Schnappfinger: Symptome und Behandlungen

Der Schnappfinger ist ein Problem, das die Bewegung der Hand erheblich beeinträchtigen kann. Wende dich daher am besten an deinen Arzt, wenn die ersten Symptome auftreten, um die Prognose zu verbessern.
Schnappfinger: Symptome und Behandlungen

Letzte Aktualisierung: 30 Januar, 2021

Der Schnappfinger ist ein Zustand, der die Bewegung des Fingers einschränkt und möglicherweise verhindert, dass er sich krümmt. Tatsächlich bleibt der betroffene Finger in der Regel in einer Position stecken. Um ihn wieder zu strecken oder zu krümmen, muss man ihn „schnappen“ lassen, so wie es eine Sprungfeder tut, wenn sie sich dehnt, nachdem sie losgelassen wird.

Ein Problem in den langen Sehnen, auch Flexoren genannt, verursacht diese Anomalie. Diese Sehnen gleiten durch eine Art Tunnel – die Sehnenscheide -, der sie umgibt. Wenn diese Hülle gereizt wird und sich entzündet, verengt sich der Tunnel und erschwert die Bewegung.

In den schwersten Fällen rastet der Schnappfinger in der gekrümmten Position ein und kann sich nicht mehr bewegen. Ein anderer Name für diese Erkrankung ist die stenosierende Tenosynovitis, die häufiger bei Frauen und Diabetikern auftritt.

Der Schnappfinger und seine Symptome

Der Schnappfinger kann in jedem Finger der Hand auftreten, einschließlich des Daumens. In der Tat betrifft es fast immer mehr als einen Finger, sogar an beiden Händen. Der Zustand ist progressiv und beginnt normalerweise mit anhaltenden Schmerzen an der Basis des Fingers.

Die ersten Symptome des Schnappfingers sind normalerweise folgende:

  • Eine Beule erscheint um die Basis des Fingers, in Richtung der Handfläche.
  • Der Muskel an der Basis des Fingers fühlt sich schmerz- und berührungsempfindlich an.
  • Die Betroffenen fühlen eine Steifheit im Finger, besonders in den Morgenstunden.
  • Bei einer Bewegung schnappt der Finger.

Wenn der Schnappfinger fortschreitet, bleibt er in der gekrümmten Position stecken und streckt sich plötzlich. In fortgeschrittenen Stadien bleibt er stecken und kann sich nicht mehr strecken.

Eine Behandlungsoption ist die Steroidinjektion
Eine Behandlungsoption sind Steroidinjektionen, die allerdings nicht immer wirksam sind.

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Diagnose

Die Grundlage für die Diagnose des Schnappfingers ist eine körperliche Untersuchung durch den Arzt. Wenn der Patient eine Bewegung im betroffenen Bereich ausführt, ist ein Klicken zu hören, das charakteristisch für diese Abnormalität ist.

Der Arzt schließt die körperliche Untersuchung ab, indem er den Patienten bittet, seine Hand zu öffnen und zu schließen. Der Fachmann wird auch die Handfläche und die Basis der Finger überprüfen und sich nach den Manifestationen von Schmerzen und den Anzeichen einer Blockade erkundigen. Danach ist es möglich, die Diagnose zu bestätigen.

Schnappfinger behandeln

Die Behandlung des Schnappfingers hängt vom Zustand des Fingers und der Zeit ab, die zwischen dem Ausbruch der Krankheit und dem Arztbesuch vergangen ist. Im Allgemeinen stehen drei Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Medikamente, Therapie und Operation.

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Medikamente

Der Einsatz von Medikamenten hilft, die Schmerzen und Entzündungen zu lindern, wodurch die Bewegung erleichtert wird. In der Regel verschreiben Ärzte nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen, Naproxen und andere ähnliche Medikamente. Diese Maßnahme dient der Verbesserung der Symptome, löst das Problem jedoch nicht.

Körperliche Therapie

Der Schnappfinger kann auch mit therapeutischen Maßnahmen der körperlichen Therapie wie den folgenden behandelt werden:

  • Ruhepause: Das Greifen, Halten oder Arbeiten an vibrierenden Maschinen wird vier bis sechs Wochen lang vermieden. Wenn es dir nicht möglich ist, die Hand ruhen zu lassen, solltest du einen gepolsterten Handschuh tragen.
  • Schiene: Sie ermöglicht es dem Finger, gestreckt zu bleiben und wird nur nachts getragen. In der Regel wird die Schiene eineinhalb Monate lang getragen.
  • Schonende Übungen: Auch einige Dehnübungen für die Hand können verschrieben werden, um den Bewegungsumfang zu verbessern.
  • Hitze und Kälte: Die wechselnde Anwendung von Wärme und Eis hilft, Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
  • Eintauchen in warmes Wasser: Wenn du die Hand mehrmals täglich in warmes Wasser tauchst, kann dies die Sehnen entspannen und die Symptome lindern.

Operation

Wenn Medikamente und eine Therapie nicht anschlagen, sollte eine Operation durchgeführt werden. Manchmal werden auch die folgenden Verfahren vor einer Operation versucht:

  • Steroidinjektion: Sie wird in die Sehnenscheide injiziert und hilft, die Entzündung zu lindern. Die Steroidinjektion kann für ein Jahr oder länger wirksam sein; manchmal sind jedoch mehrere Injektionen nötig.
  • Perkutane Freisetzung: Hierbei wird, nachdem eine Betäubung verabreicht wurde, eine dicke Nadel in die entzündete Sehne eingeführt, um die Kompression, die die Sehne verstopft, zu lösen.

Wenn diese Verfahren nicht funktionieren und nicht anschlagen, wird der Patient eine Operation benötigen. Dabei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, bei dem der Arzt einen Schnitt im komprimierten Bereich macht, um die Sehnenscheide zu durchtrennen. Das größte Risiko ist in diese Fall eine Infektion oder die Unwirksamkeit der Operation.

Diabetes ist ein Risikofaktor für den Schnappfinger
Diabetes ist ein Risikofaktor für den Schnappfinger, da er bei diesen Patienten häufiger vorkommt.

Risikofaktoren, die den Schnappfinger begünstigen

Es gibt einige Menschen, die dazu neigen, leichter einen Schnappfinger zu entwickeln. Die bekannten Risikofaktoren sind folgende:

  • Alter: Menschen über 40 und unter 60 Jahren.
  • Krankheiten: Menschen, die an Diabetes, Hypothyreose, rheumatoider Arthritis oder an Tuberkulose leiden.
  • Nach einer Operation, aufgrund von Karpaltunnelsyndrom.
  • Sich wiederholende Aktivitäten: Das Ausführen von Aufgaben oder Jobs, die wiederholtes Greifen erfordern.

Der Schnappfinger, ein Zustand mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten

Der Schnappfinger ist eine Erkrankung, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Daher ist es in diesen Fällen ratsam, sich an die neuen Bedingungen anzupassen und Greifbewegungen zu vermeiden. Wenn diese Bewegungen nicht zu vermeiden sind, dann ist es wichtig, effiziente Schutzmaßnahmen in Betracht zu ziehen und diese zu bewerten.

Es ist ebenfalls wichtig zu beachten, dass keine der verfügbaren Behandlungen hundertprozentig wirksam ist. Ein hoher Prozentsatz der Patienten erfährt jedoch eine Verbesserung nach der Injektion mit Kortikosteroiden, und auch chirurgische Eingriffe bieten nennenswerte Erfolgschancen. Die Genesungsaussichten sind also insgesamt gut.

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