Schenkelblock: Symptome und Behandlung

Der Schenkelblock kann unterschiedlich eingestuft werden, abhängig vom Grad der Herzrhythmusbeteiligung. Die Therapie kann in der großen Mehrheit der Fälle helfen, die Krankheit zu kontrollieren.
Schenkelblock: Symptome und Behandlung

Letzte Aktualisierung: 14 Mai, 2021

Man spricht vom einem Schenkelblock, wenn die elektrische Reizweiterleitung im Herz teilweise oder gänzlich unterbrochen ist. Die Strukturen, die für die Reizleitung zuständig sind, bestehen aus einem speziellen Gewebe. Dieses ist in der Lage, elektrische Impulse an beide Seiten des Organs zu übertragen.

Der Schenkelblock führt dann dazu, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, in einem normalen Rhythmus zu schlagen.  Das wiederum erhöht das Risiko von kardiovaskulären Komplikationen. Möchtest du mehr darüber erfahren? Dann lies weiter!

Was verursacht einen Schenkelblock?

Zu den häufigsten Ursachen für einen Schenkelblock gehören:

  • Myokardinfarkt
  • Hoher Blutdruck
  • Myokarditis
  • Kardiomyopathien

In den meisten Fällen ist die Durchblutung des Gewebes, das für die Übertragung der elektrischen Impulse im Herzen verantwortlich ist, mangelhaft. Das kann beispielsweise Folge eines Infarkts sein, bei dem der Blutfluss in den Herzkranzgefäßen behindert wird. So werden dann nicht ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe zum Herzmuskel transportiert.

Diese Unterversorgung führt zu einem fortschreitenden Gewebeschaden, der meist nicht heilbar ist. Aus diesem Grund ist ein Schenkelblock eine häufige Komplikation bei kardiovaskulären Erkrankungen.

Im Gegensatz dazu ist eine Myokarditis eine Entzündung des Herzmuskels infolge einer Infektion. Diese Entzündung wird unter anderem durch einen Parasiten namens Trypanosoma cruzi verursacht, dem Erreger der Chagas-Krankheit.

Ein Mann mit Schmerzen in der Brust

Kardiovaskuläre Erkrankungen des Herzmuskels, können sich aufgrund eines Schenkelblocks verschlimmern.

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Schenkelblock: Symptome

Es gibt verschiedene Symptome, abhängig von den Herzrhythmusstörungen, die dadurch hervorgerufen werden. Glücklicherweise haben die meisten Patienten nur eine leichte Ausprägung und zeigen kaum Symptome. In diesen Fällen erfolgt eine Diagnose oft zufällig im Zuge einer medizinischen Routineuntersuchung.

Diejenigen, die jedoch schwere Symptome zeigen, leiden unter anderem an Herzklopfen und Ohnmacht (Synkope). Darüber hinaus haben diese Menschen in der Regel auch noch andere kardiovaskuläre oder metabolische Erkrankungen, wie beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes mellitus.

Je nachdem, wie sehr weitere Organe (z. B. der Nieren) betroffen sind, können auch noch andere Symptome auftreten. Außerdem kann das Herz in schweren Fällen seine Funktion nicht mehr richtig erfüllen. Es kann zu einer “hämodynamischen Instabilität” kommen. Dies führt oft zu einem fortschreitenden Blutdruckabfall, der schließlich zu einem Schock führen kann, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird.

Diagnose

Ein Arzt kann eine Diagnose mithilfe einer Kombination von klinischen Untersuchungen und weiteren Tests stellen. Teil davon ist auch die gründliche körperliche Untersuchung zum Erkennen einer Herzrhythmusstörung.

Durch ein Elektrokardiogramm (EKG) wird die Diagnose bestätigt. Dabei wird die elektrische Aktivität des Herzens aufgezeichnet. Unter anderem auch die Frequenz der Herzschläge, die bei Patienten mit einem Schenkelblock abnormal ist.

Darüber hinaus wird der Arzt möglicherweise auch ein Echokardiogramm durchführen. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, mit dem strukturelle Veränderungen des Herzens festgestellt werden können. Dies wird angewendet, um die Ursache der Erkrankung herauszufinden.

Finde heraus, was die ischämische Herzkrankheit ist.

Schenkelblock: Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Schweregrad und dem Risiko für tödliche Rhythmus-Störungen gibt es verschiedene therapeutische Optionen. Nachfolgend geben wir dir einen Überblick über die wichtigsten.

Medikamente

Wie bereits erwähnt, zeigen die meisten Patienten keine Symptome. Aus diesem Grund verschreibt der Arzt normalerweise keine Medikamente speziell gegen den Schenkelblock. Es ist jedoch oft notwendig, Medikamente gegen die Ursache dieser Erkrankung zu verschreiben.

Zum Beispiel ist es üblich, einem Patienten mit Bluthochdruck blutdrucksenkende Mittel und Diuretika zu verschreiben. Dafür gibt es eine Vielzahl an Medikamenten, deren Unterschiede in ihrem Wirkmechanismus liegen.

Einige, der am häufigsten verwendeten sind Losartan, Amlodipin und Enalapril. In der Gruppe der Diuretika sind Hydrochlorothiazid und Furosemid erwähnenswert.

Herzschrittmacher

Herzschrittmacher bei einem Schenkelblock

Herzschrittmacher sind Geräte, die den Herzschlag steuern und für Regelmäßigkeit sorgen.

Dieses Gerät kann die elektrische Aktivität des Herzens in einen normalen Rhythmus bringen. Ursprünglich war das eine kostspielige sowie problematische Behandlung mit vielen Nebenwirkungen. Heute jedoch ist sie sicher und die Wartung der Geräte ist einfach.

Laut einer Veröffentlichung der spanischen Herzstiftung gibt es zwei Arten von Herzschrittmachern: temporäre und permanente. Letztere erfordern eine Implantation unter die Haut, für die der Arzt auch einen Draht durch eine der rechten Herzvenen einführen muss.

Kardiale Resynchronisationstherapie

Diese Behandlung eignet sich für schwerere Fälle, in denen die Koordination zwischen der Aktivität der linken und rechten Seite des Herzens nicht funktioniert. Das verwendete Gerät nennt sich laut einer Veröffentlichung der Mayo Clinic auch biventrikulärer Schrittmacher.

Der Nutzen dieser Geräte ist so groß, dass einige Modelle auch einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator enthalten. Das bedeutet, dass das Gerät in Notfällen, in denen sich der Herzrhythmus deutlich verändert hat, einen defibrillierenden Impuls aussenden kann.

Vorbeugung von Komplikationen

Es ist wichtig, dass Menschen mit einem Risiko für diese Erkrankung in Hinblick auf mögliche tödliche Komplikationen eine regelmäßige ärztliche Kontrolle durchführen. Hausärzte und Internisten sind zwar in manchen Fällen ausreichend ausgebildet, sie werden jedoch oft Patienten an einen Kardiologen überweisen.

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