Sexuelle Funktionsstörung bei Diabetes

20 August, 2019
Eine sexuelle Funktionsstörung trifft oftmals bei Diabetes-Patienten auf. Aufgrund von Schäden an den Nerven sowie an kleinen Blutgefäßen sind sie für diese besonders anfällig.

Eine sexuelle Funktionsstörung trifft oftmals bei Diabetes-Patienten auf. Aufgrund von Schäden an den Nerven sowie an kleinen Blutgefäßen sind sie für diese besonders anfällig.

Die bei Diabetes auftretenden Blutzuckerspitzen beeinflussen sowohl die Nerven als auch die Blutgefäße direkt. Als Konsequenz können Komplikationen im Genitalbereich entstehen. Eine sexuelle Funktionsstörung ist in diesem Fall bei Männern und Frauen möglich.

Diese entsteht dadurch, da die Reaktion des Organismus auf sexuelle Reize normalerweise durch das Nervensystem und einen erhöhten Blutfluss bedingt wird. Wie sich eine Funktionsstörung bemerkbar macht, wird nachfolgend erklärt.

Sexuelle Funktionsstörung bei Männern

Sexuelle Funktionsstörung: Erektile Dysfunktion

erektile Dysfunktion

Bei Männern ist eine erektile Dysfunktion beziehungsweise eine Erektionsstörung am wahrscheinlichsten. Diese meint die wiederholte und dauerhafte Unfähigkeit, nach sexueller Stimulation eine Erektion zu bekommen. Von diesem Problem ist die Hälfte der Männer zwischen 40 bis 70 Jahren betroffen unabhängig davon, ob sie Diabetiker sind oder nicht.

Im oberen Bereich des Penis, oberhalb der Harnröhe, befindet sich der sogenannte Schwellkörper. Vor der sexuellen Erregung entspannt sich dieser, damit Blut eintritt, sich der Penis vergrößert und eine Erektion erfolgt. Eine Veränderung in diesem Prozess kann zu einer erektilen Dysfunktion führen.

Diabetes kann die Enstehung dieses Problems auf verschiedene Art und Weise beeinflussen:

  • Behinderte Durchblutung der Genitalien durch verstopfte Arterien
  • Veränderung der Nerven und der Empfindsamkeit des Penis
  • Schwierigkeiten bei der Blutretention im Schwellkörper, da angrenzende Venen nicht zusammengedrückt werden können

Der Patient sollte einen Arzt informieren, der möglicherweise Medikamente zur Behandlung der erektilen Dysfunktion verschreibt. Oftmals ist es ausreichend, den Blutzuckerspiegel besser zu regulieren, um Schäden an den Nerven und Blutgefäßen zu vermeiden.

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Sexuelle Funktionsstörung bei Frauen

Die weibliche Sexualität wurde bisher weniger untersucht als die männliche, weshalb nicht genügend Studien vorliegen, die bestätigen, dass weibliche Diabetes-Patienten vermehrt einer sexuellen Funktionsstörung ausgesetzt sind. Jedoch können die nachfolgenden Probleme mit Schäden an den Nerven und Blutgefäßen zusammenhängen.

1. Unzureichende vaginale Lubrikation

sexuelle Funktionsstörung bei Frauen

Eine unzureichende vaginale Lubrikation zusammen mit einer mangelnden vaginalen Ausdehnung ist ein häufiges Problem bei Diabetikerinnen. Hierdurch wird der Geschlechtsverkehr beeinträchtigt, da Schmerzen oder Irritationen auftreten können.

Diabetes kann ein Grund für diese Dysfunktion sein, da der hohe Blutzuckerspiegel Trockenheit und Dehydration verursacht.

2. Rückgang der Libido

Sexuelle Lust ist die erste Phase der sexuellen Reaktion, die zur Erregung und einem Orgasmus führt. Daher beeinträchtigt eine fehlende Libido zufriedenstellende sexuelle Erlebnisse. Eine Hyperglykämie kann extreme Müdigkeit zur Folge haben, was bei Diabetikerinnen in einem Rückgang der Libido resultiert.

3. Sexuelle Funktionsstörung: Vaginismus

Sexuelle Probleme bei Frauen

Diese Dysfunktion zeichnet sich durch eine unwillkürliche Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur aus, wodurch die Vagina teilweise oder komplett verschlossen erscheint. Dieser Scheidenkrampf macht eine Penetration undenkbar, da diese andernfalls schmerzhaft ist.

In den meisten Fällen lässt sich der Vaginismus auf eine unzureichende vaginale Lubrikation zurückführen. Jedoch kann auch eine erhöhte vaginale Empfindlichkeit der Auslöser sein, die wiederum durch eine sensorische Neuropathie verursacht wird.

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4. Anorgasmie

Bei der Anorgasmie handelt es sich um die Unfähigkeit, nach sexueller Stimulation zum Orgasmus zu kommen. Diabetes ist kein direkter Verursacher dieser sexuellen Störung, hängt aber mit der fehlenden Libido und der unzureichenden vaginalen Lubrikation zusammen. In beiden Fällen stellen sich Unzufriedenheit oder sogar Schmerzen ein, wodurch der Höhepunkt nicht erreicht werden kann.

Neben den genannten sexuellen Funktionsstörungen beinhaltet die Hyperglykämie ein erhöhtes Risiko von Vaginalinfektionen. Diese verursachen einen anormalen Ausfluss, Schmerzen, Juckreiz oder einen empfindlichen Vaginalbereich, wodurch der Geschlechtsverkehr beeinträchtigt wird.

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