Operative Abtragung der Gehörgangsexostose

Bei schweren Gehörgangsexostosen reichen konservative Maßnahmen in der Regel nicht aus, um das Problem zu behandeln. Das heißt, dass sie chirurgisch entfernt werden müssen. Erfahre im Folgenden mehr über die operative Abtragung der Gehörgangsexostose.  
Operative Abtragung der Gehörgangsexostose

Letzte Aktualisierung: 01. Dezember 2020

Die operative Abtragung der Gehörgangsexostose ist in jenen Fällen angezeigt, in denen der äußere Gehörgang vollständig oder fast vollständig verschlossen ist.

Sowohl im Anfangsstadium als auch in den fortgeschritteneren Stadien ist die Ohrreinigung sehr schwierig und manchmal fast unmöglich. Dies führt zu häufig wiederkehrenden Ohrenentzündungen. Tatsächlich kann dies sogar zu Hörverlust führen.

Exostosen des äußeren Gehörgangs

Exostosen des äußeren Gehörgangs sind gutartige Knochenformationen. Diese Knochenwucherungen treten im Gehörgang auf und führen infolgedessen zu seiner Verengung. In der Regel handelt es sich um bilaterale Formationen. Sie manifestieren sich an den anteroinferioren und posterioren Wänden des äußeren Gehörgangs des Ohrs.

Obwohl ihre genaue Ursache unbekannt ist, ist die stärkste Theorie dahingehend, dass Irritationen, die im äußeren Gehörgang durch wiederholten Kontakt mit kaltem Wasser entstehen, die Exotosen verursachen. Aus diesem Grund treten Exotosen bei Menschen, die Wassersport betreiben, häufiger Exostosen des äußeren Gehörgangs auf.

Gehörgangsexostose: Verursacht sie Symptome?

Die Gehörgangsexostose kann eine Verengung des Gehörgangs zur Folge haben
Exostosen kommen häufig bei Wassersportlern vor und entstehen als Folge von gutartigen Knochenwucherungen.

In den meisten Fällen verursachen Exostosen keine Symptome. Sie werden in der Regel beiläufig bei einer Untersuchung des Ohres diagnostiziert. Im Allgemeinen entwickeln sie sich sehr langsam und zeigen zunächst keine Symptome.

Wenn sie jedoch wachsen und den Kanal verschließen, treten die ersten Beschwerden auf. Das Wachstum von Exostosen begünstigt das Zurückhalten von Ohrenschmalz und Wasser im Gehörgang. Infolge dieser Zurückhaltung tritt eine wiederkehrende äußere Ohrenentzündung auf.

Wenn die Verstopfung des äußeren Gehörgangs weniger als 60% beträgt, gibt es im Allgemeinen keine Probleme. Bei Patienten mit einer Verstopfung von mehr als 80% tritt jedoch häufiger eine äußere Ohrenentzündung und ein sensorineuraler Hörverlust auf.

Behandlung

Um mildere Fälle der Gehörgangsexostose zu behandeln, reicht ein Absaugen des Ohres sowie eine allgemeine Reinigung des Ohres aus. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Nachkontrollen durchzuführen, um das Wachstum der Exotosen zu beobachten. Auf diese Weise können Komplikationen im Frühstadium der Krankheit vermieden werden. Bei Infektionen verschreiben Mediziner jedoch häufig antibiotische Ohrentropfen.

Operative Abtragung der Gehörgangsexostose

Operative Abtragung der Gehörgangsexostose
Eine Operation ist die gängige Behandlungsmethode, um Innenohrwucherungen zu entfernen.

In den schwersten Fällen von Exostosen, wenn die Gehörgangverengung praktisch abgeschlossen ist, wird sie operativ entfernt.

Es gibt verschiedene chirurgische Techniken die Gehörgangexotose zu entfernen. Einige werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt, während andere eine Vollnarkose erfordern. Und auch der Zugang zum Gehörgang kann retroaurikulär oder endaural erfolgen.

Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es verschiedene Methoden zur Entfernung der Exotosen. So wird bei einigen Techniken das Fräsen eingesetzt, während bei anderen ein Meißel oder ein Laser verwendet werden. Die Exotosen werden bei einigen chirurgischen Techniken von allen Wänden des äußeren Gehörgangs entfernt, bei anderen nur von der Vorderwand und bei wieder anderen nur von der Hinterwand.

Mögliche Komplikationen bei der operativen Abtragung der Gehörgangsexotose

Die operative Abratung von Exostosen ist nicht einfach und kann zahlreiche Komplikationen nach sich ziehen. Im Folgenden findest du einige der häufigsten Komplikationen:

  • Postoperative Kanalverengung
  • Verletzung des Gesichtsnervs
  • Perforation des Trommelfells
  • Verletzungen des Kiefergelenks
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit

Ärzte entfernen Exostosen chirurgisch unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung, indem sie, unter mikroskopischer Sicht, einen Einschnitt hinter dem Ohr machen. Nach der Operation wird der Patient in der Regel nach einer Nacht im Krankenhaus wieder entlassen. Anschließend entfernt der Arzt die Fäden nach einer Woche und den Ohrstöpsel nach zwei Wochen.

Der Patient kann sein Arbeitsleben nach 7-14 Tagen der Erholung wieder aufnehmen. Ärzte empfehlen im Allgemeinen, das Ohr nicht nass zu machen, bis der neue Kanal richtig verheilt ist. Dieser Heilungsprozess kann zwischen einem und drei Monaten dauern. Was die postoperativen Ergebnisse betrifft, so behebt der Eingriff in den meisten Fällen zwei gängige Probleme: Verstopfung und Ohrenentzündungen.

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Können Gehörgangsexotosen verhindert werden?

Prävention: Ohrstöpsel beim Schwimmen haben sich bisher nicht als wirksam erwiesen
Ein Arzt ist in der Lage, dir die am besten geeignete Form der Prävention zu empfehlen.

Zwar verwenden viele Wassersportler Ohrstöpsel, ihre Verwendung hat sich jedoch nicht in der Vorbeugung von Exostosen nicht als wirksam erwiesen.

Manchmal können die Ohrstöpsel, bei Patienten, die bereits Exostosen haben, das Ohrenschmalz eindrücken und den Zustand auf diese Weise verschlimmern. Ein Spezialist wird daher jeden Fall genau beurteilen und dann, je nach den Gewohnheiten des Patienten und dem Grad der Exostose, die beste Option empfehlen.

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