnzeichen, das Alopezie genannt wird. Dieser Haarausfall kann lückenhaft, diffus oder generalisiert sein.

Hormonelle Ungleichgewichte sind eine der häufigsten Ursachen für Alopezie. Einige der Erkrankungen, bei denen Haarausfall auftritt, sind Schilddrüsenüberfunktion, das Cushing-Syndrom und Hyperandrogenismus. Auch in den Wechseljahren und der Perimenopause ist Haarausfall möglich.

8. Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche

Hitzewallungen sind eine häufige Erscheinung in der Übergangszeit zur Menopause oder zum Klimakterium. Studien bestätigen, dass dieses vasomotorische Symptom die Folge eines Östrogenmangels bei Frauen ist und bei bis zu 80 % der Frauen in den Wechseljahren auftritt.

In den meisten Fällen sind Hitzewallungen mit nächtlichen Schweißausbrüchen und einer Rötung der Haut verbunden, gefolgt von einem Temperaturabfall und einem Anstieg der Herzfrequenz. Sie dauern in der Regel einige Minuten bis zu mehreren Stunden. Außerdem können diese Phasen auch mehrmals an einem Tag auftreten.

9. Verdauungsprobleme sind ein Zeichen dafür, dass du einen Hormontest brauchst

Schilddrüsenerkrankungen können zu Veränderungen in der Funktion des Magen-Darm-Systems führen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es zu einer Verlangsamung der Darmpassage, Verstopfung und Gastritis kommen. Andererseits begünstigt ein Überschuss an Schilddrüsenhormonen das Auftreten von Durchfall.

Darüber hinaus wirkt sich eine unausgewogene Östrogenkonzentration auf die Mikroflora des Darms und den Stoffwechsel der Nahrung aus. Diese Tatsache begünstigt zudem das Auftreten von Bauchbeschwerden, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung vor oder während der Menstruation.

Hormontest - Frau mit Verstopfung
Verstopfung ist ein Verdauungssymptom, das auf eine hormonelle Veränderung zurückzuführen sein kann.

10. Unregelmäßige Menstruationszyklen

Unregelmäßige Menstruationszyklen sind ein Symptom, das dir sagt, dass du einen Hormontest brauchst. Bei manchen Frauen ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass die Wechseljahre nahen.

Allerdings ist dies jedoch auch ein häufiges Symptom des polyzystischen Ovarialsyndroms, einer Schilddrüsenunterfunktion und von Diabetes. Untersuchungen haben ergeben, dass die häufigsten Menstruationsstörungen bei Frauen mit Diabetes Dysmenorrhö, prämenstruelles Spannungssyndrom, Oligomenorrhö und Amenorrhö sind.

11. Nachlassende Libido ist ein Zeichen dafür, dass du einen Hormontest brauchst

Nachlassendes sexuelles Verlangen wird mit einem unausgeglichenen Androgenspiegel in Verbindung gebracht. Bei Frauen hängt es mit dem Östrogen- und Progesteronmangel zusammen, der für die Menopause typisch ist. Außerdem kommt es in der Regel zu vaginaler Trockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Bei Männern hingegen fördert der Rückgang des Testosteronspiegels den Verlust der Libido und ist sogar eine häufige Ursache für Impotenz und Unfruchtbarkeit. Darüber hinaus kann dieses Symptom auch bei einigen Menschen mit Diabetes, Hyperprolaktinämie und Schilddrüsenunterfunktion auftreten.

Welche Hormontests werden am häufigsten durchgeführt?

Wenn der Facharzt oder die Fachärztin eine endokrine Störung vermutet, ordnet er/sie im Allgemeinen mehrere Hormontests an. Bluttests messen die Konzentration verschiedener Hormone im menschlichen Körper und ermöglichen es, endokrine Störungen aufgrund von Defiziten oder Überschüssen zu diagnostizieren.

Einige der am häufigsten verwendeten Tests sind die folgenden:

  • Östrogen- und Progesteronkonzentration
  • Schilddrüsenhormon-Titer
  • Insulin-Konzentration
  • Cortisolspiegel

Der Blutzuckerspiegel ist ebenfalls nützlich für die Diagnose von Diabetes. Darüber hinaus kommen noch weitere Tests zum Einsatz, unter anderem:

  • Ultraschall und Magnetresonanztomographie
  • Schilddrüsen-Ultraschall
  • Untersuchung des Beckens
  • Biopsie

Eine frühzeitige Konsultation eines Facharztes ist unerlässlich

Es gibt eine Vielzahl von Symptomen, die dir sagen, dass du einen Hormontest brauchst. Allerdings werden die meisten dieser Anzeichen anfangs unterschätzt, was die Behandlung verzögert und das Risiko langfristiger Komplikationen erhöht.

Wenn du eines oder mehrere dieser Symptome oder andere ungewöhnliche Anzeichen bemerkst, solltest du nicht zögern, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Denn eine frühzeitige Behandlung von hormonellen Störungen verbessert die Prognose und die Lebensqualität der Betroffenen.

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