Skoliose bei Kindern: Was tun?

12 August, 2020
In der Kindheit ist Skoliose eher selten, doch trotzdem handelt es sich um eine Anomalie, der wir Beachtung schenken sollten. Wie kann man diese seitliche Krümmung der Wirbelsäule erkennen und was kann man tun? In unserem heutigen Artikel gehen wir diesen Fragen nach. 

Skoliose kommt bei Kindern zwar eher selten vor, doch es handelt sich um ein Problem, das von Anfang an Aufmerksamkeit und die richtige Behandlung braucht. Wir sprechen von einer seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule, die verschiedene Ausmaße annehmen kann.

Im Allgemeinen verschlimmert sich diese Verkrümmung im Laufe des Wachstums. Allerdings tolerieren Kinder und Jugendliche dieses Problem meist sehr gut, deshalb wird es oft nicht frühzeitig erkannt. Wenn sich Skoliose verschlimmert, ist allerdings die Behandlung komplexer. 

Bei Kindern kommt es am häufigsten zu einer idiopathischen Skoliose. Dabei verbiegt sich die Wirbelsäule seitlich und die Wirbelkörper drehen sich. Rund 4 von 1000 Personen leiden daran. Ungefähr 1 Prozent dieser Fälle sind ernst und erfordern eine langfristige Behandlung. Betroffene Kinder müssen mindestens einmal jährlich orthopädisch untersucht werden. Das ist in der Pubertät besonders wichtig.

Wissenswertes über Skoliose in der Kindheit 

Die seitliche Krümmung der Wirbelsäule und die Verdrehung der Wirbelkörper können unterschiedlich ausgeprägt sein. In manchen Fällen kommt es zu einer C-Form, in anderen zu einer S-Form. Dadurch können Schmerzen und Atembeschwerden entstehen.

  • Skoliose bei Kleinkindern: Bei Kindern unter drei Jahren kann es sich um eine angeborene Deformation handeln. Es können jedoch auch andere Ursachen vorliegen. In anderen Fällen sind die genauen Auslöser unbekannt.
  • Skoliose bei Kindern: Im Alter zwischen 3 und 10 Jahren kann es ebenfalls zu einer Skoliose kommen, doch dies ist sehr selten. 
  • Idiopathische Skoliose bei Jugendlichen: Dies ist die häufigste Form bei Kindern über 10 Jahren. Die genauen Ursachen sind unbekannt.
Skoliose Untersuchung
Als Skoliose bezeichnet man eine Verkrümmung der Wirbelsäule in C- oder S-Form.

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Ursachen und Risikofaktoren

In den meisten Fällen sind die genauen Ursachen der kindlichen Skoliose unbekannt. Wir wissen jedoch, dass Mädchen häufiger als Jungen davon betroffen sind. Je nach Ursache kann diese Wirbelsäulenverkrümmung wie folgt klassifiziert werden:

  • Angeborene Skoliose: Sie entsteht bereits während der Schwangerschaft und geht mit Anomalien einher. So kann dem betroffenen Kind zum Beispiel ein Wirbelkörper fehlen. Es kann auch an einer Deformation leiden oder die Wirbelsäule kann mangelhaft entwickelt sein.
  • Idiopathische Wirbelsäulenverkrümmung: In diesen Fällen sind die genauen Auslöser nicht bekannt.
  • Neuromuskulär bedingte Deformation der Wirbelsäule: In der Folge einer neurologischen Krankheit, wie zum Beispiel Muskeldystrophie, Zerebralparalyse, Spina bifida, Knochenmarktumor, Neurofibromatose oder Paralyse, kann es zu einer Verformung der Wirbelsäule kommen.
  • Andere: In wenigen Fällen entsteht die Skoliose bei Kindern durch eine Infektion, Verletzung, Krebs, unterschiedlich lange Beine oder genetische Krankheiten.

Skoliose bei Kindern: Symptome und Diagnose

Jedes Kind kann unterschiedliche Symptome experimentieren. In vielen Fällen zeigen sich jedoch folgende Beschwerden:

  • Der Kopf ist im Verhältnis zum restlichen Körper nicht zentriert.
  • Die Arme sind ungleich, wenn das Kind steht.
  • Eine Schulter oder eine Hüfte liegt etwas höher als die andere.
  • Wenn sich das Kind nach vorne beugt, ist ein Rückenbereich etwas höher als der andere.

In den meisten Fällen verursacht Skoliose keine Schmerzen oder Beschwerden. Die Diagnose erfolgt durch die klinische Beobachtung und wird mit einer Magnetresonanz oder einer Computertomografie bestätigt.

Skoliose bei Kindern: Symptome und Diagnose
In den meisten Fällen verursacht die Wirbelsäulenverkrümmung keine Schmerzen oder Beschwerden. Der Arzt kann die Diagnose durch Beobachtung stellen.

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Behandlung

Die Behandlung der Verkrümmung der Wirbelsäule hängt unter anderem vom Alter des Kindes ab. Es werden Faktoren wie die Wachstumsphase, die Ursache des Problems, die Ausprägung der Krümmung und der allgemeine Gesundheitszustand des Kindes berücksichtigt. Außerdem bewertet der Arzt auch die Toleranz von Arzneimitteln und Therapien, die zur Verfügung stehen.

Wenn die Deformation der Wirbelsäule kurz vor der Adoleszenz entsteht, überwacht der Arzt meist den Zustand, um verhindern zu können, dass er sich verschlimmert. Wenn die Krümmung jedoch stark ist, kann ein Korsett notwendig sein. Damit kann verhindert werden, dass sich die Deformation verschlimmert.

In ernsten Fällen kann auch eine chirurgische Intervention nötig sein, um die Deformation zu korrigieren. Wenn schwere Fälle nicht behandelt werden, reduziert sich die Lungenfähigkeit und es können Lungenkrankheiten entstehen. Es ist deshalb wichtig, der Verkrümmung der Wirbelsäule entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken und sie zu behandeln.

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