Pharmakologische Behandlung von Erektionsstörungen

Die Möglichkeiten zur Behandlung der erektilen Dysfunktion hängen von der Ursache, dem Schweregrad und eventuellen Vorerkrankungen ab. Du musst immer einen Arzt konsultieren, um das richtige Medikament für deinen individuellen Fall zu erhalten.
Pharmakologische Behandlung von Erektionsstörungen

Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2021

Bei der Behandlung von Erektionsstörungen sind in der Regel verschiedene oral einzunehmende Pharmazeutika die erste Wahl. Diese Medikamente sind meist sehr wirksam und haben nur wenige Nebenwirkungen.

Außerdem verstärken sie die Wirkung von Stickstoffmonoxid, einer körpereigenen Substanz, die die Muskeln des Penis entspannt. Als Folge dieser Entspannung erhöht sich die Blutzufuhr und dies wiederum führt bei sexueller Stimulation zu einer Erektion. Nachfolgend erfährst du alles Wissenswerte über die pharmakologische Behandlung von Erektionsstörungen.

Behandlung von Erektionsstörungen

Je nach Ursache, Schweregrad und möglichen Vorerkrankungen gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für erektile Dysfunktion. Obwohl sich ihre Wirkmechanismen bis zu einem gewissen Grad ähneln, unterscheiden sie sich dennoch in einem wesentlichen Aspekt, nämlich in der Geschwindigkeit, mit der sie wirken.

  • Sildenafil ist effektiver, wenn es zwischen den Mahlzeiten und eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Zudem hält die Wirkung bei einer leichten bis mittelschweren Funktionsstörung vier bis fünf Stunden an.
  • Vardenafil muss eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Wenn du etwa zur gleichen Zeit isst, ändert das nichts an der Wirkung; eine zu fettreiche Mahlzeit kann sie jedoch deutlich verzögern. Darüber hinaus kannst du diesen Wirkstoff in Form von orodispersiblen Tabletten (Schmelztabletten) erhalten, welche schneller wirksam sind.
  • Tadalafil muss etwa ein bis zwei Stunden vor dem Sex eingenommen werden. Die Wirkung hält bis zu 36 Stunden an. Außerdem muss der Mann das Medikament täglich in niedrigeren oder höheren Dosen kurz vor dem Sex einnehmen.
  • Avanafil wird eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen. Die Wirkung kann je nach Dosis bis zu sechs Stunden anhalten.
Behandlung bei Erektionsstörungen - Mann mit erektiler Dysfunktion
Erektionsstörungen lassen sich mit oralen Medikamenten behandeln. Allerdings solltest du vorab einen Arzt konsultieren, um das für dich am besten geeignete Präparat zu erhalten.

Behandlung von Erektionsstörungen: Was du vorab beachten solltest

Vor Beginn einer Behandlung von Erektionsstörungen musst du bestimmte Faktoren berücksichtigen und einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Denn die Einnahme kann in manchen Fällen zu ernsthaften Problemen führen. Daher müssen diese Präparate immer von einem Arzt oder einer Ärztin verordnet werden. Darüber hinaus sind in einigen Fällen besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich:

  • Wenn du dich aufgrund einer Nierenerkrankung einer Dialysebehandlung unterziehen musst
  • Falls du mit Nitraten gegen Angina pectoris behandelt wirst
  • Niedriger oder hoher Blutdruck
  • Lebererkrankung – die Leber verstoffwechselt diese Medikamente
Behandlung von Erektionsstörungen - Mann mit Viagra
Es ist unbedingt erforderlich, die unerwünschten Wirkungen dieser Medikamente zu berücksichtigen, um bereits bestehende Erkrankungen nicht zu verschlimmern.

Nebenwirkungen

Normalerweise treten bei Männern, die Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen einnehmen, keine Nebenwirkungen auf. Dennoch können einige auftreten. Dazu gehören:

  • Rötung des Gesichts
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Sehstörungen
  • Nasenverstopfung
  • Rückenschmerzen

Diese Symptome können zu einem plötzlichen Verlust des Seh- und Hörvermögens führen. Allerdings kommt dies nur selten vor. In einigen Fällen kann es auch zu Priapismus kommen – einer schmerzhaften Erektion, die nicht nachlässt und ärztliche Hilfe erfordert.

Weitere Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen

Darüber hinaus gibt es auch Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen, die nicht oral eingenommen werden müssen. Dazu gehören:

  • Alprostadil: Bei der Selbstinjektion von Alprostadil wird das Medikament mit einer feinen Nadel in die Basis oder die Seite des Penis gespritzt. Jede Injektion enthält die Dosis, die erforderlich ist, um eine Erektion auszulösen, die etwa eine Stunde lang anhält. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören eine lang anhaltende Erektion und in seltenen Fällen eine Fibrose an der Injektionsstelle.
  • Alternativ kann Alprostadil auch in Form eines winzigen Zäpfchens in die Harnröhre eingeführt werden. Dazu wird ein spezieller Applikator verwendet. Die Erektion setzt in der Regel 10 Minuten nach dem Einführen ein und hält zwischen einer halben und einer Stunde an. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Schmerzen und leichte Blutungen in der Harnröhre.
  • Testosteronersatz zur Behandlung von Erektionsstörungen ist bei den Männern sinnvoll, die aufgrund eines niedrigen Testosteronspiegels an erektiler Dysfunktion leiden.

Sichere Anwendung

Abschließend lässt sich sagen, dass Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen sicher und wirksam sind und bei etwa vier von fünf Männern zu guten Ergebnissen führen. Dein Arzt oder deine Ärztin wird dir die Option empfehlen, die für dich am besten geeignet ist. Darüber hinaus wird er oder sie dir auch die Risiken und Vorteile jeder Behandlung erklären.

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